• DAX in Rot trotz gutem Start in die Berichtssaison

    Donnerstag 12.07.2012, 18:10 Uhr
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    DJ XETRA-SCHLUSS/DAX in Rot trotz gutem Start in die Berichtssaison

     
       Von Thomas Leppert 
     
    

    FRANKFURT--Dem schwachen globalen Wachstum kann sich der deutsche Aktienmarkt nicht entziehen. Dabei half auch nicht, dass SAP gute vorläufige und Südzucker gute endgültige Zahlen vorlegten. Auch wenn Hiobsbotschaften aus der Euro-Zone ausblieben, fiel der Euro auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Der DAX beendete den Handel mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 6.419,35 Punkten. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 147,3 (Vortag: 111,2) Millionen Aktien im Wert von rund 3,33 Milliarden Euro.

    Vor allem belastet die Sorge, dass das globale Wirtschaftswachstum den Karren nicht wieder ins Rollen bekommt. Daher zeigten sich einige Marktteilnehmer auch davon enttäuscht, dass die US-Notenbank am Vorabend kein klares Signal für eine weitere Runde der Geldmengenausweitung lieferte. Denn darauf warten viele Investoren, die momentan der Entwicklung an den Börsen noch von der Seitenlinie aus zuschauen. Nun dürften sie weiter mit dem Einstieg abwarten.

    Andere Notenbanken lieferten dagegen, um der heimischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. So hat die brasilianische Notenbank die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf nun 8 Prozent gesenkt, auch die Notenbank von Südkorea überraschte mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte auf nun 3 Prozent. Beide Notenbanken verwiesen darauf, dass das schwache globale wirtschaftliche Umfeld einen negativen Effekt auf die Exporte des Landes hätte und zu dem Schritt geführt habe.

    "Die Eurozone ist in der Rezession, in den USA zeichnet sich eine Abschwächung ab und in den Schwellenländern ist ebenfalls eine geringere Dynamik zu verzeichnen", stuft Thomas Gitzel, Volkswirt der VP Bank, die aktuelle Lage ein. Die Bekämpfung der Schuldenkrise werde vor dem Hintergrund einer an Kontur gewinnenden globalen wirtschaftlichen Abkühlung schwieriger.

    Der Euro kennt in dieser Umgebung nur einen Weg: nach unten. So fiel die europäische Gemeinschaftswährung erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 1,22 Dollar. Im Tief sackte sie bis auf 1,2167 Dollar ab. Die "griechische Situation" oder die "Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts" über den ESM sind für Ian Stannard, Währungsstratege bei Morgan Stanley, die Belastungsfaktoren. Angesichts solcher Hypotheken sei kein Raum für Gewinne der europäischen Gemeinschaftswährung in den nächsten Wochen.

    Den Gewinner im DAX stellte nach überraschend vorgelegten Zahlen SAP, die Aktie stieg um 2,6 Prozent auf 47,50 Euro. Das Ergebnis überraschte um so mehr, da Wettbewerber wie Informatica und Infosys jüngst mit Gewinnwarnungen aufwarteten. "Das dürfte einige auf dem falschen Fuß erwischt haben", so ein Händler. Die Analysten der DZ-Bank loben die Entwicklung im zweiten Quartal, die Bereiche HANA, Mobile und Cloud hätten ausgezeichnete Ergebnisse ausgewiesen. Dies zeige, dass das Unternehmen mit seiner aktuellen Strategie gut aufgestellt sei.

    Am unteren Ende der Kurstafel standen einmal mehr die Banken, so gab die Aktie der Deutsche Bank um 2,0 Prozent auf 26,08 Euro nach, Commerzbank-Aktien verloren 2,6 Prozent auf 1,22 Euro. Am Freitag eröffnen die US-Wettbewerber J.P. Morgan und Wells Fargo den Reigen der Berichtssaison für den Sektor.

    Südzucker-Aktien notierten nach Vorlage der Zahlen auf einem Allzeithoch bei 28,74 Euro. Wer in Deutschland in Agrarrohstoffe investieren will, kommt an Südzucker kaum vorbei. Während die Zuckerrüben noch in der Erde schlummern, brummt das Geschäft. Neben Zucker hat das Unternehmen noch die Freiberger Pizzen im Angebot. Aber auch die Beteiligungen an Crop Energies und der österreichischen Agrana entwickeln sich vielversprechend.

    Aixtron-Aktien gerieten in den Sog von Epistar. Grund war eine Studie von Merrill Lynch zur Aktie des taiwanischen LED-Herstellers. Die Analysten sprechen von einem Überangebot an LEDs. Aixtron als Hersteller von Anlagen zur LED-Produktion wird von dieser Entwicklung tangiert. Die Aktie gab um 4,9 Prozent auf 10,44 Euro nach. Analyst Adrian Pehl von equinet sieht den nächsten Zahlen des Anlagenherstellers mit Skepsis entgegen und rät zu Vorsicht bei der Aktie.

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    INDEX             zuletzt   +/- % 
    DAX              6.419,35  -0,53% 
    DAX-Future       6.429,00  -0,45% 
    XDAX             6.424,57  -0,45% 
    MDAX
                                                                
                                                                      10.388,28  -0,55% 
    TecDAX
                                                                
                                                                739,47         -1,71% 
    SDAX
                                                                
                                                                       4.830,16  -0,37% 
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    Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com 
    DJG/thl/raz 
     
    

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