DJ XETRA-START/DAX knapp behauptet - Banken weiter in Rally-Laune
FRANKFURT (Dow Jones) - Am deutschen Aktienmarkt bröckeln die Kurse am Freitag im frühen Geschäft überwiegend etwas ab. Der DAX gibt gegen 9.30 Uhr um 0,2 Prozent oder 14 Punkte nach auf 6.402 Punkte. "Vor dem Wochenende dürften die Anschlusskäufe erst einmal ausbleiben", so ein Marktteilnehmer. Größere Gewinnmitnahmen seien allerdings ebenfalls unwahrscheinlich: "Viele Marktteilnehmer warten nur auf Rückschläge, um auf den fahrenden Zug aufzuspringen", so der Händler.
Der DAX hat seit Jahresbeginn etwa 8,5 Prozent zugelegt, in dieser Woche summiert sich das Plus bereits auf gut 4 Prozent. Das Verteidigen der jüngsten Rally-Gewinne könnte damit erst einmal wichtigstes Thema am deutschen Aktienmarkt sein.
Am Mittag verfallen Optionen auf den DAX, am Abend Optionen auf die Einzelaktien. Von diesem kleinen Verfallstermin an der Terminbörse werden überwiegend nur wenig Impulse erwartet.
Gestützt wird die die Stimmung von günstigen Vorlagen aus Asien sowie vom Euro, der weiter auf Erholungskurs und in Lauerstellung knapp unterhalb der Marke von 1,30 Dollar liegt. Mit Blick auf den DAX heißt es, das Überwinden der 200-Tage-Linie am Donnerstag sei ein günstiges Signal und könnte Käufe längerfristig orientierter Anleger nach sich ziehen. Als gewonnen gilt der Kampf um den gleitenden Durchschnitt allerdings noch nicht. Derzeit verläuft er bei 6.372 Punkten.
Fundamental hat sich die Staatsschuldenkrise im Euroraum zuletzt deutlich entspannt, was sich positiv auf die Stimmung der Akteure niederschlägt. Den Analysten von Morgan Stanley zufolge hat der Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank von knapp 500 Milliarden Euro dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Mittlerweile hätten die meisten italienischen und spanischen Banken 50 bis 150 Prozent ihres Refinanzierungsbedarfs im laufenden Jahr gedeckt.
Dessen ungeachtet sind die Blicke der Börsianer weiter gen Athen gerichtet, wo die Verhandlungen über eine Umschuldung der griechischen Verbindlichkeiten weitergehen. Die Agenda der makroökonomischen Kennziffern ist zum Wochenausklang unterdessen lediglich mit Daten aus der zweiten Reihe bestückt.
Bei den Einzeltiteln setzen die Banken ihre Rally fort. Commerzbank steigen um 4,7 Prozent auf 1,69 Euro, Deutsche Bank um 1,1 Prozent auf 32,84 Euro und Aareal Bank um 0,9 Prozent auf 16,89 Euro. Auf der anderen Seite fallen Bayer um 1,7 Prozent auf 53,29 Euro, nachdem die Analysten von Nomura die Aktien auf "Neutral" gesenkt haben.
Daneben stehen ThyssenKrupp mit der Hauptversammlung im Blick. Aussagen zur aktuellen Geschäftsentwicklung sind dabei nicht auszuschließen. Auf besonderes Interesse dürften aber Neuigkeiten zum Standort Brasilien treffen, eines der großen Sorgenkinder des Stahlkochers. Im frühen Handel geben sie nach dem kräftigen Vortagesplus um 0,3 Prozent nach. Siemens tendieren fast unverändert. Am Mittag wird General Electric die Zahlen für das vierte Quartal vorlegen. Die Amerikaner konkurrieren auf vielen Geschäftsfeldern mit der deutschen Siemens.
In der zweiten Reihe verliert der MDAX 0,2 Prozent, der TecDAX gibt um 0,4 Prozent nach. Hier stehen Solarwerte unter Druck, Bundesumweltminister Norbert Röttgen will die Fördersätze künftig monatlich prüfen und möglicherweise stärker als bisher erwartet. centrotherm fallen um 6,3 Prozent, SMA Solar um 4,8 Prozent.
-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires, +49(0)69-29725217, herbert.rude@dowjones.com DJG/hru/gos
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