DJ XETRA-START/DAX legt mit Griechenland und China deutlich zu
FRANKFURT (Dow Jones) - Am Rosenmontag haben die Optimisten am deutschen Aktienmarkt das Sagen. Zum einen habe China die Liquidität im Bankensystem erhöht, was in Asien die Kurse antrieb. Zum anderen positionieren sich Investoren für eine Lösung der Schuldenkrise in Athen. Die Finanzminister der Euro-Staaten könnten am Nachmittag die Weichen für die Freigabe des 130 Milliarden Euro schweren Hilfspakets stellen. Der DAX gewinnt bis 10.05 Uhr 0,7 Prozent bzw 52 Punkte auf 6.900 Punkte und notiert damit auf Tageshoch. Dies ist gleichzeitig ein neues Jahreshoch. Auf diesem Niveau lag der Index letztmals am 2. August 2011.
Die chinesische Notenbank hat den Anteil der Reserven, den Geschäftsbanken bei ihr hinterlegen müssen, von 21 auf 20,5 Prozent gesenkt. Damit werden im chinesischen Bankensystem rund 400 Milliarden Yuan oder umgerechnet 63,5 Milliarden Dollar frei, wie Ben Kwong von KGI Asia kalkuliert. Ein Teil dieser Mittel fließt auch an die Aktienbörsen. "Wir befinden uns wieder in einem Umfeld, in dem der Markt von der Liquidität getrieben wird", sagt der Anlage-Stratege.
Im Fokus steht auch weiterhin die Entwicklung im Griechenland. Die Regierung in Athen stimmte am Sonntag den letzten Bedingungen zu, die der Internationale Währungsfonds (IWF) und die EU gestellt hatten. Damit könnte nun endlich das zweite Rettungspaket in Richtung Athen geschickt werden. Beobachter bleiben jedoch skeptisch: "Es ist fast schon unnötig zu sagen, dass die Unsicherheiten nach wie vor hoch sind", so eine Analystin. Die Eurogruppe sei nach wie vor ausgesprochen skeptisch, ob Griechenland sich auch an die beschlossenen Sparmaßnahmen hält. "Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass eine Entscheidung über das Rettungspaket auf den EU-Gipfel Anfang März verschoben wird", warnt Stan Schamu von IG Markets. In diesem Fall dürften die Börsen wieder den Rückzug antreten.
An der Wall Street geht die karnevalistische Hochstimmung an den Finanzmärkten vorbei. Wegen des Feiertags "President's Day" sind die Börsen in den USA geschlossen.
Deutsche Post stehen mit dem Gebot von UPS für TNT im Blick. "Einerseits könnten die Bewertungen in der Branche von der hohen Prämie profitieren", so ein Händler. Längerfristig könnte allerdings die Wettbewerbssituation der Post schwieriger werden, so der Händler. Die Aktien der Deutschen Post gewinnen 1,4 Prozent auf 13,70 Euro. In Amsterdam haussieren TNT Express um mehr als 50 Prozent.
Gesucht sind europaweit die Aktien von Banken und Versicherern. Sie gelten als Profiteure einer Verabschiedung des Rettungspakets für Griechenland. Commerzbank steigen um 2,0 Prozent und Deutsche Bank um 1,2 Prozent - und sind unter den größten Kursgewinnern im DAX.
Der Streik von 200 Beschäftigten auf dem Frankfurter Flughafen dürfte noch bis Mittwochmorgen andauern. Der Streik belaste den operativen Gewinn von Fraport mit 3 bis 5 Millionen Euro pro Tag, sagt Stefan Kick Silvia Quandt Research. Das belastet die Aktie des Betreibers Fraport bislang jedoch nicht, sie steigt um 0,9 Prozent auf 46,09 Euro.
Aixtron setzen zu Wochenbeginn ihren Höhenflug fort. Die Aktie wird seit einigen Tagen von der Hoffnung gestützt, dass die Überkapazitäten im LED-Markt fallen. Die Rally wird aber nach Einschätzung eines Händlers vor allem von aggressiven Shorteindeckungen gestützt. Der Händler warnt allerdings vor zu viel Euphorie. Die Anfang März zur Veröffentlichung anstehenden Quartalszahlen könnten schlecht ausfallen. Aixtron steigen um 4,2 Prozent auf 13,80 Euro.
DJG/bek/ros
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