DJ XETRA-MITTAG/DAX legt zu - Südzucker versüßt Aktionären das Jahr
FRANKFURT (Dow Jones) - Der deutsche Aktienmarkt kann in einem ruhigen vorweihnachtlichen Geschäft am Donnerstagmittag zulegen. Aus dem Handel heißt es, dass möglicherweise die Chancen nach oben besser als gedacht seien. Die Märkte hätten am Mittwoch ihr Abwärtspotenzial ausgelotet, nachdem die Europäische Zentralbank den Kreditinstituten fast 500 Mrd EUR zugeteilt hatte. Die hohe Summe war als Krisenzeichen für Probleme bei den Banken gewertet worden. Sie könne aber auch positiv bewertet werden, sie überschwemme den Markt mit Liquidität, und diese könnte auch in Aktien angelegt werden, heißt es. Der DAX legt um 12.48 Uhr um 1,1% oder 66 Punkte auf 5.858 zu.
Am Nachmittag können Konjunkturdaten aus den USA die Weichen für die Aktienmärkte neu stellen. In den USA stehen das Verbrauchervertrauen an der Uni Michigan an und die Revision zum US-BIP des dritten Quartals. "Der Markt erinnert sich noch gut an die dramatische Abwärtsrevision des ersten Quartals, die damals zu einem Kurseinbruch geführt hatte", warnt ein Analyst. Daneben werden die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der FHFA-Hauspreisindex veröffentlicht. "Sollten sich die Indizien für eine Bodenbildung am US-Immobilienmarkt verdichten, dürfte das die Risikobereitschaft der Anleger stützen und Aktienkäufe auslösen", meint ein Marktteilnehmer.
Die Deutsche Lufthansa hat ihren Verlustbringer British Midland (bmi) verkauft. Die britische Fluglinie geht für einen Bruttokaufpreis von umgerechnet rund 207 Mio EUR an die International Airlines Group. Aus Sicht von Silvia Quandt Research ist der Verkauf an den Wettbewerber klar positiv für die Lufthansa zu werten. Schon im laufenden Jahr würde die Lufthansa den Verlust von bmi nicht mehr in ihrem operativen Ergebnis ausweisen, dieses dürfte daher rund 200 Mio EUR höher ausfallen als bisher veranschlagt. Die Aktie von Lufthansa legt um 1,4% auf 9,15 EUR zu.
Sehr fest zeigen sich die deutschen Versorger. Händler sehen weiter die gestiegene Risikofreude nach dem EZB-Tender als Kaufgrund. Dies steigere die Bereitschaft zum Window-Dressing kurz vor Jahresende. "Besonders deutsche Versorger hatten dieses Jahr ein blutrotes Jahr", sagt ein Händler: "Selbst ein ehemals als sicher geglaubtes Investment wie RWE hat sich wegen der spezifisch deutschen Atomangst halbiert". RWE steigen um 2,7% auf 26,94 EUR, E.ON um 2% auf 16,50 EUR. Der europäische Versorger-Sektor legt nur um 1,3% zu.
Das Geschäft der Südzucker läuft weiter rund. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2011/12 stieg das operative Konzernergebnis überproportional um 41% auf 586 Mio EUR, der Konzernumsatz stieg um rund 12% auf 5,2 Mrd EUR. Grund für diese Entwicklung ist nach Aussage der Analysten von Hauck & Aufhäuser die Preissteigerung in der Zuckersparte. Südzucker habe bei der Neuaushandlung von Verträgen den gestiegenen Zuckerpreis an die Kunden weitergegeben und damit die Marge verbessern können. Die Aktie legt um 2% auf 24,46 EUR zu und notiert damit nahe dem Allzeithoch der Aktie bei 26,18 EUR.
Die Baumarktkette Hornbach profitiert von der weiter steigenden Nachfrage. Die Deutschen investieren wieder zunehmend in inflationsgeschützte Immobilien. Hornbach kann sich das zu Nutze machen und steuert auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zu. In den ersten neuen Monaten ihres Geschäftsjahres setzte der viertgrößte Baumarktkonzern sein Wachstum fort. Die Umsätze stiegen um 6,6% auf 2,6 Mrd EUR, wobei das Geschäft der Bau- und Gartenmärkte mit 2,4 Mrd EUR den Löwenanteil beisteuerten. Die im SDAX gelistete Aktie legt daraufhin um 2,7 % auf 49,90 EUR zu.
DJG/thl/raz
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