DJ XETRA-START/DAX nach Fed-Entscheidung am Jahreshoch
FRANKFURT (Dow Jones) - Die unerwartet laxe Geldpolitik der US-Notenbank Fed treibt die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Donnerstagmorgen nach oben. Der DAX steigt gegen 9.29 Uhr um 32 Punkte oder 0,5 Prozent auf 6.456 Punkte. Damit liegt er nur knapp unter dem Jahreshoch von 6.467 Punkten vom Montag, mit dem der DAX den höchsten Stand seit fast einem halben Jahr erreicht hatte.
Die zuletzt besseren US-Wirtschaftsdaten scheinen die Fed nicht beeindruckt zu haben. Die Wachstumsprojektionen für die US-Wirtschaft wurden sogar leicht nach unten genommen. Die Fed will nun bis mindestens Ende 2014 die Zinsen Nahe null halten. Bislang war von mindestens bis Mitte 2013 die Rede gewesen. Beobachter hatten zwar mit einer Verschiebung nach hinten gerechnet, nicht aber in einem solchen Ausmaß. Am stärksten haben die Märkte aber auf die Aussichten einer weiteren quantitativen Lockerung (QE3) reagiert. US-Notenbankgouverneur Ben Bernanke hat klar gestellt, dass weitere Anleihekäufe als Option auf dem Tisch lägen. Das wurde von den Finanzmärkten quasi als Vorankündigung weiterer Maßnahmen gesehen. "QE3 ist wieder auf den Radarschirmen der Märkte", heißt es bei IG Markets.
Davon profitiert die Risikobereitschaft am Markt, auch Euro und Gold ziehen deutlich an. Die Fed-Entscheidung dürfte die Probleme in Griechenland zunächst überschatten. Am Berichtstag werden die Gespräche zwischen den Gläubigerbanken und der griechischen Regierung über einen Schuldenschnitt wieder aufgenommen. Man streitet weiter über die Höhe der Kuponzahlungen.
Verkompliziert werden die Gespräche dadurch, dass unklar ist, ob sich die EZB an einem Schuldenschnitt beteiligen wird. Die Zentralbank ist immerhin der größte Halter griechischer Anleihen mit einem Volumen von schätzungsweise deutlich über 40 Milliarden Euro. Daneben rückt Portugal zunehmend in den Blick der Finanzmärkte. Die Risikoprämien auf einen Kreditausfall des Landes sind auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Zweifel mehren sich, ob das Land wie geplant im kommenden Jahr wieder an die Finanzmärkte zurückkehren kann.
"Ein neues Jahreshoch wäre ein Signal für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends", so ein technischer Analyst. Der nächste Widerstand liege bei 6.600 Punkten. Unterstützung finde der Index bei der 200-Tage-Linie bei rund 6.360 Punkten.
Auf der Gewinnerseite steigen Lufthansa um 1,2 Prozent auf 10,47 Euro; Nomura hat die Aktie auf die Kaufliste genommen und die Branchenvorlagen aus den USA sind nach überraschend guten Zwischenberichten sehr gut. ThyssenKrupp ziehen um 1,2 Prozent an auf 21,43 Euro und Deutsche Börse gewinnen sogar 1,9 Prozent auf 44,36 Euro. Ein Scheitern der Fusion mit der New Yorker Börse zeichnet sich immer deutlicher ab. Händler meinen aber, ein Scheitern wäre besser als zu große Zugeständnisse an die Wettbewerbsbehörden wie ein Verkauf des lukrativen Derivategeschäfts. In der zweiten Reihe steigen Fraport um 2,2 Prozent auf 45,02 Euro, nachdem Morgan Stanley die Aktie auf die Kaufliste genommen hat.
Auf der Verliererseite stechen Wacker Chemie mit einem Abschlag von 2,6 Prozent hervor. Im Handel ist von sehr schwachen Zahlen die Rede. Wacker leidet unter der Schwäche im Solarbereich, der von Überkapazitäten und Preisverfall gekennzeichnet ist. Der MDAX gewinnt 0,4 Prozent, der TecDAX ein halbes Prozent.
-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29 725 217, herbert.rude@dowjones.com DJG/hru/flf
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