DJ XETRA-FRÜH/DAX stagniert - China boomt nicht mehr
FRANKFURT (Dow Jones)-- Fest im Griff der Konjunktur befinden sich die Börsen am Donnerstagmorgen. Die Impulse sind uneinheitlich: Während Japan im Februar einen überraschend hohen Handelsbilanzüberschuss erzielt hat, ist ein viel beachteter Einkaufsmanagerindex in China im März auf ein Viermonatstief gefallen. Der XDAX notiert gegen 8.13 Uhr MEZ bei 7.079 Punkten, das sind 0,1 Prozent oder 8 Punkte mehr als der Xetra-Schluss vom Vortag.
"China erlebt derzeit eine Abschwächung der Inlandsnachfrage und zugleich schleppende Exporte", sagt Stan Schamu von IG Markets in Melbourne. Der schwache Einkaufsmanagerindex bestätige die Haltung der "Bären" unter den Investoren mit Blick auf China. Die Schwäche der chinesischen Wirtschaft überrascht die Finanzmärkte nicht, sie zeichnet sich bereits seit längerem ab. Daher sind die Börsen in Asien laut Händlern auch nicht stärker unter Druck geraten. Einige Akteure werten die Lage sogar positiv: Der schwache Einkaufsmanagerindex "stützt die Erwartung, dass die chinesische Notenbank weitere geldpolitische Anreize gibt", sagt Annika Lindblad, Volkswirtin bei der Nordea Bank.
Neue Impulse könnten im frühen Verlauf von den Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland, Frankreich und der Eurozone kommen. Erwartet wird eine leichte Erholung der Umfragewerte im März. "Wir prognostizieren einen leichten Anstieg sowohl im produzierenden als auch im Dienstleistungsgewerbe", sagt Frederic Ducrozet von der Credit Agricole.
Am deutschen Aktienmarkt spielt die Musik in der zweiten Reihe. Der Chemiekonzern Lanxess und der Karbonproduzent SGL Carbon haben Geschäftszahlen veröffentlicht. Lanxess hat im vierten Quartal mehr umgesetzt und verdient als Analysten im Mittel ihrer Prognosen erwartet hatten. Die Aktie zeigt sich im frühen Frankfurter Handel kaum verändert.
Bei SGL Carbon liegt der Gewinn mit 160 Millionen Euro um 10 Millionen Euro unter der Konsensprognose. Zudem kann das Unternehmen noch nicht einschätzen, ob es in diesem Jahr die geplante Umsatzrendite von 12 Prozent erreicht. Die Aktie gibt um 0,1 Prozent nach. An dem Karbonhersteller sind die Autobauer BMW mit 15,7 Prozent und VW mit 8,2 Prozent beteiligt.
Papiere des Mobilfunkdienstleisters Drillisch steigen um 2,6 Prozent. Drillisch hat nach eigenen Angaben einen Rechtsstreit mit der Deutschen Telekom beigelegt. Die Deutsche Telekom hatte ihrem Vertriebspartner Drillisch im November vorgeworfen, mit Scheinkunden bei "mehreren zehntausend Mobilfunkanschlüssen" betrogen und sich damit Provisionen in einstelliger Millionenhöhe erschlichen zu haben.
DJG/bek/kko
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.




Ausgewählte RBS Hebelzertifikate auf