Bemerkenswert ist etwa das Verhalten des vorauslaufenden US-amerikanischen Transportindex. Bei dem Marktbarometer scheint sich der jüngste Aufwärtstrend jetzt zu beschleunigen, wie die folgende Abbildung zeigt:

Da werden jetzt wieder Short-Bestände zuhauf zerbröselt, denn nach dem schwachen Börsenjahr 2011 war die Versuchung zweifellos groß, mit einer Wette auf fallende Kurse auch in das Neue Jahr zu starten.
Dass dies derzeit gar keine gute Idee ist, das zeigt ein Blick auf die Marktbreite an der US-Technologiebörse Nasdaq. Auch hier laufen die Kurse dem breiten Markt oftmals etwas voraus, was dazu führt, dass sich starke Aufwärtsbewegungen am Gesamtmarkt bei den Technologiewerten oftmals schon eine ganze Weile vorher ankündigen.
Und das aktuelle Bild hat es in sich: An der Technologiebörse klettern nicht nur die Kurse nach oben, zuletzt über den seit Sommer vergangenen Jahres bestehenden Abwärtstrend (blaue Linie in der folgenden Abbildung). Hinzu kommt, dass diese Ausbruchsbewegung durch die Marktbreite bestätigt wird – diese hat sich zuletzt deutlich aufgehellt. Das heißt, der jüngste Kursanstieg wird durch eine wachsende Zahl an Aktien getragen. Achten Sie auf die rote Linie in der folgenden Abbildung.

Beim marktbreiten S&P 500, um das Bild aus US-amerikanischer Sicht komplett zu machen, wird es in Kürze zu einem langfristigen Kaufsignal kommen. Dann nämlich, wenn der gleitende 50-Tage-Durchschnitt die langfristig bedeutsame 200-Tage-Linie von unten nach oben durchkreuzt. In wenigen Tagen sollte es soweit sein – achten Sie auf die blaue Markierung in der folgenden Abbildung.

Nun ist der starke Auftritt der Bullen beileibe kein Phänomen, das auf die Börsen in den USA beschränkt wäre. Sehen wir uns etwa den Aktienmarkt in China an: Die Auguren waren zuletzt nicht müde geworden, eine Wachstumsschwäche dort als Ursache für eine weltweite Wachstumsdelle ausfindig zu machen.
An der chinesischen Börse jedoch scheint ein Signal unmittelbar bevorzustehen, das in die exakt entgegengesetzte Richtung deutet. Erst vor Kurzem war der Aktienmarkt in Shanghai unter eine sehr bedeutende Unterstützungslinie bei 2.300 Punkten gefallen. Wir erinnern uns: Die markante Börsenschwäche der Jahre 2008 und 2009 hatte mit einem Einbruch am chinesischen Aktienmarkt begonnen – wenige Wochen später stürzten die Börsen weltweit in die Tiefe.
Und wie ist die Lage jetzt? Im Grunde genau umgekehrt: Man kann es kaum glauben angesichts der allgemeinen Lage und der Schuldenberge weltweit - aber der chinesische Aktienmarkt steht unmittelbar vor dem Sprung über diesen wichtigen, jetzt als Widerstand fungierenden Bereich bei 2.300 Zählern. Achten Sie auf die waagrechte rote Linie in der folgenden Abbildung:

Gelingt auch das noch, ist das Bild einer eindeutig grün gefärbten Signallage an den wichtigsten weltweiten Börsen komplett. Zumal auch der wichtige Kupferpreis nach einem Ausbruch aus einem Konsolidierungsdreieck jetzt eindeutig nach oben tendiert. Achten Sie auf die beiden roten Linie in der folgenden Abbildung:

Gerade das erste Halbjahr hätte nach Meinung vieler Börsenkommentatoren besonders schwach ausfallen sollen. Doch so wie es aussieht, wird das genaue Gegenteil passieren. Nun kann man sich natürlich trefflich den Kopf darüber zerbrechen, warum die Börsen nicht das tun, was sie eigentlich tun sollten. Erfahrungsgemäß führt das aber nicht weiter. Sie tun es eben nicht. Punkt.
Hüten Sie sich deshalb jetzt davor, demnächst gegen den Trend auf die Shortseite zu wechseln, etwa dann, wenn aus Krisenländern wie Italien oder Griechenland weitere Hiobsbotschaften kommen sollten. Es ist denkbar, dass die Nachrichten schlecht bleiben, dass sie sogar noch schlechter werden - und dass die Kurse trotzdem weiter ansteigen.
In der Januar-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs hatten wir uns mit diesem Phänomen beschäftigt. Und wir sagen unseren Lesern, was wir in diesem Jahr an den Börsen erwarten.
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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de



