Hamburg (BoerseGo.de) – Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS denkt über die Gründung einer eigenen Bank nach. „Das Thema Banklizenz ist für uns angesichts der aktuellen Marktlage eine von mehreren Optionen, die wir untersuchen“, sagte der scheidende langjährige EADS-Finanzvorstand, Hans Peter Ring, gegenüber der „Financial Times Deutschland“ (FTD – Freitagausgabe). „Meine Hauptsorge sind die Ratingherabstufungen einiger Banken, noch vor den Risiken bei der Entwicklung des A350“, begründete der Manager das Gedankenspiel.
Dennoch solle sich an der engen Zusammenarbeit mit den Banken nichts ändern. Schließlich verwies Ring darauf, dass auch andere Großkonzerne, wie Siemens oder Daimler eigene Banklizenzen hätten.
Von einer eigenen Banklizenz verspricht sich EADS nicht nur Vorteile bei der Geldanlage, sondern auch bei der Beschaffung von Mitteln über die Europäische Zentralbank (EZB). Außerdem gibt Ring zu bedenken: „Mittlerweile haben wir in vielen Fällen ein besseres Rating als unsere Partnerbanken. In der Vergangenheit war das meist umgekehrt. Natürlich müssen wir unser Geld so anlegen, dass es sicher wieder verfügbar ist.“
EADS hat zurzeit rund 11 Milliarden Dollar angelegt. Wie viel bei welchen Instituten angelegt werde, richte sich nach deren Risikoprofil. Daraus ergäben sich von EADS gesetzte Kreditlimits pro Institut.



