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    ESBies - ein Ansatz zur Bewältigung der Schuldenkrise?

    Freitag 20.01.2012, 14:27 Uhr
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    Im Dschungel der Akronyme rund um EZB, IWF, EFSF und ESM kommen weitere Kandidaten hinzu: EDA, ESBies und JBs wollen auch mitmachen.

    Euro-Nomics, eine internationale Forschungsgruppe rund um den deutschen Ökonomen und Professor der amerikanischen Elite-Uni Princeton Markus Brunnermeier, hat ein Konzept erarbeitet, das durch die Umstrukturierung von Staatsanleihen aller Euroländer einen neuen begehrenswerten Super-Bond erschaffen und so Europa aus dem Strudel der Staatsschuldenkrise führen soll.

    Der Bedarf an sicheren Anlagen ist hoch

    Im Zentrum des Modells steht die Idee einer sicheren Anlage (engl.: safe asset), die sich v.a. durch ihre hohe Liquidität und ihr minimales Ausfallrisiko kennzeichnet und von allen Marktteilnehmern fast unbegrenzt nachgefragt wird. So müssen beispielsweise Banken und Pensionsfonds regulatorischen Vorgaben Rechnung tragen und decken sich mit safe assets ein; Zentralbanken verlangen sie als Sicherheit für ihre Kredite und sogar die risikofreudigsten und spekulativsten Anleger parken ihre Investments zumindest kurzfristig in sicheren Anlagen. Die weltweit einzige Anlage, die diesen hohen Ansprüchen in seiner umfassendsten Form gerecht wird, sind U.S. Treasuries. Denn trotz seiner enormen Wirtschaftskraft und seinem hochentwickelten Finanzsystem, kann Europa mit seinem fragmentierten Bondmarkt keine einheitliche Anlage als Alternative bieten. Stattdessen betrachtete sowohl die Politik, als auch Regulierungsbehörden und Investoren die einzelnen Staatstitel innerhalb des Euroraums jahrelang als sicher- ein Trugschluss, wie man nun schmerzhaft erfahren muss.

    Hierin sehen die Autoren des Vorschlags eine gewichtige Ursache der strukturellen Probleme der Eurozone, die in der aktuellen Staatsschuldenkrise münden:

    Erstens gäbe es eine Art Teufelskreis, dem die Markterwartung zugrunde liegt, Staaten würde ihre nationalen Banken im Krisenfall retten (müssen). Diese haben sich über die letzten Jahre hinweg mit den vermeintlich risikolosen und als Sicherheit bei der EZB dienenden Schuldtiteln der Regierungen vollgesogen. Bläst diesen nun wie seit längerem ein rauer Wind ins Gesicht, sinkt das Marktvertrauen in die Solvenz der Länder, die Anleihen in den Büchern der Banken verlieren an Wert, die Wahrscheinlichkeit einer Rettungsaktion steigt, was wiederum die finanzielle Belastung für die Länder erhöhen würde und deren Anleihewerte weiter purzeln lässt…

    Zweitens hätten Kapitalströme zwischen dem Kern der Eurozone und der Peripherie zu Ungleichgewichten und Störungen geführt. In der Annahme geringen Risikos floss in Zeiten des Booms eine Menge Kapital in die jetzigen Krisenländer, um dort höhere Renditen zu erzielen. Nun, in Zeiten von Turbulenzen, fließt mindestens genauso viel wieder zurück auf der Suche nach einem sicheren Hafen, der innerhalb der Eurozone momentan fast ausschließlich in Deutschland gesehen wird. Diese massiven Kapitalbewegungen führten und führen noch zu relativen Preisänderungen, die nicht zuletzt eine Hauptursache für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit einiger Peripherieländer darstellen.
     

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