• EU-Gipfel stellt Börsenampeln auf Grün

    Dienstag 31.01.2012, 13:33 Uhr
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    DJ XETRA-MITTAG/EU-Gipfel stellt Börsenampeln auf Grün

    FRANKFURT (Dow Jones) - Am deutschen Aktienmarkt bauen die Kurse ihre Gewinne am Dienstagmittag weiter aus. Der DAX gewinnt gegen 13.22 Uhr 1,0 Prozent oder 67 auf 6.511 Punkte. Die Risikobereitschaft nimmt nach dem Brüsseler EU-Gipfel zu, die Angst vor einer Rezession weicht. Viele Investoren sind laut Händlern noch unterinvestiert und bauen ihre Positionen aus. "Die Zuversicht steigt weiter an, und die Profis geben ihre Zurückhaltung auf", so Manfred Hübner von Sentix, einem Haus für Stimmungsanalysen am Markt. Auch der Euro macht die Verluste vom Wochenauftakt wett und steht wieder an der Marke von 1,32 USD.

    Der EU-Gipfel vermittelt zumindest vordergründig ein Bild der Geschlossenheit. Immerhin 25 der 27 Staaten der Europäischen Union haben dem Fiskalpakt zugestimmt, mit dem die Finanzlage und die Wettbewerbsfähigkeit der Länder verbessert und das Ansehen der Gemeinschaftswährung wieder hergestellt werden sollen. Darüber hinaus segneten sie die vorzeitige Einführung des permanenten Rettungsschirms ESM im Juli ab. "Damit ist der Gipfel zwar ohne Überraschungen geblieben, letztlich stellt sich die EU damit langfristig aber besser auf, als die meisten anderen Wirtschaftsräume", sagt ein Marktteilnehmer. Noch dazu stellte Griechenlands Regierungschef Loukas Papademos in Aussicht, dass die Hängepartie bei den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für Athen bis Ende der Woche abgeschlossen sein könnten.

    Vereinzelt heißt es aber auch, eine Lösung der Griechenland-Krise sei möglicherweise bereits eingepreist. "Im Bereich der jüngsten Jahreshöchststände bei gut 6.575 Punkten könnte die Luft dünn werden", meint ein Händler. Als unterstützt gilt der DAX im Bereich um 6.350 Punkte, hier treffen sich die 200-Tage-Linie und der kurzfristige seit Dezember etablierte Aufwärtstrend.

    Für neue Impulse dürften vor allem die für den Nachmittag avisierten US-Konjunkturdaten sorgen. Auf dem Programm steht unter anderem der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe der Region Chicago. Für Januar erwarten Volkswirte einen Anstieg auf 62,3 von 62,2 Punkten im Vormonat. Manchen Ökonomen gilt der Index als guter Vorläufer für den landesweiten ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe. Andere Volkswirte sprechen ihm wegen der dominierenden Rolle der Automobilindustrie in der Region Chicago diese Funktion allerdings ab. Zudem wird der vom US-Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Index des Verbrauchervertrauens erwartet. Hier lautet der Ökonomenkonsens für Januar auf 68,5 nach 64,5 Punkten im Vormonat.

    Mit angeführt wird die Gewinnerliste von ThyssenKrupp mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 21,68 Euro. Der Verkauf der Edelstahl-Tochter an den finnischen Outokumpu-Konzern spült 2,7 Milliarden Euro in die Kassen. Die Erwartungen hätten bei 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro gelegen. "Thyssen kann die Schulden senken, Outokumpu kommt geografisch näher an seine Kunden und die Überkapazitäten in Europa werden abgebaut", lautet das Fazit für Michael Broeker, Analyst bei Steubing.

    Noch stärker aufwärts geht es mit HeidelbergCement, die um 3,5 Prozent steigen auf 38,39 Euro. Das milde Wetter in Europa habe die Nachfrage nach Baumaterialien im Dezember deutlich angetrieben, heißt es von Jefferies.

    Auf der anderen Seite geben einige so genannte konjunkturunabhängige oder defensive Werte nach. "Der Markt setzt auf Konjunktur und Zyklik, alles andere bleibt außen vor", meint ein Händler. Beiersdorf, Henkel und Deutsche Telekom geben alle etwa ein dreiviertel Prozent ab.

    In der zweiten Reihe steigt der MDAX um 1,8 Prozent, der TecDAX zieht um 1,4 Prozent an. Hier gewinnen Gigaset 12,6 Prozent auf 2,71 Euro. Der Telefon-Hersteller ist im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt. Heiko Feber, Analyst bei Lampe, bewertet vor allem die hohe Cash-Generierung von 62 Millionen Euro im vergangenen Jahr positiv. Allerdings sei bislang noch unklar, ob es sich dabei lediglich um einen Einmaleffekt gehandelt habe.

    -Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires, 
    +49(0)69-29725217, herbert.rude@dowjones.com 
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