• EZB: Details zu Swap-Geschäften Griechenlands gefährden Marktstabilität

    Donnerstag 14.06.2012, 19:28 Uhr
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    New York (BoerseGo.de) – Die Europäische Zentralbank (EZB) weigert sich eine Anfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg zu beantworten und Dokumente zu veröffentlichen, die Einblicke in die umstrittenen Swap-Geschäfte zwischen Goldman Sachs und Griechenland gewähren würden.

    Griechenland hatte mit diesen Geschäften seine tatsächliche Schuldenlast lange Zeit verschleiert. Die EZB begründete ihre Verweigerung bezüglich einer Offenlegung der entsprechenden Dokumente damit, dass eine Veröffentlichung die gegenwärtige Krise verschärfen könnte, so ein Bericht der Nachrichtenagentur.

    Bloomberg will die Herausgabe der Dokumente nun gerichtlich erzwingen. Bloomberg News fordert von der EZB die Herausgabe von zwei internen Papieren, die für das sechsköpfige Direktorium der Zentralbank ausgearbeitet worden sind. Bloomberg glaubt, dass darin die schuldenverschleiernden Derivategeschäfte von Griechenland behandelt werden.

    In der größten bisher bekannten Derivate-Transaktion hatte Griechenland im Jahr 2001 von Goldman Sachs 2,8 Milliarden Euro geliehen. Durch das Swap-Geschäft konnte eine geringere griechische Schuldenlast ausgewiesen werden. Die griechischen Behörden haben laut Bloomberg Eurostat über das komplexe Geschäft nicht informiert.

    „Die Offenlegung im Jahr 2010 als Bloomberg News erstmals eine Offenlegung anforderte, hätte die Märkte verunsichert. Es war in Griechenland eine jetzt mit Spanien vergleichbare Situation. Spanien hat derzeit Schwierigkeiten sich Geld zu leihen. Die Märkte sind sehr volatil und reagieren sehr empfindlich, was die Wirtschaft belasten kann“, sagte EZB-Anwältin Marta Lopez Torres heute bei einer Anhörung vor dem Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg.

    "Die Märkte funktionieren besser wenn Transparenz besteht. Die Frage ist, wer wusste was und wann? Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren wie Griechenland seine Schulden so lange verbergen konnte“, äußerte Timothy Pitt-Payne, ein Anwalt der Bloomberg vertritt.

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