1. Der vorläufige Wert für den Gesamteinkaufsmanagerindex (Composite) für Euroland blieb im Juni mit einem Stand von 46,0 Punkten unverändert gegenüber dem Vormonat. Damit hat sich die Stimmung bei den Unternehmen unerwartet nicht verschlechtert (Reuters-Consensus: 45,5; DekaBank: 45,3). Unerwartet vor allem bei der deutlich gestiegenen Unsicherheit durch die sich verschärfende Bankenkrise in Spanien und im Vorfeld der griechischen Parlamentswahlen. Die Unternehmer in Euroland sind scheinbar nicht so leicht zu erschüttern. Allerdings eine Entwarnung signalisiert der Einkaufsmanagerindex im Juni sicherlich nicht. Denn er hat sich lediglich seitwärts auf dem niedrigsten Stand seit knapp drei Jahren bewegt und ist deutlich von der Expansionsmarke (50 Punkte) entfernt.
2. Die Stagnation beim Gesamtindex für Euroland im Juni beruht auf einem Anstieg beim Teilin-dex für die Dienstleister und einem Rückgang für das verarbeitende Gewerbe. Mit einem Stand von 44,8 Punkten erreichte der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe den niedrigsten Wert seit mehr als drei Jahren.
3. Mit den vorläufigen Eurolanddaten wurden auch vorläufige Zahlen für Deutschland und Frank-reich gemeldet. Die Indizes entwickelten sich in beiden Ländern gegenläufig. Während sie in Deutschland zurückgegangen sind, konnte Frankreich mit Anstiegen positiv überraschen. Die größte Enttäuschung war der erneute Rückgang beim deutschen Teilindex für das verarbeitende Gewerbe. Der Index fiel auf einen Stand von 44,7 Punkten (-0,5 Punkte) und erreichte damit ein Dreijahrestief. Auf der anderen Seite war die größte positive Überraschung der deutliche Anstieg bei den französischen Dienstleistern. Dort stieg der Index auf ei-nen Wert von 47,3 Punkten (+2,2 Punkte). Insgesamt betrachtet, bleiben die Bewegungen der deutschen und französischen Einkaufsmanagerindizes aber im Rezessionsbereich
.4. Im Rest der Europäischen Währungsunion (EWU) sollte sich der Index für die Dienstleister im Schnitt um 0,2 Punkte verschlechtert haben. Beim verarbeitenden Gewerbe ergibt sich im Durchschnitt ein Rückgang für die restlichen Länder von rund 0,6 Punkten. Damit schrumpft die Hoffnung deutlich, dass aus Spanien und Italien ein Zeichen der Verbesserung von den Einkaufsmanagerindizes im Juni ausgehen könnte.

5. Das Signal ist auch trotz unveränderten Gesamteinkaufsmanagerindex im Juni ein klares Re-zessionssignal. Mit den Juni-Werten wurde das zweite Quartal vervollständigt. Der Quartalsdurchschnitt der Einkaufsmanagerindizes weist auf eine Schrumpfung der realwirtschaftlichen Aktivität in Euroland im zweiten Quartal hin.
Quelle: DekaBank



