• Europas Börsen kaum verändert - Hoffnung auf Erlösung in Athen

    Dienstag 07.02.2012, 18:27 Uhr
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    FRANKFURT (Dow Jones) - Wenig verändert haben Europas Börsen am Dienstag die Sitzung beendet. Hoffnungen auf ein Ende der Hängepartie in Griechenland und positiv aufgenommene Aussagen von US-Notenbankgouverneur Ben Bernanke sorgten für eine deutliche Erholung am Nachmittag. Vor allem Bankenwerte konnten sich vom Tagestief ins Plus hieven. Die meisten Länderbörsen schlossen im Plus. Unter Druck standen nur die rohstoffnahen Grundstoffwerte (Basic Resources) mit der geplanten Fusion von Xstrata und Glencore. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,3 Prozent oder 6 auf 2.514 Zähler, der Stoxx-50 gab dagegen um 0,2 Prozent bzw 5 auf 2.497 Punkte nach.

    Bewegung in Griechenland - Hoffen auf Erlösung bis Donnerstag

    Für eine kräftige Erholung von den Tagestiefs sorgten Berichte über Bewegung in Griechenland: Per Donnerstag soll nun der Abschlussbericht der Troika aus IWF, EZB und EU vorliegen, hieß es aus Quellen deutscher Regierungskreise. Damit dürfte die endgültige Entscheidung über das Rettungspaket dann vorliegen. "Die scharfen Worte von Merkel-Sarkozy gestern haben wohl etwas bewirkt", sagte ein Händler. Wie erwartet hätten die Vorschläge wie ein Sonderkonto für Zinszahlungen zu einem Aufschrei in der Presse geführt und den Griechen klar gemacht, dass die Geduld der EU am Ende sei.

    Bereits zuvor gab es Berichte, die griechische Regierung arbeite an einem Dokument, in dem die Eckpunkte für das zweite Rettungspaket aufgeführt würden. Anschließend werde das Papier von den Spitzenpolitikern des Landes unter die Lupe genommen. Die Vorsitzenden der drei Koalitionsparteien, die die griechische Übergangsregierung tragen, wollten sich am Berichtstag um 20.00 Uhr (MEZ) mit Ministerpräsident Lucas Papademos treffen.

    Der Euro sprang darauf fast anderthalb US-Cent auf 1,3250 Dollar, der Stoxx-Index der Bankenwerte wurde mit 0,6 Prozent Plus Tagesgewinner. Sektorwerte wie UniCredit legten sogar 4,7 Prozent zu, BNP Paribas um 2,1 Prozent und Societe Generale um 1,2 Prozent.

    Bernanke-Aussagen stützen Hoffnung auf geldpolitische Stimuli

    Für gute Stimmung sorgten auch Ben Bernankes Aussagen vor dem US-Kongressausschuss. Bernanke wiederholte dabei seine bisherige Einstellung, dass Fiskalpolitik aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit notwendig sei. Die Inflation bezeichnete er als gering, womit ein mögliches Hindernis für weitere quantitative Lockerung ausgeräumt sei, hieß es im Handel. "Nach den superguten US-Arbeitsmarktdaten hatte der Markt natürlich befürchtet, dass hier etwas zurückgerudert wird", sagte ein Händler.

    Fusion im Minensektor - Xstrata und Glencore gehen zusammen

    Xstrata und Glencore reagierten mit deutlichen Abschlägen auf die Details der geplanten Fusion. Händler werteten sie als "noch nicht ganz in trockenen Tüchern". "Auf das Austauschverhältnis gehört auf jeden Fall eine Risikoprämie, das Ganze kann immer noch scheitern", sagte ein Händler mit Verweis auf das Umtauschangebot von 2,8 Glencore-Aktien je Xstrata-Titel.

    Schließlich sei gerade nach dem Fall NYSE-Deutsche-Börse deutlich geworden, dass die EU sehr kritisch gegen Fusionen vorgehe und sich nicht um Fakten wie die Existenz größerer Wettbewerber kümmere, so wie bei den Börsen der OTC-Markt. Auch die Zustimmung aller Xstrata-Aktionäre sei lange noch nicht sicher. Verschärft worden sei die Situation nun durch Stimmen aus Japan. Dort erklärte Vize-Handelsminister Matsushita, dass die geplante Fusion für sein Land ein "Besorgnis" darstelle. Glencore verloren 3,8 Prozent auf 443 Pence, Xstrata 4,9 Prozent auf 1.200 Pence.

    ArcelorMittal nach Geschäftszahlen fest

    ArcelorMittal legten nach Geschäftszahlenvorlage um 3,3 Prozent auf 16,69 Euro zu. Der Ausblick ist nach Einschätzung der Societe Generale ermutigend ausgefallen. Das Unternehmen hat angekündigt, dass sich das EBITDA im ersten Halbjahr 2012 besser als im zweiten Halbjahr 2011 entwickeln soll. Die Analysten begrüßten, dass die Unternehmensführung von einer besseren Stimmung im ersten Quartal sprach.

    BP und UBS enttäuschen

    Die Geschäftszahlen von BP sind nur dank einer niedrigeren Steuerquote besser als erwartet ausgefallen. Die geringe Steuerquote sei hauptsächlich auf den Verkauf von Unternehmensteilen zurückzuführen und daher nicht nachhaltig, warnte RBC. Das Raffineriegeschäft habe sich sogar 18 Prozent schlechter entwickelt als geschätzt. Die Aktie des britischen Ölriesen verlor darauf 0,6 Prozent auf 487 Pence und war die einzige Aktie im Energiesektor im Minus.

    Auch die schweizerische Großbank UBS hatte im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres rund 75 Prozent weniger verdient als im Vorjahr und die Markterwartungen deutlich verfehlt. Der einstige Gewinntreiber - der Handel mit Aktien und Anleihen - brach ein. Im Investmentbanking fiel aufgrund der schwierigen Marktbedingungen ein Vorsteuerverlust an. Für das angelaufene Jahr äußerte sich die Bank dabei vorsichtig. Im vierten Quartal 2011 brach der Nettogewinn auf 393 Millionen Franken ein. Im Vorjahr hatte die Bank noch 1,66 Milliarden Franken verdient. Analysten hatten im Konsens zwar einen herben Einbruch erwartet, aber mit 739 Millionen Franken deutlich mehr erhofft. UBS fielen um 1,4 Prozent auf 13,02 Franken.

    LVMH verloren 2,6 Prozent auf 125,30 Euro. Hier hat die Großaktionärsfamilie Bulgari rund 4,5 Millionen Aktien am Markt platziert. Die Nachfrage nach den Titeln des Luxusgüterkonzerns war nach Händlerangaben aber ausgezeichnet.

    Europäische Schlussstände von Dienstag, den 7. Februar 2012:

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                 Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
                                   stand      absolut         in %          seit 
                                                                    Jahresbeginn 
    Europa       Euro-Stoxx-50   2514,12         6,23        +0,2%           8,5 
                 Stoxx-50        2497,10        -4,86        -0,2%           5,4 
                 Stoxx-600        263,55        -0,72        -0,3%           7,8 
    Frankfurt    XETRA-DAX       6754,20       -10,63        -0,2%          14,5 
    London       FTSE-100        5890,26        -1,94        -0,0%           5,8 
    Paris        CAC-40          3411,54         6,27        +0,2%           8,0 
    Amsterdam    AEX
                                                                
                                                                        325,97         0,91        +0,3%           4,3 
    Athen        ATHEX-20         340,93        10,49        +3,2%          28,7 
    Brüssel      BEL-20          2286,26        -2,09        -0,1%           9,7 
    Budapest     BUX            19655,69      -245,19        -1,2%          15,8 
    Helsinki     OMXH-25         2176,89        -9,43        -0,4%          12,1 
    Istanbul     NAT30          73612,23      -135,52        -0,2%          19,3 
    Kopenhagen   OMXC-20          436,34         4,51        +1,0%          11,9 
    Madrid       IBEX-35         8846,90        11,60        +0,1%           3,3 
    Mailand      FTSE-MIB       16491,71       101,89        +0,6%           9,3 
    Moskau       RTS             1632,35         5,89        +0,4%          18,1 
    Oslo         OBX              375,97        -2,07        -0,5%           5,1 
    Prag         PX              1002,30        -9,00        -0,9%          10,0 
    Stockholm    OMXS-30         1074,37         0,26        +0,0%           8,8 
    Warschau     WIG-20          2374,64       -15,63        -0,7%          10,7 
    Wien         ATX             2233,24         6,28        +0,3%          18,1 
    Zürich       SMI
                                                                
                                                                       6157,59        10,56        +0,2%           3,7 
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