• Europas Börsen saugen überschüssige Liquidität auf

    Mittwoch 01.02.2012, 18:42 Uhr
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    FRANKFURT (Dow Jones) - Die europäischen Börsen haben zur Wochenmitte stark zugelegt. Marktteilnehmer hatten nach den Gewinnen der Vorwochen eigentlich eine Konsolidierung erwartet. Nach verhaltenem Start ging es dann jedoch kräftig nach oben. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 2,2 Prozent oder 54 auf 2.471 Punkte, der Stoxx-50 zog um 1,7 Prozent bzw 41 auf 2.463 Punkte an. Beide Indizes kletterten im Verlauf auf neue Jahreshochs.

    Händler taten sich mit Erklärungen für die Entwicklung etwas schwer. Gute Einkaufsmangerindizes aus China und der Eurozone lieferten zwar eine bequeme Begründung, aber wahrscheinlicher ist, dass viele Marktteilnehmer noch nicht ausreichend investiert sind und daher kaufen müssen. Die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt für Griechenland zogen sich weiter hin, doch hoffen Markteilnehmer auf einen erfolgreichen Ausgang. Eine Auktion portugiesischer Staatsanleihen mit Laufzeiten von drei bzw sechs Monaten verlief ordentlich. Das Land konnte mit 1,5 Milliarden Euro das maximal geplante Volumen platzieren. Die Anleiherenditen in den verschuldeten europäischen Staaten entwickelten sich rückläufig und signalisierten Entspannung.

    Automobilwerte gefragt - Fiat nach Zahlen gesucht

    Die Autowerte waren mit 3,6 Prozent Plus einer der stärksten Sektoren. Italiens Automobilkonzern Fiat konnte sich über seine US-Tochter Chrysler freuen. Sie verhalf dem Unternehmen zu einer Verdoppelung des Umsatzes im vierten Quartal auf 19,6 Milliarden Euro. Mit einem um 73 Prozent höheren Nettogewinn von 265 Millionen Euro übertraf die Fiat SpA dabei auch die Erwartungen der Analysten. Im Gesamtjahr brachte es Fiat auf einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 59,6 Milliarden Euro. Analysten hatten dem Konzern nur einen Gewinn von 1,49 Milliarden Euro zugetraut. Die Aktie zog um sechs Prozent auf 4,86 Euro an. VW profitierten von starken US-Absatzzahlen und rückten um 2,4 Prozent auf 138,65 Euro vor.

    Versorger auffallend stark

    Der Versorgersektor kam mit 1,9 Prozent Aufschlag gut voran. Die Ergebnisse von Enel fielen solide aus. Nach Einschätzung der UBS konnte der Verschuldungsgrad wie erwartet zurückgeführt werden. Diese Kennziffer wird bei Enel genau verfolgt, da das Unternehmen seit der Übernahme von Endesa der am höchsten verschuldete Versorger in Europa ist. Enttäuscht waren Händler aber über die verschobene Zwischendividende. Mit 0,5 Prozent Gewinn auf 3,14 Euro hinkte die Aktie daher dem Sektor hinterher. RWE zogen dagegen um 4,9 Prozent auf 30,68 Euro an. Morgan Stanley hatte die Aktie auf eine Liste besonders aussichtsreicher Werte genommen, die so genannte "Best Idea List".

    Roche belastet Pharmasektor

    Die Pharmawerte kamen dagegen mit 0,6 Prozent Aufschlag nicht recht vom Fleck. Die Ergebnisse von Roche im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 wurden von Analysten verschiedener Häuser zwar als solide eingeschätzt. Analyst Martin Voegtli von Kepler wies jedoch darauf hin, dass positive Überraschungen ausgeblieben sind und die Kernmarge im Pharmasegment hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.

    Die Analysten der Helvea werteten den Ausblick der Eidgenossen als Enttäuschung. "Vielleicht ist das Management vorsichtig, aber die Leute werden ihre Schätzungen für dieses Jahr herabsetzen müssen", argumentierte Analyst Karl-Heinz Koch. Roche sanken um 0,8 Prozent auf 154,60 Franken.

    Schwache Absatzzahlen von Imperial Tobacco verrauchen

    Imperial Tobacco stiegen trotz schwacher Absatzzahlen. Die Zahl der verkauften Zigaretten war im ersten Quartal um 7 Prozent zurück gegangen, der Umsatz bereinigt um Währungseffekte um 1 Prozent gesunken. Die Analysten der Credit Suisse meinten allerdings, dass der schwache Absatz durch temporäre Sonderfaktoren beeinflusst worden sei. Positiv falle die starke Preisentwicklung auf. Sie sehen daher keinen Anlass, ihre Gewinnschätzungen anzupassen. Die Absatzzahlen sollten in Zukunft wieder anziehen. Imperial stiegen um 1,5 Prozent auf 2.303 Pence.

     
    Europäische Schlussindizes von Mittwoch, 1. Februar: 
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                 Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
                                   stand      absolut         in %          seit 
                                                                    Jahresbeginn 
    Europa       Euro-Stoxx-50   2468,60        51,94        +2,1%           6,6 
                 Stoxx-50        2461,86        39,58        +1,6%           3,9 
                 Stoxx-600        259,32         4,91        +1,9%           6,0 
    Frankfurt    XETRA-DAX       6616,64       157,73        +2,4%          12,2 
    London       FTSE-100        5790,72       109,11        +1,9%           4,0 
    Paris        CAC-40          3367,46        68,91        +2,1%           6,6 
    Amsterdam    AEX
                                                                
                                                                        325,15         6,68        +2,1%           4,1 
    Athen        ATHEX-20         338,28        -0,22        -0,1%          27,7 
    Brüssel      BEL-20          2264,73        57,93        +2,6%           8,7 
    Budapest     BUX            19148,56       257,49        +1,4%          12,8 
    Helsinki     OMXH-25         2153,77        60,18        +2,9%          10,9 
    Istanbul     NAT30          71263,75      1957,85        +2,8%          15,5 
    Kopenhagen   OMXC-20          416,66         8,13        +2,0%           6,9 
    Madrid       IBEX-35         8696,60       187,40        +2,2%           1,5 
    Mailand      FTSE-MIB       16264,55       436,50        +2,8%           7,8 
    Moskau       RTS             1599,56        22,27        +1,4%          15,8 
    Oslo         OBX              372,79         6,84        +1,9%           4,2 
    Prag         PX               983,30        12,00        +1,2%           7,9 
    Stockholm    OMXS-30         1065,29        28,95        +2,8%           7,8 
    Warschau     WIG-20          2363,60        31,43        +1,3%          10,2 
    Wien         ATX             2138,24        61,75        +3,0%          13,0 
    Zürich       SMI
                                                                
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