FRANKFURT (Dow Jones) - Europas Börsen haben sich am Mittwoch zwischen China-Hoffnungen und neuen Sorgen um Griechenland bewegt. Zunächst beförderten gute Nachrichten aus China die Risikobereitschaft der Anleger. Der Gouverneur der People's Bank of China, Zhou Xiaochuan, stellte in der Nacht während des Pekinger EU-China-Gipfels weitere Käufe von in Euro denominierten Vermögenswerten in Aussicht. Dann kamen aber neue Unsicherheiten um Griechenland auf. Bislang haben sich die griechischen Parteiführer schriftlich nicht ausreichend verpflichtet, die mit der Troika vereinbarten Sparbemühungen auch nach der Wahl im April umzusetzen.
Der Euro-Stoxx-50 ging letztlich mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent oder 6 auf 2.493 Punkten aus dem Handel. Im Tageshoch notierte der Index bei 2.520 Stellen. Der Stoxx-50 legte 0,3 Prozent bzw 8 auf 2.492 Stellen zu. Laut dem Bundesfinanzministerium ist es zentral, dass die Fortdauer des griechischen Reformprogrammes über den anstehenden Wahltag hinaus sichergestellt werde. Diese "Verlässlichkeit" über den griechischen Wahltag hinaus sei für weitere Hilfen an Griechenland nötig.
Aus Kreisen verlautete, die Eurogruppe solle erst den Ausgang der Parlamentswahl im April abwarten und dann sehen, wie sich die griechischen Parteien zu den Reformverpflichtungen verhielten. Einige Länder aus der Eurozone zögen daher einen Überbrückungskredit für das angeschlagene Land in Erwägung, sagte der Insider. Griechenland muss im März Anleihen mit einem Volumen von 14,5 Milliarden Euro zurückzahlen, sonst droht die Pleite.
Halbleiter hoffen auf Elpida-Pleite - Infineon-Schock abgearbeitet
Kräftig im Plus zeigten sich die europäischen Halbleiterwerte. Sie profitierten von der Hoffnung auf einen nachlassenden Preisdruck in der Branche. Auslöser waren düstere Perspektiven für den DRAM-Hersteller Elpida. Nach ergebnislosen Verhandlungen mit staatlichen Stellen und privaten Gläubigern haben die Japaner ein dickes Fragezeichen hinter die Fortsetzung ihres Geschäfts gesetzt. Für die Aktien ging es daraufhin fast 15 Prozent nach unten. Nach dem Motto "Des einen Leid, des anderen Freud", zogen die Kurse der Wettbewerber Hynix und Samsung kräftig an.
In Europa stiegen ST Micro 2,6 Prozent auf 5,26 Euro und ASML 1,4 Prozent auf 35,01 Euro. Auch Infineon profitierten davon, nachdem die Aktie am Vortag fast 5 Prozent abgestürzt war. Belastet hatte hier eine Schadensersatzforderung von 1,7 Milliarden Euro durch den Insolvenzverwalter von Qimonda. Händler und Analysten sehen diese Forderung jedoch immer mehr als "unrealistisch" an. Die Infineon-Aktie ging mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 7,35 Euro aus dem Handel.
Öl- und Gassektor bleiben nach ENI-Zahlen zurück
Etwas unter den Erwartungen sei der operative Gewinn von ENI im vierten Quartal ausgefallen, monierten die Analysten von Bernstein. Die Schwäche im Erdgas- und Raffineriegeschäft im Schlussvierteljahr habe auch die übrigen europäischen Ölgesellschaften getroffen. Auch der Ausblick, wonach das Umfeld im laufenden Jahr schwierig bleiben werde, sei nicht eben beruhigend. ENI verloren 0,4 Prozent auf 17,31 Euro. Der Öl- und Gassektor ging unverändert aus dem Handel.
Banken steigen mit Hoffen auf chinesische Hilfen und BNP
Trotz der anhaltenden Unsicherheiten um Griechenland ging der Bankensektor 0,8 Prozent fester aus dem Handel. Der Sektor wurde getragen von der Hoffnung über chinesische Finanzhilfen für die Eurozone sowie guten Geschäftszahlen von BNP Paribas. Die Zahlen kamen im Handel gut an. "Nettoergebnis und Core-Tier-1 über den Erwartungen", sagte ein Marktteilnehmer. Damit hebe sich das französische Kreditinstitut wohltuend von den übrigen europäischen Banken ab: "Credit Suisse, Deutsche Bank und UBS - alle haben sie enttäuscht." Für BNP ging es 4,1 Prozent auf 34,89 Euro nach oben.
Europäische Schlussbörsen vom Mittwoch, 16. Februar .=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2493,96 5,67 +0,2% 7,7 . Stoxx-50 2492,25 8,10 +0,3% 5,2 . Stoxx-600 264,16 1,60 +0,6% 8,0 Frankfurt XETRA-DAX 6757,94 29,75 +0,4% 14,6 London FTSE-100 5892,16 -7,71 -0,1% 5,8 Paris CAC-40 3390,35 14,71 +0,4% 7,3 Amsterdam AEX 322,86 0,99 +0,3% 3,3 Athen ATHEX-20 319,19 -23,84 -6,9% 20,5 Brüssel BEL-20 2232,61 -1,77 -0,1% 7,2 Budapest BUX 19132,49 85,66 +0,4% 12,7 Helsinki OMXH-25 2215,53 25,97 +1,2% 14,1 Istanbul NAT30 72625,73 298,30 +0,4% 17,7 Kopenhagen OMXC-20 453,12 10,94 +2,5% 16,2 Madrid IBEX-35 8741,60 -30,30 -0,3% 2,0 Mailand FTSE-MIB 16513,21 67,30 +0,4% 9,4 Moskau RTS 1661,36 17,26 +1,0% 20,2 Oslo OBX 387,05 5,19 +1,4% 8,2 Prag PX 1006,50 1,80 +0,2% 10,5 Stockholm OMXS-30 1082,70 13,05 +1,2% 9,6 Warschau WIG-20 2335,41 6,09 +0,3% 8,9 Wien ATX 2185,18 9,47 +0,4% 15,5 Zürich SMI 6198,34 34,52 +0,6% 4,4 .=== DJG/mpt/raz
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