• Eurozone-Sorgen lassen deutsche Renditen weiter sinken

    Freitag 01.06.2012, 10:23 Uhr
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    FRANKFURT (Dow Jones) - Die Sorgen um eine Verschärfung der Eurozone-Schuldenkrise lassen Investoren weiter in den "sicheren Hafen" der deutschen Anleihen flüchten. Auch weiter fallende Renditen sind hier kein Hindernis. So rutschte die Rendite der zweijährigen deutschen Schatzanweisung im frühen Handel am Freitag auf ein Allzeittief von minus 0,003 Prozent ab. Erst in der Vorwoche war der Kupon der bis 2014 laufenden Papiere erstmals auf 0 Prozent gesetzt worden. Aktuell klettern die Renditen aber wieder etwas und notieren 0,006 Prozent im Plus. Auch bei den zehnjährigen Titeln geht der Rendite-Rückgang unverändert weiter. Hier wurde am Morgen mit 1,199 Prozent ein Rekordtief markiert.

    Fundamental hat die Furcht vor einer weiteren Eskalation der Banken- und Staatsschuldenkrise im Gemeinsamen Währungsgebiet die Märkte unverändert fest im Griff. "Lediglich die Europäische Zentralbank hat die Feuerkraft, sich als Lender of Last Resort der Probleme anzunehmen, die die Kapitalmärkte derzeit ängstigen", sagt Mike Ingram von BGC Brokers. Die Währungshüter um EZB-Präsident Mario Draghi sind aber nach wie vor weit davon entfernt, die Refinanzierung von Kreditinstituten und Ländern mit der Notenpresse sicherzustellen.

    Hauptgrund zur Sorge ist weiter die Lage in Spanien. Dort leiden die Banken nach der geplatzten Immobilienblase unter faulen Krediten und müssen dringend saniert werden. Alleine für Bankia, das drittgrößte Kreditinstitut des Landes, muss die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy 19 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Gleichzeitig können sich die Iberer aber nur noch über horrende Zinsen am Kapitalmarkt refinanzieren. Noch dazu droht die spanische Grippe auf Italien überzugreifen. Bei einer Versteigerung zehnjähriger Schuldtitel musste das Land in dieser Woche mehr als 6,0 Prozent zahlen. Zudem war die Nachfrage für die Titel vergleichsweise schwach.

    Für eine leichte Entspannung, wenn auch nur kurzfristig, könnte das Ergebnis der Volksabstimmung über den europäischen Fiskalpakt in Irland sorgen. Umfragen vor dem Referendum hatten eine Zustimmung vorhergesagt, da aber jeder dritte Wahlberechtigte da noch unentschieden war, bleibt allerdings die Angst vor einer Ablehnung. "Eine Zustimmung wäre kein Allheilmittel für die Eurozone. Es gibt weiter sehr starke Belastungsfaktoren für die Märkte", so ein Analyst. Die Politiker seien sich unverändert nicht einig, wie den spanischen Banken und den Instituten in der Eurozone-Peripherie geholfen werden kann. Die Forderung einer Rekapitalisierung der spanischen Banken durch den ESM stößt dabei weiterhin auf den Widerstand Deutschlands.

    Zudem könnten auch die Defizitdaten der spanischen Regionen, die am Freitag veröffentlicht werden sollen, für weiteres Ungemach sorgen. Hier rechnet die Bank of Scotland (RBS) mit weiteren negativen Nachrichten. "Sollte dies der Fall sein, würden sich die Forderungen an die spanische Regierung weiter erhöhen, da die meisten Regionen de facto von den Kapitalmärkten ausgeschlossen sind", merken die Analysten der RBS an. Dies würde die Wahrscheinlichkeit von notwendigen Hilfen nochmals verstärken.

    DJG/DJN/ros/cln

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