Washington (BoerseGo.de) - Obwohl es Parallelen zu der Situation gibt, welche die USA zu Beginn der Finanzkrise durchgemacht hat, so sind die Probleme in Europa nach Ansicht des früheren US-Finanzministers Henry Paulson doch mehr komplex und ihre Lösung wird Jahre beanspruchen. "In gewissem Umfang gibt es eine Ähnlichkeit mit der Finanzkrise in den USA. Paulson hatte zur Zeit des Ausbruchs der Subprime-Krise als Finanzminister gedient. Diese Krise hatte die schlimmsten wirtschaftlichen Turbulenzen weltweit seit der Großen Depression ausgelöst. Paulson meinte nun, dass sich die USA damals einer Kollision von politischen Kräften und Marktkräften gegenübergesehen hätten. "Das Gleiche zeigt sich jetzt in Europa. Die strukturellen Probleme innerhalb der EU sind sehr schwerwiegend", so Paulson.
Das Wichtigste sei nach seinen Worten, die Banken vor einem großen Zusammenbruch zu bewahren, welcher das ganze Bankensystem in den Abgrund stürzen könnte. "Ich glaube nicht, dass Lehman Brothers für eine richtige Analogie herangezogen werden kann. Die Lehre, die man aus der Lehman-Pleite ziehen sollte, besteht darin, dass man kein großes systemisches Institut scheitern sehen möchte und ebenso wenig möchte man dies bei einem Mitgliedsstaat in Europa sehen. Nach Paulson\\'s Meinung hat EZB-Chef Mario Draghi mit der massiven Zurverfügungstellung von Liquidität einen gewaltigen Schritt zur Stabilisierung der Banken unternommen. Wichtig sei, dass es nicht zu einer ungeordneten griechischen Insolvenz komme. "Die Amerikaner schätzen keine Rettungsaktionen, keiner wünscht dies, sie sind aber sicher noch besser als die Alternative, die auf eine Katastrophe hinausliefe", so Paulson.




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