• FAZ: Desertec-Projekt nimmt Gestalt an

    Dienstag 07.02.2012, 10:59 Uhr
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    Frankfurt/ München (BoerseGo.de) - Mit einem ersten Referenzprojekt in der marokkanischen Wüste nimmt die Desertec-Initiative zur Gewinnung von Strom in den Sonnenoasen Nordafrikas für Europa konkrete Gestalt an. Welcher Bauherr nun in Marokko zum Zuge kommt, entscheiden die lokalen Behörden laut einem Zeitungsbericht im Juni. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt am Dienstag, es gebe vier 'heiße' Kandidaten für das milliardenschwere Projekt. Die Konsortien Abengoa Solar, Acwa Power, Enel sowie Flagsol, an der auch der insolvente Erlanger Projektierer Solar Millennium beteiligt ist. Die Realisierungschancen für das Projekt bezeichnete Desertec-Chef Paul van Son als "sehr hoch".

    Zunächst sollen mit der Solarthermie-Technik am Standort in Marokko gut 150 Megawatt Strom produziert werden. Final ist eine Kapazität von 500 Megawatt geplant. "Auf jeden Fall wird zwischen 2014 und 2016 der erste Strom produziert und kann auch nach Europa fließen", sagte van Son.

    Die Desertec-Initiative zielt darauf ab, bis 2050 einen Anteil von 15 bis 20 Prozent des europäischen Strombedarfs als Solar- und Windstrom aus Nordafrika zu liefern. An dem Desertec-Projekt sind namhafte deutsche Unternehmen, wie Eon, die Allianz und Siemens beteiligt. Insgesamt setzen 35 Partner auf die Initiative.

    Weitere Pilotprojekte sind in Tunesien und Algerien geplant. Sie sollen ebenfalls den Export von Wüstenstrom nach Europa testen. Die Maghreb-Staaten verfügen über Übertragungsleitungen nach Europa. In Marokko seien die für Investoren nötigen Rahmenbedingungen gegeben, sagt von Son. Der Manager rechnet damit, dass die erste Phase mit Referenzprojekten, die die technische Machbarkeit und Finanzierbarkeit von Desertec demonstrieren sollen, bis 2020 dauert.

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