New York (BoerseGo.de) - Der für seine bullische Einstellung bekannte Finanzprofessor Jeremy Siegel vertritt die Auffassung, dass der Dow Jones die Marke von 13.000 Punkten überspringen könne. Er könne binnen weniger Jahre bis auf 15.000 Punkte ansteigen, wenn im Zuge der sich verbessernden Wirtschaft wieder mehr Investoren Aktien kaufen. "Ich denke, dass wir jetzt eine stärkere Wirtschaft als vor einem Jahr haben, mit Ausnahme von Öl, das unberechenbar bleibt. Die Bewertungen von Aktien lägen sehr gut in einem Umfeld, in dem der Zinssatz bei null Prozent liege. Ähnliche Chancen bekomme man nicht sehr oft. Wir brauchen kein superschnelles Gewinnwachstum, um einen guten Markt zu sehen. Wenn die Gewinne dieses Jahr und in den Folgejahren 2013 und 2014 gleich bleiben, dann bedeutet dies immer noch Erträge, die den Markt äußerst attraktiv machen. Was heute den Unterschied zu der Zeit vor zehn Jahren bedeutet, ist der Umstand, dass man damals bei Aktien viel Geld verdienen musste, um mit den Erträgen bei Anleihen gleich zu ziehen, da die Zinsen damals wesentlich höher als die Dividendenerträge lagen.
"Wenn die Dividendenerträge über den Zinserträgen liegen, dann braucht es nicht so viel Gewinnwachstum, um immer noch mit den Aktieninvestments sehr zufrieden zu sein. Siegel räumte ein, dass er nicht immer eine bullische Einstellung hatte. Auf dem Höhepunkt der Tech-Blase im März 2000 sei er sehr bärisch gewesen. "Lag ich falsch ? Ja sicherlich", so Siegel. Ich bedauere, dass ich die Finanzkrise und den Bärenmarkt nicht vorausgesehen habe. Wie sie wissen, habe ich die Häuserblase gesehen. Ich habe nicht das Anwachsen der riskanten fremdfinanzierten Anlagen bei Bear Stearns, Lehman und all den anderen wahrgenommen, deren Scheitern die Finanzkrise im Jahr 2008 mit herbeigebracht hat. Aber der damalige Fed-Chef Alan Greenspan hat es ebenso wenig gesehen, aber er hätte ihre Bilanzen einsehen können," spaßte Siegel.




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