Bad Homburg (BoerseGo.de) – Der Gesundheitskonzern Fresenius will den Klinikbetreiber Rhön-Klinikum für schätzungsweise 1,3 Milliarden Euro übernehmen und mit seinem eigenen Klinik-Geschäft Helios zusammenführen. Wie der Dax-Konzern am Donnerstag erklärte, bietet er für jede Rhön-Aktie 22,50 Euro mit einer Minimumakzeptanzrate von 90 Prozent. Damit liege das Angebot 52 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Aus der Fusion würde der größte private Klinikbetreiber Deutschlands mit einem geschätzten Umsatzvolumen von 6 Milliarden Euro entstehen. Rhön-Gründer und Hauptaktionär Eugen Münch und seine Frau haben sich laut Fresenius-Pressemitteilung bereits mit dem Deal einverstanden erklärt. Sie halten derzeit 12,45 Prozent der Rhön-Aktien. Die Transaktion soll im dritten Quartal 2012 abgeschlossen werden.
Im Zuge der Fusion werde es jedoch möglicherweise nötig sein, einige wenige Krankenhäuser zu veräußern, um kartellrechtliche Bedenken auszuräumen, hieß es weiter in der Pressemitteilung. Fresenius will die Akquisition durch einen Syndikatkredit, eine Anleihe sowie durch eine Beteiligung von bis zu 1 Milliarde Euro finanzieren. Zudem wolle die Else-Körner-Fresenius-Stiftung einen hohen zweistelligen Millionenbetrag beisteuern.
Gleichzeitig begrüßte auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier die Mega-Fusion im privaten Kliniksektor. Sie sei ein Ausweg für die Probleme der privatisierten Uniklinik Gießen-Marburg. Damit nahm der CDU-Politiker Bezug auf den seit längerem schwelenden Konflikt um Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen zwischen dem Management des MDax-Konzerns und dem Personal. Das Klinikum hatte jüngst Ergebniseinbußen wegen versäumter Zahlungen von Klinikrechnungen hinnehmen müssen.



