Russlands Präsident Wladimir Putin macht die Verzögerungen beim Ausbau der Ostseepipeline Nord-Stream für reduzierte Gaslieferungen nach Europa verantwortlich. Die Situation zeige wie notwendig weitere Leitungen von Russland nach Westeuropa seien.
Putin kritisiert Verzögerungen bei Nord-Stream
Natürlich werden wegen dem gestiegenen Eigenbedarf durch die Kältewelle zuerst die Kunden im eigenen Land bedient, aber die Lieferkürzungen von bis zu 30 Prozent an die EU zeigen nur wie sehr neue Leitungen nach Europa gebraucht würden, so Putin bei einem Treffen mit der Gazprom-Spitze.
Ohne Verzögerungen beim Bau wäre inzwischen schon der zweite Strang der Ostseepipeline Nord-Stream fertig. "Gazprom könnte schon neue Förderstätten erschlossen haben, darunter auch in Bowanenkowskoje. Auch auf dem Stockman-Feld in der Barentssee könnte das Unternehmen aktiver arbeiten. Ich bin sicher, dass es dann solche Probleme nicht gegeben hätte", sagte Putin.
Gasexporte sollen bis 2020 deutlich steigen
Um den derzeit hohen Bedarf zu decken, erhöhte der mehrheitlich staatliche Ölkonzern Gazprom die Förderungen auf das Maximum von 1,6 Milliarden Kubikmeter pro Tag. Zusätzlich werden noch Lager angezapft, um genügend Gas zur Verfügung zu stellen. Die extremen Wetterbedingungen in Sibirien und dem Osten, sorgten bei Temperaturen von teils -50°C erstmals für einen Verbrauch von über 2 Milliarden Kubikmeter täglich.
Die geplante Schwarzmeerpipeline South-Stream soll ab Dezember und damit drei Monate früher als geplant gebaut werden. Die Ostsee-Pipeline Nord-Stream wird derzeit mit einem Strang betreiben, der zweite Strang befindet sich im Bau. Gazprom kündigte zudem bereits Machbarkeitsstudien für einen dritten und vierten Strang bei Nord-Stream an. Damit will Russland die Exportmenge an die EU von derzeit 125 Milliarden Kubikmeter bis 2020 auf 200 Milliarden Kubikmeter erhöhen.
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Quellen:
Focus Money am 06.02.2012





