FRANKFURT (Dow Jones) - Mit Abschlägen haben Europas Börsen das zweite Rettungspaket für Griechenland quittiert. Nach dem Motto "Buy the rumour, sell the fact" verlor der Euro-Stoxx-50 am Dienstag 0,3 Prozent oder 9 auf 2.542 Punkte, für den Stoxx-50 ging es um 0,3 Prozent bzw 7 auf 2.511 Punkte nach unten.
Griechenland erhält wie geplant neue Finanzhilfen in Höhe von 130 Milliarden Euro. Härter werden indes die Privaten Gläubiger angegangen. Diese sollen nun auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen verzichten statt - wie ursprünglich geplant - auf 50 Prozent.
"Der unmittelbar positive Effekt der Vereinbarung liegt darin, dass eine ungeordnete Insolvenz vermutlich vermieden wurde", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank. Ein Scheitern hätte einen Run auf die Banken und vermutlich einen baldigen Austritt aus der Eurozone zur Folge gehabt. Allerdings schränkte der Analyst zugleich ein: "Der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern". Denn es bestehe das Risiko, dass die angestrebte Beteiligungsquote beim Anleihentausch von 90 Prozent nicht erreicht wird.
Notfalls könnte die griechische Regierung die Banken zwingen, sich an einem Schuldenschnitt zu beteiligen. Das würde zwar vermutlich die Kreditausfallversicherungen auslösen. Marktbeobachter glauben allerdings, dass dies in der Zwischenzeit von den Märkten gut zu verkraften sei. Die Gefahr einer Ansteckung anderer Länder der Peripherie habe deutlich nachgelassen. Ob Griechenland mit dem heutigen Paket wirklich gerettet sei, werde sich ohnehin erst mittelfristig zeigen. Entscheidend seien die zukünftigen Wachstumszahlen.
Trotz der Verluste zeigten sich Händler zuversichtlich, dass es bald wieder nach oben gehen wird. "Die nächste Liquiditätschwemme steht mit dem zweiten Dreijahrestender schon wieder an", sagte ein Marktteilnehmer. Das könnte die Märkte weiter antreiben.
Gewinnmitnahmen bei Finanzwerten
Banken und Versicherungen mussten Abschläge hinnehmen. Nach Aufschlägen von mehr als 15 Prozent seit Jahresbeginn kam das aber nicht unerwartet. Bankenwerte verloren im Schnitt 0,6 Prozent, für Versicherer ging es um ein Prozent nach unten.
Stahltitel von UBS-Studie belastet
Der Stahlsektor wurde von einer UBS-Studie belastet. Die Analysten hatten die Kursziele von Klöckner, voestalpine und Arcelor Mittal gesenkt. Die ThyssenKrupp-Aktie wurde zudem auf "Sell" gesenkt. Die UBS äußert sich zurückhaltender bezüglich der Aussicht auf eine zyklische Erholung der europäischen Stahlbranche. Weitere umfangreiche Importe seien zu befürchten, was zu einer Preisobergrenze führe. In China hätten sich die Stahlpreise nicht deutlich erholt. Unter Bewertungsgesichtspunkten enthielten die meisten europäischen Stahlwerte nur begrenztes Aufwärtspotenzial.
Analyst Will Adams von FastMarkets.com sieht indes Korrekturbedarf bei den Grundmetallpreisen. Das derzeitige Niveau sei schwer zu rechtfertigen. ThyssenKrupp verloren 2,7 Prozent auf 20,80 Euro, Arcelor Mittal gaben um 1,2 Prozent auf 16,64 Euro nach.
Gewinnmitnahmen auch bei Öltiteln
Gewinnmitnahmen prägten auch den Ölsektor, der um 0,8 Prozent sank. Zuletzt hatten Angebotsverknappungen und die wachsenden Spannungen rund um Iran den Preis für das schwarze Gold in die Höhe schießen lassen. Gleichzeitig mehren sich aber auch Stimmen, die befürchten, dass ein zu starker Anstieg die globale wirtschaftliche Erholung gefährden könnte. Das würde negativ auf die Gewinne der Ölkonzerne wirken. BP gaben um 0,3 Prozent auf 498 p nach, Total verloren nach einer Herunterstufung durch Morgan Stanley 0,4 Prozent auf 41,80 Euro.
Europäische Schlussindizes am Dienstag, 21. Februar .=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2541,60 -8,68 -0,3% 9,7 . Stoxx-50 2510,88 -6,86 -0,3% 6,0 . Stoxx-600 266,78 -1,38 -0,5% 9,1 Frankfurt XETRA-DAX 6908,18 -40,07 -0,6% 17,1 London FTSE-100 5928,20 -17,05 -0,3% 6,5 Paris CAC-40 3465,24 -7,30 -0,2% 9,7 Amsterdam AEX 330,51 -2,07 -0,6% 5,8 Athen ATHEX-20 330,10 -18,28 -5,2% 24,6 Brüssel BEL-20 2287,08 -17,25 -0,8% 9,8 Budapest BUX 19192,62 -162,13 -0,8% 13,1 Helsinki OMXH-25 2284,57 -17,73 -0,8% 17,6 Istanbul NAT30 74262,56 -439,07 -0,6% 20,4 Kopenhagen OMXC-20 453,90 -3,24 -0,7% 16,4 Madrid IBEX-35 8767,10 -51,00 -0,6% 2,3 Mailand FTSE-MIB 16710,86 -13,36 -0,1% 10,7 Moskau RTS 1655,35 -18,92 -1,1% 19,8 Oslo OBX 392,15 -0,95 -0,2% 9,7 Prag PX 1016,00 -2,20 -0,2% 11,5 Stockholm OMXS-30 1106,42 -5,55 -0,5% 12,0 Warschau WIG-20 2352,13 3,21 +0,1% 9,7 Wien ATX 2214,48 -26,50 -1,2% 17,1 Zürich SMI 6237,82 -5,17 -0,1% 5,1 .===
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