München (BoerseGo.de) – Der Telefonhersteller Gigaset sieht sich einer Schiedsklage mit einer Forderung von 12 Millionen Euro gegenüber. Obwohl das Münchener Unternehmen in seiner Pressemitteilung vom Donnerstagnachmittag betont, eine angemessene Risikovorsorge im Jahresabschluss 2011 getroffen zu haben, zweifeln Händler daran. Die Aktie des TecDax-Unternehmens gab vorbörslich um rund 3 Prozent nach.
Hintergrund: Der Spezialchemieproduzent Evonik Degussa verlangt laut Gigaset von den Münchenern auf der Basis eines Vertrages aus dem Jahr 2006 die Zahlung einer Vertragsstrafe. Gigaset, damals noch firmierend unter Arques Industries, habe 2006 von der heutigen Evonik die Oxxynova-Unternehmensgruppe erworben. Oxxynova sei hierbei vertraglich verpflichtet worden, den von Evonik erworbenen Produktionsstandort in Lülsdorf fortzuführen, so lange nicht bestimmte Bedingungen einträten. Oxxynova habe Evonik zudem zugesagt, bei Verletzung dieser Fortführungspflicht eine Vertragsstrafe zu bezahlen. Gigaset habe hierfür eine Garantie übernommen.
Evonik sehe diese Verpflichtung durch die Oxxynova-Gruppe nun verletzt und Gigaset müsse dafür haften. Der Telefonhersteller halte die Klage jedoch für unbegründet. Er sei der Auffassung, Oxxynova habe den Vertrag nicht verletzt, sondern sei zur Schließung des Standortes Lülsdorf berechtigt gewesen. Dies sei nach dem Vertrag unter bestimmten Bedingungen ausdrücklich gestattet. Diese Bedingungen seien eingetreten, verteidigt sich nun Gigaset. Der TecDax-Konzern will sich gegen die Schiedsklage wehren.



