• Gold- und Silberminen: Ende der Streckfolter?

    Freitag 03.02.2012, 15:06 Uhr
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    Ist unser Papiergeldsystem endlich gerettet und schon bald wieder kerngesund? Glaubt man den Äußerungen der Politiker, dann könnte man auf diese Idee kommen. Schließlich wurde auf mittlerweile 17 (!) Euro-Gipfeln versucht, die paar Problemchen zu beseitigen, die da ganz plötzlich aufgetaucht waren - und jedes mal versicherten die versammelten Herrschaften hinterher, nun sei es soweit, das Ende der Krise sei in greifbare Nähe gerückt. Siebzehn Gipfel, wie gesagt. Wo so viel geballte Kompetenz derart hartnäckig zusammentrifft, da kann doch nur Segensreiches herauskommen...

    Andere verstehen vielleicht noch nicht einmal, warum man überhaupt diese ganzen Gipfeltreffen braucht. Ist doch alles Quatsch. Der frühere Finanzminister Theo Waigel zum Beispiel, einer der Urväter der Euro-Idee, gehört zu diesen Leuten. Es gebe überhaupt kein Euro-Problem, erklärte der CSU-Politiker den erstaunten Menschen vor einiger Zeit einmal.

    Kritische Geister sehen das vielleicht etwas anders. Aber darum soll es heute gar nicht gehen. Bekanntlich sagen Bilder mehr als tausend schöne Worte. Betrachtet man dazu einmal das „Fieberthermometer des Finanzsystems“, dann beschleicht einen der leise Verdacht, Theo Waigel und all die anderen notorischen Gesundbeter könnten womöglich doch falsch liegen mit ihrer Meinung:

    Der Goldpreis, besagtes Fieberthermometer, das Malaisen des Finanzsystems seit Urzeiten mit erstaunlicher Präzision anzeigt, ist in diesen Tagen nämlich ganz plötzlich wieder aufgewacht. Die folgende Grafik zeigt das Bild eines seit einem halben Jahr bestehenden Abwärtstrends (rote Linie), der kürzlich recht überzeugend beendet wurde. Auch der MACD auf Wochenbasis lässt sich nicht lumpen und steht unmittelbar vor einem starken Kaufsignal (blaue Markierung ganz unten).


     
    Der Goldpreis mit einem Kaufsignal? Gut und schön, werden sich da diejenigen Langfrist-Investoren denken, die seit fast zwei Jahren bei den Minenwerten darauf warten, dass sich endlich einmal etwas tut.

    Die folgende Abbildung zeigt, warum langjährige Kenner der Materie von „Streckfolter“ sprechen,  wenn es um die Kursentwicklung der Minenwerte geht: Seit anderthalb Jahren pendeln die Aktien des Goldminenindex HUI knapp oberhalb der zentralen Unterstützungszone bei 500 Punkten hin und her. Einige Male wurde dieser Bereich unterschritten – zwar niemals nachhaltig, aber davon absetzen konnten sich die Kurse eben auch nicht...  
     


    Es gibt eine alte Börsenregel, die nur diejenigen aus eigener Erfahrung kennen, die den Dingen an der Börse mit viel Geduld und Ausdauer auf den Grund gehen:

    Sehr oft bewegt sich erst dann etwas, wenn so gut wie niemand mehr damit rechnet...

    Bei den Minenwerten dürfte dieser Punkt nach einer unglaublich zähen Konsolidierungsphase von fast zwei Jahren nun bald erreicht sein.

    Viele werden sich allmählich fragen: Warum soll man überhaupt diese „dämlichen“ Minenaktien besitzen, wo sie doch trotz des unaufhaltsam steigenden Goldpreises auf der Stelle treten? Genau diesen Gedanken werden viele langfristig agierende Investoren jetzt haben – kurzfristig agierende Trader, Trendfolger und Spekulanten sowieso. Von denen werden die meisten längst das Weite gesucht haben.

    Und wie das an der Börse immer so ist: Just in dem Moment, da bei den Minenaktien fast niemand mehr mit einem Kursanstieg rechnet, wacht ausgerechnet der Aktienkurs des bedeutendsten Goldproduzenten auf und scheint sich in Bewegung setzen zu wollen: Barrick Gold!

    Auf dem langfristig bedeutenden Point & Figure-Chart kam es dort in der vergangenen Woche zu einem „Double Top Breakout“, einem Ausbruch über ein doppeltes Hoch.
     


    Ist die Streckfolter bei den Minenwerten damit jetzt endlich zu Ende? Die Antwort auf diese Frage wird ganz entscheidend davon abhängen, wie die Menschen den Gesundheitszustand unseres Finanzsystems beurteilen – ganz unabhängig von den salbungsvollen Worten der Politiker.

    Die Februar-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs erscheint in wenigen Tagen. Wir haben uns darin einmal ausführlich mit der Geschichte unseres Geldes und mit der Frage beschäftigt, wie wahrscheinlich es ist, dass wir in den kommenden Jahren eine Währungsreform erleben werden.

    Das „Fieberthermometer des Finanzsystems“ spielt bei diesem Schwerpunkt-Thema eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Und natürlich die Aktien der Gold- und Silberproduzenten...

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    Zum Autor:

    Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de

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