Was glauben Sie, wie lange man noch eine in der Öffentlichkeit stehende Führungskraft im Amt halten kann, wenn über sie täglich in der Zeitung zu lesen steht: Die Kraft ist krank, und soll demnächst ausgetauscht werden ? Nicht mehr lange. Ist das Vertrauen in eine Führungskraft erst mal zerstört, muss sie schnellstmöglich ausgetauscht werden, um weiteren Schaden abzuwenden.
Auch der Dollar ist als Leitwährung eine Führungskraft . Seine Stärke basiert auf Vertrauen. Nun kann man aber täglich in den Medien lesen, der Dollar sei schwer krank, stünde kurz vor dem Kollaps und sollte gegen eine Alternative ausgetauscht werden. Die Welt hat also keinerlei Vertrauen mehr in den Dollar. Je länger er die führende Währung bleibt, desto größer wird der Schaden sein, den er anrichtet Das wissen nicht nur seine Herren, die Amerikaner . Sondern auch die Chinesen, die ihn los werden wollen oder die Australier, die ihn gar nicht mehr haben wollen.
Der beste Indikator für das schwindende Vertrauen ist der steigende Goldpreis. Die aktuelle Meldung über einen neuen Währungskorb war m.E. vor dem Hintergrund des neues Gold Allzeit Hochs kein Zufall, sondern eine Botschaft :
Eine neue Weltleitwährung ist beschlossen. Die USA hat sich mit ihren Gläubigern verständigt.
Was sollen Sie auch anders tun? Sollen Sie warten bis der Dollar in den freien Fall übergeht oder bis er von den Chinesen abgeschossen wird ? Das kann nicht im Interesse der USA sein, denn sie brauchen sowohl die Chinesen, als auch die Ölscheichs oder die Japaner als Gläubiger. Wer finanziert denn sonst ihre Schulden. Und die Gläubiger brauchen die USA zur Schuldentilgung.
Also werden die Parteien - wie es bei Insolvenzen üblich ist - miteinander geredet und sich am Ende auf eine Quote geeinigt haben. Zu diesem Vorgehen gibt es auch keine vernünftige Alternative. Die USA bekommen einen großen Teil ihrer Schulden erlassen und zahlen die verbleibende Restschuld nicht mehr in Dollars sondern in einer neuen Weltwährung zurück.
An der Alternative, dem freien Fall des Dollars und dem Staatsbankrott der USA kann niemand Interesse haben. Von daher ist es mehr als nur wahrscheinlich, dass die USA den Dollar bereits „geopfert" haben oder ihn zumindest bald opfern werden. Jetzt muss es – sollte dieses Szenario der Realität entsprechen - allerdings schnell gehen. Da es sich bereits in der Welt herumgesprochen hat, dass der Dollar als Leitwährung vor der Ablösung steht, wird er nicht mehr lange zu halten sein. Entweder gibt es bereits einen Zeitplan oder dieser wird derzeit noch verhandelt. Aber bis 2018 wird es nicht mehr dauern.
Ein Zeitfenster von 6 bis max.18 Monaten halte ich für viel realistischer.
Begründung:
Auf keinen Fall werden die USA tatenlos zuschauen bis der Goldpreis auf 5000 $ gestiegen ist. Denn das wäre für den Dollar der Kollaps und den werden sie nicht kampflos hinnehmen. Zusammen mit einem neuen Währungskorb wird es m.E. einen staatlich fixierten Goldpreis geben. Dann macht es auch Sinn, sein Edelmetall umzutauschen. Spekulationsgewinne sind jetzt nicht mehr zu erwarten.
Gerhard Nadolny




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