Sie kennen vermutlich das Gefühl, vor dem Bildschirm zu sitzen und abzuwarten, ob und wann der Markt Einstiegssignale liefert. Das können Nachrichten sein - beispielsweise zu Griechenland, Notenbank-Maßnahmen oder "normale" Unternehmensmeldungen -, die Überwindung technischer Widerstands- und Unterstützungszonen oder fundamentale Marktreaktionen - beispielsweise auf regulatorische oder Gesetzesänderungen. Diese Signale zum Einstieg sind wichtig, unabhängig von dem Zeitrahmen, in dem Trader aktiv sind. Doch die Erfahrung lehrt, dass die Mehrzahl der privaten Trader dem Einstiegszeitpunkt eine viel zu große Bedeutung beimisst. Wer die "HSBC Tradingpraxis" wöchentlich verfolgt, kennt unsere Meinung: Trading wird vor allem dann erfolgversprechend, wenn der Umgang mit Risiken stringent und diszipliniert umgesetzt wird. Den Nukleus des Trading bilden also die Bestimmung der Positionsgröße, das Setzen und Einhalten persönlich sinnvoller Stopps sowie ein (daraus resultierendes) langfristig erfolgreiches System. Weniger bedeutsam erscheint im Vergleich der exakte Einstiegszeitpunkt und Einstiegskurs, zu dem die eigene Order zum Zuge kommt. Da sich Anleger idealerweise im vorhinein Gedanken über den Verlauf ihres Engagements machen, können sie in vielen Fällen mit einer Stop Buy-Order arbeiten. Wer das tut, wird eine gewisse Slippage im Einstiegskurs nicht vermeiden können, da die genannte Limitorder im börslichen Handel zunächst in eine Market Order umgewandelt wird und erst dann zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt wird. Es klingt für Jeden einleuchtend, dass der Einstiegszeitpunkt bei einer solchen Vorgehensweise sekundär ist.
Überlegungen zum Einstiegszeitpunkt können jedoch aus übergeordneter Sicht sehr wertvoll sein. Stellen Sie sich vor, Sie möchten einen DAX®-Ausbruch handeln. Der Ausbruch erfolgt zwar in die projizierte Richtung, doch sie stellen fest, dass Ihnen Ihr ursprüngliches Szenario zu wenig Gewinnpotenzial verspricht - Sie verzichten in der Folge auf diesen Trade und halten still. Just in diesem Augenblick lesen Sie eine Nachricht, die Ihrer Meinung nach eine Gegenbewegung des DAX® rechtfertigen könnte. Es wäre töricht, wenn Sie an dieser Stelle Ihre bisherigen Überlegungen über Bord werfen und die Gegenseite ohne ein neues Einstiegssignal, das Ihnen normalerweise Ihr System liefert, handeln würden. Insofern sagt ein manifestiertes Einstiegssignal immer auch aus, dass sich ein Engagement in die Gegenrichtung verbietet. Es hilft, sich von spontanen Ideen, die nicht durch die eigene Systematik untermauert werden, zu verabschieden. Insofern macht es Sinn, sich bei aller Flexibilität treu zu bleiben.
Einmal pro Woche gibt das Zertifikate-Team von HSBC Trinkaus in der "HSBC Tradingpraxis" Erfahrungen aus Gesprächen mit Zertifikatekäufern wider.
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