Frankfurt (BoerseGo.de) - Nach einer Umfrage von Bloomberg erwarten mehr als 50 Prozent der globalen Investoren in den nächsten zwölf Monaten den Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Angesichts solch hoher Wahrscheinlichkeiten und doch moderater Abschläge von 1 bis 2 Prozent im Wochenvergleich in europäischen Aktien, stellt sich Christian Gattiker, Chefstratege & Leiter Research der Bank Julius Bär, in einem aktuellen Marktkommentar die Frage, ob die Märkte überhaupt fähig sind, ein solches Szenario einen angemessenen Kurswert beizumessen. "Jedenfalls haben sich die meisten damit abgefunden, dass die nächsten Wochen weiterhin viel Hin und Her bringen werden im ganzen Gezerre um die Eurokrise", kommentiert Gattiker.
Die übliche "Sell in May and go away" findet nach Ansicht des Experten in diesem Jahr keine Anwendung. Die richtige Antwort in diesem Jahr wäre demnach "Sell in March" gewesen, so Gattiker. "Der saisonal starke April war ein Totalausfall mit mehr als 2 Prozent Verlust gegenüber 1,8 Prozent im langfristigen Mittel", erklärt er.
Viele Anleger geben die saisonalen Muster aber nicht auf. Vor allem der Präsidentschaftszyklus sei besonders für die US-Aktienmärkte prägend gewesen. "Laut dem vierjährigen, statistisch relativ gut unterlegten Muster müsste eigentlich das Jahrestief im US-Wahljahr Ende Mai überwunden werden. Der Dekadenzyklus gibt einen anderen Hinweis und stellt das Sommerrally dieses Jahr erst für Mitte Juni in Aussicht", schreibt Gattiker abschließend.



