Frankfurt (BoerseGo.de) – Der stellvertretende Gouverneur der irischen Zentralbank, Matthew Elderfield hat die internationalen Kreditgeber zu einem Entgegenkommen aufgefordert. Er fürchtet bei zu hohen Belastungen des irischen Bankensektors, dass der labile Aufschwung Irlands wieder zu Nichte gemacht würde. „Was wir brauchen, ist eine stabilere Basis, eine langfristigere Basis, damit Investoren die Fortschritte im Umgang mit den Banken und den fiskalischen Problemen und das Wachstumspotenzial in Irland erkennen können“, sagte Elderfield in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ (BöZ – Mittwochausgabe). Am morgigen Donnerstag entscheidet die irische Wahlbevölkerung in einer Volksabstimmung über die Teilnahme des Landes am Fiskalpakt für strengere Haushaltsdisziplin.
„Irlands Lage zu verbessern und einen pragmatischen Weg für den Umgang mit dem Überhang an Bankverbindlichkeiten zu finden, wäre nicht nur gut für uns, sondern auch für Europa“, fuhr der Banker fort. Schließlich hätte auch der irische Steuerzahler Lasten zur Sicherung der Finanzstabilität in Europa übernommen. Dublin hat 31 Milliarden Euro für die Rettung zweier Pleite-Banken aus dem Hilfsprogramm der Kreditgeber-Troika aus EU, IWF und EZB erhalten. Einschließlich Zinsen betragen die Tilgungslasten bis 2031 jährlich 3,1 Milliarden Euro, was laut BöZ derzeit rund 2 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung des Inselstaates entspricht.
Irische Banken benötigen Kapitalerhöhung von bis zu €4 Mrd
Elderfield zufolge sind die Institute noch „sehr stark“ von Liquiditätshilfen durch das Eurosystem abhängig. Da sich nun auch noch die internationalen Kapitalvorschriften verschärfen, erwartet der Notenbanker, dass sich der Kapitalbedarf der Institute mittelfristig um bis zu 4 Milliarden Euro erhöhen werde.



