Wie überraschend – bislang hielt sich die Agentur bedeckt, wenn es darum ging, sich in die „Peak Oil“-Debatte einzuklinken. Bislang begnügte sie sich damit, ihre Ölproduktionsprognosen bis 2030 stetig nach unten zu adjustieren, weigerte sich aber eine Aussage darüber zu treffen, wann das Öl einmal ausgehen könnte. Im letzten offiziellen World Energy Outlook, der im vergangenen Monat veröffentlicht wurde, stand lediglich die Aussage, dass bei konventionellem Öl „ein Plateau irgendwann vor“ dem Jahr 2030 erreicht wird.
Konventionelles Erdöl ist das „normale“ Erdöl, das beispielsweise im Nahen Osten durch Bohrtürme aus der Erde geholt werden kann. Die meisten neuen Quellen – Tiefseeöl, Ölsand, Ölschiefer – sind unkonventionelles Erdöl. Viele Experten, darunter auch US-Ölmilliardär Thomas Boone Pickens, sehen den Fördermengenhöhepunkt des konventionellen Erdöls gleichzeitig als den Fördermengenhöhepunkt der gesamten Ölförderung an.
Doch wie dem auch sei: Die Anerkennung der Peak Oil-Debatte hat eine Vorgeschichte. Denn es gibt ein „Climategate“ der Ölpolitik, also ein Energygate wenn man so will. Die britische Zeitung „The Guardian“ publizierte im vergangenen Monat einen Artikel, in dem E-Mails von Mitarbeitern der IEA zitiert wurden, die den Redakteuren zugesandt worden seien. Darin mokieren die IEA-Mitarbeiter, von den USA dazu gezwungen worden zu sein, einen Hinweis auf „Peak Oil“ tunlichst aus ihrem offiziellen World Energy Outlook zu streichen.
US-Analyst Chris Martenson, den ich für seine engagierte Recherchearbeit schätze, hat herausgefunden, dass dieses Spiel schon seit mindestens zwei Jahren so geht: Die IEA will, darf aber nicht, auf „Peak Oil“ hinweisen. Sie musste immer ein rosigeres Bild über die weltweite Ölversorgung zeichnen, obwohl die Forscher es besser wussten. Dennoch wurde im letzten World Energy Outlook eine Grafik veröffentlicht, die eigentlich alles zeigte. Allerdings wurde nirgends im Report, noch im Vorwort oder in der Presse Bezug darauf genommen.

Die Grafik zeigt, dass die hell- und dunkelblaue Fläche (Ölfelder, die noch entwickelt werden müssen und Felder, die bereits im Betrieb sind) im Jahr 2020 bereits unter dem Höhepunkt sein wird. Rechnet man die rote Fläche dazu - diese Fläche wird von der IEA als „Felder, die noch gefunden werden müssen“ bezeichnet (!) – dann - wie von Fatih Birol jetzt offiziell zugegeben – ist
Peak Oil im Jahr 2020




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