DJ XETRA-MITTAG/Leichter - Gewinnmitnahmen weiten sich aus
FRANKFURT(Dow Jones) - Erneut Richtung Süden geht es am Mittwoch mit den deutschen Aktien. Der DAX, der am Dienstag noch knapp am Sprung über die 7.000er Marke gescheitert und anschließend zurückgefallen war, gibt gegen 13.15 Uhr um ein weiteres Prozent bzw 69 auf 6.839 Punkte nach. Zur Skepsis über das Rettungspaket für Griechenland gesellen sich Konjunkturdaten aus der Eurozone, die nicht überzeugen können.
Die Wirtschaft im Euroraum ist im Februar entgegen den Erwartungen nicht gewachsen. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor war die Geschäftsaktivität rückläufig. Die Ergebnisse von Umfragen unter Einkäufern in Unternehmen enttäuschten. Sie werden an den Finanzmärkten stark beobachtet, weil sie als guter Indikator für die Aktivität der Unternehmen in den kommenden Monaten gelten.
"Die Erholung der Konjunktur in der Eurozone hat im Februar pausiert wegen des Dramas um das zweite Rettungspaket für Griechenland und wegen der Rückkehr des Winters", sagt Christian Schulz von der Berenberg Bank. Howard Archer von IHS Global Insights kommentiert: "Die Eurozone ist weit davon entfernt, konjunkturell aus dem Gröbsten heraus zu sein." Es bedürfe schon großer Mühe, wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren.
Nun richten sich die Blicke der Börsianer auf Donnerstag, wenn in Athen das griechische Parlament über ein Gesetz entscheiden soll, mit dem die Konditionen alter Staatsanleihen rückwirkend so geändert werden können, dass eine Teilnahme der Privaten Gläubiger an der beschlossenen "freiwilligen" Umschuldung erzwungen werden kann.
Öl ins Feuer hat die Ratingagentur Fitch gegossen. Sie hat das Rating für Griechenland auf "C" gesenkt. Damit liegt das Rating nur noch eine Stufe über der offiziellen Feststellung eines Zahlungsausfalls.
Gegenwind für die Börsen kommt auch vom Ölpreis, der weiterhin über 106 Dollar handelt. "Es scheint, als könnten wir den Ölpreis langsam in die Reihe der weltweit herrschenden Sorgen aufnehmen", sagt Stan Schamu von IG Markets in Melbourne. Verkauft werden daher Papiere der vom Öl abhängigen Fluggesellschaften. Lufthansa verlieren 3,4 Prozent auf 10,39 Euro.
Siemens halten sich mit einem Plus von 0,1 Prozent besser als der Markt. Die Titel profitieren von den überzeugenden Geschäftszahlen der französischen Schneider Electric. Dagegen leiden Infineon (minus 0,8 Prozent) unter den enttäuschenden Quartalszahlen, die der US-PC-Hersteller Dell am Vorabend veröffentlicht hat.
TUI-Aktien fallen um mehr als 7 Prozent. Die in Schwierigkeiten steckende spanische Sparkasse Banco CAM steigt beim Touristikkonzern TUI aus. Der Anteil von 5,1 Prozent sei für 77,55 Millionen Euro verkauft worden, teilte das im Sommer 2011 verstaatliche Geldhaus mit.
Aktien des Rüstungskonzerns und Automobilzulieferers Rheinmetall legen 1 Prozent zu. Die Düsseldorfer haben im vergangenen Jahr etwas mehr umgesetzt und verdient, als Analysten im Mittel ihrer Prognosen erwartet hatten. Vor allem mit Teilen für die Autobranche hat Rheinmetall 2011 gut verdient.
DJG/bek/cln
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