Mit einer kleinen Erleichterungsrally reagieren die Finanzmärkte in Ostasien am Montag auf das Wahlergebnis in Griechenland. Der knappe Sieg der politischen Kräfte, die dem Rettungspaket der internationalen Gläubiger konstruktiv gegenüberstehen, schürt die Hoffnung, dass ein Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone und damit die negativen Folgen für die Währungsgemeinschaft erst einmal vom Tisch sind. Die Indizes an den Börsen der Region legen um bis zu 2 Prozent zu, die Futures auf die US-Aktien-Indizes liegen etwa 0,5 Prozent im Plus.
Am Devisenmarkt steigt der Euro in der Spitze auf deutlich über 1,27 Dollar. Auch der Ölpreis macht einen Satz nach oben. Das Barrel der US-Sorte WTI verteuert sich von 84 auf knapp 85 Dollar. In Japan gewinnt der Nikkei-Index 1,8 Prozent auf 8.720 Punkte und notiert damit auf dem höchsten Stand seit einem Monat. In Sydney klettert der S&P/ASX-200 um rund 1,5 Prozent und der Kospi in Südkorea macht 2,1 Prozent gut. Lediglich in Schanghai fällt das Plus mit 0,4 Prozent deutlich moderater aus.
Der Euro schnellte in einer ersten Reaktion auf den knappen Sieg der rechtskonservativen Nea Dimokratia von Antonis Samaras auf 1,2748 Dollar nach oben, ist inzwischen aber wieder auf knapp 1,27 Dollar zurückgefallen. Am Freitagabend ging die Gemeinschaftswährung noch mit 1,2640 Dollar um. Gleichzeitig legt der Dollar auf 79,26 von 78,70 Yen zu.
"Ich bin überrascht, dass der Markt nicht stärkere Ausschläge zeigt", sagt Paul Mackel, Devisenexperte in Asien für HSBC. "Ich sehe immer noch Raum für Enttäuschungen. Das ist ein kleiner Lichtblick, der aber schnell wieder erlöschen kann", bemerkt er mit Blick auf die nun anstehende Bildung einer stabilen Regierung in Griechenland, die erneut schwierig werden dürfte. So haben die Parteichefs der dem Bailout positiv gegenüberstehenden Parteien, insbesondere Angelos Venizelos von den Sozialdemokraten, bereits angekündigt, eine Koalition der nationalen Einheit anzustreben. Dazu müsste aber die radikale Linke Syriza-Partei, die klar gesagt hat, die Sparauflagen nicht erfüllen zu wollen, mit ins Boot geholt werden.
Daneben dürfte die sich verschärfende Schuldensituation Spaniens schnell wieder das beherrschende Thema an den Finanzmärkten werden, so Mackel weiter. "Das 'Worst-Case-Szenario' wäre, wenn die Nea Dimokratia eine Minderheitsregierung bilden müsste, was sicher neue Unsicherheit zur Folge hätte", meint UBS-Devisenstratege Geoffrey Yu. Wichtig werde nun auch zu sehen, was vom G-20-Gipfel in Mexiko komme und welche Entscheidungen die US-Notenbank im Wochenverlauf treffen werde. Darüber hinaus richte sich der Blick bereits auf den EU-Gipfel Ende Juni.
"Solange bis wir wissen, was die Staatschefs in Europa auf dem Gipfel Ende des Monats beschließen, um breite Fortschritte hin zu einer besser funktionierenden monetären Union zu erzielen, bleiben die Abwärtsrisiken bestehen", warnt auch John Horner von der Deutschen Bank.
INDEX Stand +- in % Handelsende aktuell (MESZ) S&P/ASX 200 (Sydney) 4.131,30 +1,82% 08.00 Nikkei-225 (Tokio) 8.720,27 +1,76% 08.00 Kospi (Seoul) 1.896,47 +2,06% 08.00 Shanghai-Composite (Schanghai) 2.323,88 +0,74% 09.00 Hang-Seng-Index (Hongkong) 19.559,80 +1,69% 10.00 Straits-Times (Singapur) 2.841,82 +1,10% 11.00 DJG/DJN/gos/ros
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