Von Jörn Rehren
Die asiatischen Aktienmärkte werden weiter von der Vorfreude auf erwartete geldpolitische Maßnahmen der europäischen und der US-Notenbank beherrscht. Mit ihnen erhoffen sich Anleger Impulse für die darbende globale Konjunktur. Die Kursaufschläge an den großen Börsen der Region halten sich jedoch in Grenzen.
"Makrofaktoren bestimmen derzeit die Marktbewegungen und jeder erwartet, dass die Zinsen gesenkt werden und neues Geld gedruckt wird", sagt Analyst Nicholas Smith von CLSA Japan in Tokio. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank steht am Donnerstag an. Im Blick stehen auch die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, die die US-Notenbank zu weiteren Stimuli veranlassen könnten.
Daneben wird die Stimmung von den guten US-Konjunkturdaten am Vortag gestützt. Der Auftragseingang für langlebige Güter war dort im Mai überraschend stark gestiegen, nachdem er in den zwei Monaten zuvor rückläufig gewesen war. Dies verhalf dem Dow Jones Index in der verkürzten Sitzung vor dem US-Nationalfeiertag zu einer freundlichen Schlusstendenz.
Der Ölpreis profitiert ebenfalls von den erwarteten Maßnahmen der Notenbanken, die das globale Wachstum befeuern sollen. Aber auch neue Nachrichten aus dem Iran wirkten als Preistreiber. Im iranischen Parlament fand ein Gesetzentwurf Unterstützung, demzufolge Tanker aus Ländern, die sich am Ölembargo beteiligen, nicht mehr durch ihre Hoheitsgewässer fahren dürfen. Damit wäre der strategische Engpass an der Straße von Hormus für diese Schiffe geschlossen. Der Preis für US-Öl notiert bei 87,34 US-Dollar und kann damit die kräftigen Aufschläge von fast fünf Prozent aus dem US-Geschäft halten. Der Preis für das schwarze Gold notiert aktuell fast 13 Prozent über seinem Jahrestief.
Am Aktienmarkt treibt der höhere Ölpreis die Papiere von Ölkonzernen. In Australien ziehen die Aktien von Aurora Oil and Gas um 3,2 Prozent an, in Japan gewinnen Inpex Corp 3,5 Prozent und in Hongkong legen CNOOC um 0,8 Prozent zu.
In Australien ziehen auch die übrigen Rohstofftitel an, gestützt von Preisaufschlägen an den Metallbörsen. Dem Leitindex S&P ASX 200 verhelfen sie zu einem Plus von 0,9 Prozent auf 4.165 Punkte - er markiert damit ein Sieben-Wochen-Hoch. "Wir sehen ein Ende des exzessiven Positionsabbaus bei Rohstoffen", erklärte Christopher Macdonald, Analyst bei RBS Morgan in Australien.
Weniger Bewegung gibt es in China, wo der Shanghai Composite kaum verändert notiert und der Hongkonger Hang Seng Index um 0,2 Prozent zulegt. Der Kospi in Südkorea zeigt sich mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent. In Japan legt der Nikkei um 0,4 Prozent zu auf 9.100 Punkte. Die Aktien von Renesas Electronics rücken hier um 2 Prozent vor, nachdem Anleger positiv auf eine Reihe von Restrukturierungsmaßnahmen reagiert haben, die insgesamt 43 Milliarden Yen einsparen sollen. Das Unternehmen erwägt, 12 seiner 19 japanischen Werke zu schließen. Zudem sollen bis zu 6.000 der insgesamt 42.800 Mitarbeiter in den Vorruhestand geschickt werden.
Am Devisenmarkt fällt der Euro wieder unter die am Vorabend überwundene Marke von 1,26 Dollar zurück, während die US-Währung wiederum zum Yen leicht nachgibt und bei 79,76 Yen gehandelt wird.
INDEX Stand +- in % Handelsende aktuell (MESZ) S&P/ASX 200 (Sydney) 4.165,90 +0,94% 08.00 Nikkei-225 (Tokio) 9.099,88 +0,37% 08.00 Kospi (Seoul) 1.876,09 +0,44% 08.00 Shanghai-Composite (Schanghai) 2.229,30 +0,00% 09.00 Hang-Seng-Index (Hongkong) 19.770,92 +0,18% 10.00 Straits-Times (Singapur) 2.955,61 +0,35% 11.00 DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Di, 12.29 Uhr EUR/USD 1,2591 -0,1% 1,2607 1,2585 EUR/JPY 100,4288 -0,2% 100,6211 100,4710 USD/JPY 79,7630 -0,1% 79,8235 79,8330 USD/KRW 1136,3000 +0,2% 1133,4800 1136,6700 USD/CNY 6,3480 -0,1% 6,3524 6,3525 AUD/USD 1,0294 +0,1% 1,0282 1,0263
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