HONGKONG (Dow Jones) - Der kurze Anflug von Optimismus bei den Anlegern in Asien ist zur Wochenmitte bereits wieder verflogen. Schuld sind Aussagen des ehemaligen griechischen Premierministers Papademos, wonach ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone denkbar sei. Die Griechen hätten keine Wahl: Entweder die verabredeten Sparmaßnahmen würden eingehalten oder es stehe der Austritt aus der Gemeinschaftswährung bevor, so der Politiker. Das dämpft die Hoffnungen auf positive Impulse von Seiten des heutigen EU-Sondergipfels in Brüssel. Die Abstufung der japanischen Bonität durch Fitch vom Vortag tut ihr Übriges.
In Tokio gibt der Nikkei um 1,6 Prozent auf 8.589 Punkte nach und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit Mitte Januar. Der südkoreanische Kospi verliert 1,4 Prozent auf 1.804 Punkte. Der Shanghai Composite Index liegt 0,5 Prozent im Minus bei 2.361 Punkte. In Sydney büßt der A&P/ASX 200 rund 1 Prozent auf 4.077 Punkte ein.
"Ich persönlich denke, dass der heutige EU-Gipfel nicht viele Ergebnisse bringen wird, die die Situation in Griechenland oder Spanien ändern werden", sagt Analyst Junichi Ishikawa von IG Market Securities in Tokio.
Zu den Europasorgen und der Abstufung der japanischen Bonität gesellen sich zu allem Überfluss auch noch enttäuschende Konjunkturdaten aus Fernost: So hat Japan im April ein Handelsbilanzdefizit von 520 Milliarden Yen verbucht, erwartet wurde ein Minus von 473 Milliarden Yen. Die Exporte nach China gingen um rund 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Profiteur der Nachrichtenlage ist der US-Dollar, der sowohl gegen den Euro als auch den Yen um jeweils rund 0,5 Prozent anzieht. Das belastet die in der US-Währung denominierten Rohstoffe, da diese für Anleger außerhalb des Dollar-Raums teurer werden. Der Preis für ein Barrel Öl der US-Sorte WTI gibt um 1 Prozent nach, Die Feinunze Gold kostet etwa 1,2 Prozent weniger.
Konjunktursensible Aktien und Rohstoffwerte stehen unter Druck. BHP Billiton und Rio Tinto sinken in Sydney um jeweils rund 1 Prozent, Fortescue Metals verbilligen sich um 3,5 Prozent.
Am japanischen Aktienmarkt zählen Immobilienwerte zu den deutlichsten Verlierern, belastet von enttäuschten Hoffnungen auf geldpolitische Lockerungen durch die Bank of Japan. Die Notenbank hat an ihrem geldpolitischen Kurs festgehalten und ihren Leitzins bei 0,0 bis 0,1 Prozent belassen. Mitsubishi Estate verlieren in Tokio 2 Prozent und Mitsui Fudosan geben um 1,4 Prozent nach.
INDEX Stand +- in % Handelsende aktuell (MESZ) S&P/ASX 200 (Sydney) 4.079,30 -1,01% 08.00 Nikkei-225 (Tokio) 8.586,10 -1,55% 08.00 Kospi (Seoul) 1.803,53 -1,38% 08.00 Shanghai-Composite (Schanghai) 2.360,97 -0,52% 09.00 Hang-Seng-Index (Hongkong) 18.728,48 -1,63% 10.00 Straits-Times (Singapur) 2.787,07 -1,30% 11.00 DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Di, 9.40 Uhr EUR/USD 1,2676 -0,0% 1,2679 1,2795 EUR/JPY 100,9229 -0,5% 101,4108 101,69104 USD/JPY 79,6105 -0,5% 79,9825 79,4735 USD/KRW 1171,5000 +0,4% 1166,5800 1163,3 USD/CNY 6,3208 -0,1% 6,3208 6,3208 AUD/USD 0,9772 -0,2% 0,9794 0,9924 DJG/DJN/kko
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