• MÄRKTE EUROPA/Anleger üben sich in Vorsicht

    Freitag 04.05.2012, 09:53 Uhr
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    FRANKFURT (Dow Jones) - An den europäischen Börsen herrscht am Freitagmorgen Zurückhaltung. Vor den US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag sind Marktteilnehmer vorsichtig. "Die Flüsterschätzungen an der Wall Street lassen erwarten, dass die Ergebnisse enttäuschen", sagt Stan Schamu von IG Markets. Der ADP-Arbeitsmarktbericht am Mittwoch war ein Warnschuss, hat er die Schätzungen der Volkswirte doch deutlich unterboten. Im späten US-Handel und an den asiatischen Märkten ist es deswegen zu leichten Abschlägen gekommen. Der DAX sinkt gegen 9.49 Uhr MESZ um 0,5 Prozent oder 31 auf 6.665 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,5 Prozent bzw 12 auf 2.275 Zähler nach.

    Volkswirte rechnen mit einem Anstieg der US-Beschäftigung im April um 168.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 8,2 Prozent verharren. Nur bei einer Zunahme der Beschäftigung unter 100.000 werde es am Markt einen Ausverkauf geben, meint Otis Casey von Markit Credit Research.

    Auch am Devisenmarkt herrscht angespannte Ruhe. Der Euro liegt bei 1,3143 Dollar und damit auf Vortagesniveau. Die durchwachsenen US-Konjunkturdaten der vergangenen Tagen sorgen für Unsicherheit, ob die US-Notenbank dieses Jahr nochmals Maßnahmen zur Stimulierung der Konjunktur ergreifen wird. Nur ein sehr guter Arbeitsmarktbericht wäre ein klares Signal, dass derartige Maßnahmen ausbleiben, meint ein Devisenstratege. "Sollten die Arbeitsmarktdaten nicht extrem stark von den Prognosen abweichen, wird nicht viel passieren," fügt er hinzu. Der Euro profitiert noch von den Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Vortag. EZB-Präsident Mario Draghi stellte klar, dass auf der Notenbanksitzung keine Zinssenkung diskutiert worden ist. Andererseits werfen die Wahlen in Frankreich und Griechenland ihren Schatten voraus. Am Wochenende könnten Kandidaten den Zuschlag erhalten, die den Sparmaßnahmen in der Eurozone skeptisch gegenüber stehen.

    Gute Zahlen aus dem Finanzsektor

    Im Finanzbereich gibt es einige positive Überraschungen. Die französische Bank BNP Paribas hat ihren Gewinn im ersten Quartal um 10 Prozent gesteigert. Die Restrukturierung trägt damit Früchte. Trotzdem verliert die Aktie 1,4 Prozent auf 28,70 Euro. "Die Societe Generale hat gestern auch ordentliche Zahlen veröffentlicht und trotzdem hat die Aktie ins Minus gedreht. Die Aussicht auf Hollande als neuen französischen Präsidenten, der für die Banken nachteilige Maßnahmen ergreift, lastet auf den französischen Bankaktien", sagt ein Marktteilnehmer. Die Zahlen der Royal Bank of Scotland sind zwar nur durchwachsen ausgefallen. Das reicht aber, die gerupfte Aktie um 1,1 Prozent auf 24,77 Pence steigen zu lassen.

    Als "ausgezeichnet" bezeichnen Händler die Geschäftszahlen von Swiss Re . "Der Nettogewinn ist ja fast doppelt so hoch wie erwartet ausgefallen", staunt ein Marktteilnehmer. Der Sprung zurück in die Gewinnzone sei damit eindrucksvoll gelungen. Die Aktie des Rückversicherers steigt um 1,5 Prozent auf 49,50 Franken.

    Französische Baukonzerne überzeugen - Linde mit soliden Zahlen

    Der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain hat ebenfalls gute Geschäftszahlen vorgelegt. Dafür war das starke Nordamerika-Geschäft verantwortlich, das die Schwäche in anderen Bereichen ausgeglichen hat. Auch Wettbewerber Lafarge hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Sehr gut habe das Unternehmen auf dem wichtigsten Markt Naher Osten/Afrika und auch in Asien abgeschnitten, betont ein Händler. Lafarge ziehen um 3,5 Prozent auf 31,01 Euro an, Saint Gobain um 1,5 Prozent auf 32,36 Euro. Die Linde-Zahlen sind gewohnt solide ausgefallen. Umsatz und Gewinn haben kräftig zugelegt. Die Aktie des Industriegaseherstellers leidet mit einem Abschlag von 1,5 Prozent auf 126,60 Euro unter Gewinnmitnahmen. Sie war Anfang April allerdings noch auf ein neues Allzeithoch gestiegen.

     
    DEVISEN   zuletzt  +/- %  0.00 Uhr  Do, 17.55 Uhr 
    EUR/USD    1,3133  -0,2%    1,3154         1,3148 
    EUR/JPY  105,2782  -0,2%  105,4738       105,6439 
    EUR/CHF    1,2015  -0,0%    1,2015         1,2015 
    USD/JPY   80,1550  -0,1%   80,2000        80,3550 
    GBP/USD    1,6171  -0,1%    1,6181         1,6191 
     
    DJG/mif/flf 
    

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