• MÄRKTE EUROPA/Ausbleibende Kavallerie lässt die Kurse fallen

    Mittwoch 30.05.2012, 10:05 Uhr
    - +

    FRANKFURT (Dow Jones) - Nachdem die herbeigesehnten Kavallerietruppen zur Befreiung der europäischen Aktienmärkte nicht gekommen sind, geht es am Mittwochvormittag an den Börsen von Amsterdam bis Zürich auf breiter Front nach unten. Der Euro-Stoxx-50 fällt um 1,1 Prozent auf 2.137 Punkte, der DAX verliert 1,1 Prozent auf 6.328 Punkte. Noch am Dienstag trieben die Hoffnungen auf ein neuerliches Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung sowie ein Machtwort der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Rekapitalisierung des Bankensektors im Gemeinsamen Währungsgebiet die Kurse. Allerdings dementierte die Nachrichtenagentur Xinhua groß angelegte Pläne zur Ankurbelung der mittlerweile zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt und auch im Frankfurter Euro-Tower blieb es still.

    "Dass sich der Markt mittlerweile an solche Strohhalme klammert, zeigt, wie verzweifelt die Lage angesichts des sich in Spanien zusammenbrauenden Ungemachs mittlerweile ist", sagt ein Börsianer. Wie bei solchen Konstellationen üblich kommt auch der Euro zum Dollar unter Druck und fällt nicht nur auf das frische Jahrestief von 1,2453 Dollar, sondern damit auch den niedrigsten Stand seit dem 1. Juli 2010. Sollte die Unterstützung um 1,25 Dollar nicht halten, sehen Charttechniker Abwärtspotenzial bis auf 1,2150 Dollar. Die als sicherer Hafen geltenden deutschen Bund-Futures ziehen hingegen an, der Kontrakt mit Fälligkeit im Juni steigt um 48 Ticks auf 144,51 Prozent. Mit 144,62 Prozent hat er zuvor ein neues Allzeithoch markiert.

    Spanien bleibt Hauptgesprächsthema

    Hauptgesprächsthema in den Handelsräumen ist weiter die Lage in Spanien. Die Sanierung des nach dem Platzen einer Immobilienblase unter faulen Krediten ächzenden Bankensystems kommt die Iberer immer teurer. Die Analysten von Nomura schätzen, dass die Madrider Regierung dafür 50 bis 60 Milliarden Euro aufwenden muss. Gleichzeitig verschlechtern sich allerdings die Refinanzierungsbedingungen für das Land dramatisch. So steigt die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen am Morgen um 8 Basispunkte auf 6,48 Prozent. Damit marschiert sie weiter stramm in Richtung von 7 Prozent, ein Niveau, das bereits Irland und Portugal unter den Rettungsschirm von EU und IWF zwang.

    Der jüngste Plan zur Rekapitalisierung des drittgrößten Kreditinstituts Bankia, die alleine 19 Milliarden Euro verschlingen dürfte, sieht daher vor, neue Schuldtitel aufzulegen. Diese sollen dann als Sicherheiten bei der EZB eingereicht werden. Laut Financial Times lehnen die Währungshüter dieses Vorhaben allerdings ab, sie befürchten eine Vermischung von Monetär- und Fiskalpolitik. "Die kurzfristige finale Kapitulation als Reaktion auf Spanien steht uns leider noch bevor", sagt ein Händler. Der IBEX verliert in Madrid 1,7 Prozent auf 6.147 Punkte und hat damit abermals die "rote Laterne" unter den europäischen Kursbarometern inne.

    Die Agenda der Konjunkturdaten ist zur Wochenmitte dünn und noch dazu lediglich mit makroökonomischen Kennziffern aus der zweiten Reihe bestückt. Am Vormittag steht eine ganze Reihe von Stimmungsindikatoren für Mai aus dem Euroraum auf dem Programm. "Vor allem die rückläufigen nationalen Geschäftsklima- sowie die enttäuschenden Einkaufsmanagerindizes weisen den Weg. Ein Rücksetzer im Rahmen der Konsensschätzung ist zu erwarten, aber auch ein Wert darunter sollte nicht allzu sehr überraschen", sagt Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen. Aus den USA werden am Nachmittag die ausstehenden Hausverkäufe für April erwartet.

    Zykliker und Banken unter Druck

    "Brief" sind an Europas Börsen angesichts der ausbleibenden Kavallerie vor allem die konjunktursensitiven Aktien sowie Finanzwerte. So verlieren Automobilaktien im Schnitt 1,2 Prozent, Grundstoffwerte 1,7 Prozent. Für den europäischen Bankenindex geht es um 1,6 Prozent nach unten. Im DAX fallen BMW um 2,1 Prozent auf 62,68 Euro zurück und sind damit Schlusslicht im deutschen Leitindex. China ist für den Hersteller von Luxusfahrzeugen ein wichtiger Absatzmarkt. Commerzbank verbilligen sich um 1,7 Prozent auf 1,33 Euro.

    Gegen den Trend ziehen Deutsche Börse um 0,1 Prozent auf 38,83 Euro an. Der Börsenbetreiber will für etwa 100 Millionen Euro eigene Aktien zurückkaufen. Damit verknappt sich das Angebot, was den Kurs in der Regel steigen lässt. Metro legen um 1,4 Prozent auf 22,93 Euro zu und sind damit bislang Tagesgewinner. Das Einzelhandelsunternehmen verkauft alle 30 britischen Großmärkte an die Booker Group. Dafür erhält Metro 9,99 Prozent des Aktienkapitals von Booker sowie 15,8 Millionen Britische Pfund in bar.

    DEVISEN  zuletzt  +/- %  0.00 Uhr  Di, 18.09 Uhr 
    EUR/USD   1,2458  -0,2%    1,2487         1,2477 
    EUR/JPY  98,8215  -0,5%   99,3130        99,1130 
    EUR/CHF   1,2010  -0,0%    1,2012         1,2010 
    USD/JPY  79,3250  -0,3%   79,5400        79,4250 
    GBP/USD   1,5583  -0,3%    1,5635         1,5619 
    

    DJG/jej/raz

    Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

    Bild vergrößern - Bitte hier klicken

    In Kreis aufnehmen Follow Fan werden
    Anzeige

    Logo ABN-Amro Bank N.V. Ausgewählte RBS Hebelzertifikate auf
    DAX

    Name Typ Börse Bid Ask Knockout Hebel Spread hom.
    Mini Future auf DAX Call RBS 33,06 0,00 5.210,00 2,98 -3.306,00
Feedback

Ihr Feedback zu GodmodeTrader.de

Möchten Sie einen Verbesserungsvorschlag machen, Kritik oder Lob anbringen?

Bevor Sie einen technischen Fehler melden gehen Sie bitte sicher
dass Ihr Browser/System mit unserem Portal kompatibel ist: Diagnose

In manchen Fällen kann es vorkommen, dass sich unsererseits Rückfragen zu Ihrem Feedback ergeben. Damit wir optimal auf Ihr Feedback eingehen können, möchten wir Sie daher bitten, Ihren Namen und Ihre E-Mailadresse anzugeben. Wir möchten Sie um Verständnis dafür bitten, dass wir nicht jedes Feedback persönlich beantworten können. Vielen Dank!

Vielen Dank für Ihr Feedback.