Von MANUEL PRIEGO-THIMMEL
FRANKFURT--An Europas Börsen zeigt sich im frühen Handel am Donnerstag ein gemischtes Bild. Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,3 Prozent auf 2.438 Punkte, für den DAX geht es dagegen um 0,3 Prozent auf 6.943 Punkte nach unten. Vielfach ist von Sommerflaute und Urlaubsstimmung in den Handelsräumen zu hören. Die Berichtssaison liefert zwar erneut eine wahre Flut an Geschäftszahlen aus den Unternehmen, damit ist es aber bald vorbei. Und die Anleger werden sich bis September gedulden müssen, um zu sehen, was die Zentralbanken aus ihren Ärmeln schütteln werden.
Die Stimmung wird leicht gestützt von Nachrichten aus China. Der Inflationsdruck im Reich der Mitte scheint mit einer Jahresrate von 1,8 Prozent im Juli eingedämmt, was der dortigen Zentralbank Spielraum für eine zusätzliche geldpolitische Lockerung gibt. "Angesichts der rückläufigen Teuerung dürfte Wachstumsförderung für die Regierung vorrangig bleiben", urteilt Nomura-Volkswirt Zhang Zhiwei. Dafür spricht auch, dass die Industrieproduktion im Juli weniger stark gewachsen ist als erwartet.
Die Aktienmärkte der Peripherie werden derweil von wieder fallenden Renditen an den dortigen Anleihemärkten gestützt. Der Madrider IBEX steigt um 0,9 Prozent, in Mailand geht es mit den Kursen um 0,3 Prozent nach oben. Die Renditen auf spanische Zehnjahresanleihen sinken um 4 Basispunkte auf 6,73 Prozent, die entsprechende italienische gibt um 6 Basispunkte auf 5,79 Prozent nach.
Der Euro wird weiter unter 1,24 Dollar gehandelt. Der Ausbruch über die wichtige Marke von 1,2450 ist der Einheitswährung in den vergangenen Tagen nicht gelungen. Die Citigroup erwartet eine Rückkehr der Euro-Schwäche. Die Analysten gehen davon aus, dass das griechische Drama schon bald an den Finanzmärkten wieder thematisiert wird.
Commerzbank zwischen schwachem Ausblick und höherem Kapital
Die Aktie der Deutschen Telekom reagiert mit Gewinnmitnahmen auf den Geschäftsbericht. Erfreulich werten Händler die Dividendenaussagen. "Der Ausblick auf den Free Cashflow von rund 6 Milliarden Euro und die bestätigte Dividendenprognose dürften für Beruhigung sorgen", meint ein Händler. Das Papier fällt nach der zuletzt guten Kursentwicklung um 0,5 Prozent auf 9,34 Euro.
Ein schwacher Ausblick auf das zweite Halbjahr belastet die Aktie der Commerzbank. Positiv wird im Handel allerdings die komfortable Kapitalausstattung hervorgehoben. Demnach hat die Bank 2,8 Milliarden Euro mehr als erforderlich zusammenbekommen, um die Vorgaben der europäischen Bankenaufsicht EBA zu erfüllen. Die Anleger konzentrieren sich aber auf das Ausblick und schicken das Papier 4,3 Prozent in den Keller.
Unter Druck steht auch die Porsche-Aktie mit einem Minus von 4,5 Prozent. Im Streit mit verschiedenen Hedgefonds hat der Automobilkonzern einen Rückschlag erlitten. Der New York State Supreme Court hat den Antrag der Stuttgarter auf Klageabweisung abgelehnt. 26 Hedgefonds werfen der Holding Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung im Zusammenhang mit den Transaktionen mit VW-Aktien 2008 vor. Die Hedgefonds sprechen insgesamt von Schäden von mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar.
Aufwärts geht es dagegen für das Papier von Nestle, die Aktie gewinnt 1,9 Prozent. Nestle hat sehr solide Halbjahreszahlen vorgelegt. Die Bank Vontobel verweist auf das gute organische Wachstum und eine besser als erwartet ausgefallene Margenentwicklung.
DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 8.23 Uhr Mi, 18.04 Uhr EUR/USD 1,2352 -0,21% 1,2378 1,2364 EUR/JPY 97,1998 0,00% 97,1998 96,9813 EUR/CHF 1,2013 -0,01% 1,2014 1,2012 USD/JPY 78,5050 -0,02% 78,5200 78,4495 GBP/USD 1,5659 -0,05% 1,5667 1,5658
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