• MÄRKTE EUROPA/Europas Börsen hoffen auf Krisenlöser Notenbank

    Montag 30.07.2012, 10:25 Uhr
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    Von THOMAS LEPPERT 
     
    

    FRANKFURT--Die Hoffnung auf Anschubfinanzierungen der Notenbanken sorgt für Kursgewinne an den Börsen. Die Blicke richten sich auf Besserung in der Zukunft, denn die Wirklichkeit ist hart. In Europa tobt die Staatsschuldenkrise und die Wirtschaft befindet sich im Rückwärtsgang. So hat mit den USA die größte Volkswirtschaft der Welt erst am Wochenende die Wachstumsprognose auf 2,3 nach 2,7 Prozent gesenkt.

    Der Euro-Stoxx-50 notiert mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 2.319 Punkten. Für den deutschen Aktienmarkt geht es ebenfalls nach oben, der DAX gewinnt um 0,5 Prozent auf 6.724 Punkte. Der Euro handelt gegenüber dem Dollar wenig verändert bei 1,2280.

    In der laufenden woche sind die Notenbanken am Zug. Am Mittwochabend gibt die Federal Reserve das Ergebnis ihrer zweitägigen Sitzung bekannt, am Donnerstagmittag folgt die Europäische Zentralbank (EZB). Schwache Konjunkturdaten auf beiden Seiten des Atlantiks und die eskalierende Schuldenkrise in der Eurozone setzt die obersten Währungshüter unter Handlungsdruck. Die Erwartungen der Anleger sind enorm. Sie hoffen darauf, dass die Federal Reserve die Notenpresse in den USA wieder anwirft und die EZB an den Anleihenmärkten am Südrund der Eurozone interveniert.

    Nach Einschätzung der Societe Generale wird die EZB erneut nur etwas Zeit kaufen. Chefvolkswirtin Michala Marcussen rechnet mit Anleihenkäufen im Volumen von 20 bis 50 Milliarden Euro. Damit könnte zwar ein signifikanter Beitrag zur Refinanzierung Spaniens im laufenden Jahr geleistet werden. Einen wirklichen "Gamechanger" stelle dies aber nicht dar, denn die Handlungsmöglichkeiten der EZB seien eingeschränkt. Die Chefvolkswirtin hält die Strategie des Durchwurstelns in der Eurozone am wahrscheinlichsten. "Dieses könnte noch ein paar Jahre weiter durchgehalten werden", heißt es,

    Flankenschutz kommt von Seiten der Politik. So haben am Wochenende Politiker der größten Länder der Eurozone mit gemeinsamen Bekenntnissen zur Gemeinschaftswährung für weitere Beruhigung in Sachen Eurokrise gesorgt. So versicherten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der italienische Ministerpräsident Mario Monti, "alles zu tun, um die Eurozone zu schützen".

    Sollten die Notenbanken nicht ausreichend liefern, drohen in der zweiten Wochenhälfte Verluste an den Börsen und ein fallender Euro. Die Anleihemärkte in Spanien und Italien dürften von der Hoffnung auf Käufe durch die Europäische Zentralbank Unterstützung bekommen. Italienische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren starten mit einer Rendite von 5,92 Prozent in die Woche. Italien will am Vormittag für 3 bis 5,5 Milliarden Euro Staatsanleihen mit Laufzeiten von drei, fünf und zehn Jahren platzieren.

    Mit der Hoffnung auf eine Entspannung an den Kapitalmärkten stellen die Finanzwerte die Gewinner der ersten Stunde. Der Sub-Index der europäischen Banken legt um 1,7 Prozent zu, der der Finandienstleister um 1,4 Prozent und der der Versicherer um 1,4 Prozent. Im DAX stellt die Aktie der Deutschen Bank mit einem Plus von 2,3 Prozent den ersten Tagesgewinner.

    Am Morgen gab es bereits Nachrichten von den Fluggesellschaften. Zwar ist die französische Fluglinie Air France-KLM in die roten Zahlen gerutscht, allerdings nicht so schlimm wie von Analysten befürchtet. Die Aktie notiert mit einem Plus von 8 Prozent bei 4,22 Euro. Lufthansa steigen im Windschatten um 2 Prozent auf 10,28 Euro. Der Billigflieger Ryanair hat in seinem ersten Geschäftsquartal wegen einer hohen Treibstroffrechnung deutlich weniger verdient, will aber die eigenen Ziele dennoch erreichen. Die Aktie verliert 2,2 Prozent auf 3,82 Euro,

    In frühen Handel bricht die Gigaset-Aktie um 13 Prozent auf 1,41 Euro ein. Das Unternehmen hatte am Freitagabend Quartalszahlen vorgelegt. Analyst Adrian Pehl von equinet spricht von einer negativen Überraschung. Vor allem der feste Dollar scheine dem Unternehmen zuzusetzen. Das Unternehmen senkte seine Prognose,

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    DEVISEN  zuletzt  +/- %  0.00 Uhr  Fr, 17.45 Uhr 
    EUR/USD   1,2273  -0,2%    1,2302         1,2360 
    EUR/JPY  96,0797  -0,5%   96,5584        97,0693 
    EUR/CHF   1,2011  +0,0%    1,2011         1,2010 
    USD/JPY  78,2900  -0,2%   78,4850        78,5415 
    GBP/USD   1,5688  -0,3%    1,5735         1,5723 
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    Kontakt zum Autor: thomas,leppert@dowjones,com 
    DJG/thl/flf 
    

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