• MÄRKTE EUROPA/Griechischer Zwist sorgt für Abschläge

    Dienstag 08.05.2012, 13:19 Uhr
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    FRANKFURT (Dow Jones) - Die europäischen Börsen erleiden am Dienstagmittag Verluste. Die Erholungansätze vom Vortag sind damit versandet. Grund ist die angespannte Lage in Griechenland. "Die Unsicherheit nach den Parlamentswahlen bleibt erhalten", sagt ein Händler. Der Parteiführer der Nea Dimokratia, die stärkste Partei bei den Wahlen wurde, hatte am Montag mitgeteilt, dass es unter seiner Partei zu keiner Regierungsbildung kommen wird. Damit ist unklar, ob es nach dem Wahldebakel für die beiden großen Parteien vom Wochenende überhaupt zu stabilen politischen Verhältnissen kommen wird. Das aber macht die nächsten Hilfszahlungen für das Land unsicherer. Der DAX verliert ein Prozent auf 6.501 Punkte, der Euro-stoxx-50 1,2 Prozent auf 2.256 Punkte.

    Die schwierige Lage in Griechenland belastet auch den Euro. Mit 1,3028 Dollar ist die Gemeinschaftswährung wieder zurückgefallen, liegt aber noch über den Kursen von Montagmorgen, als sie wegen der Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland auf unter 1,30 Dollar abgerutscht war. "Die Marktteilnehmer sind schon sehr negativ gestimmt", meint Kevin Hebner, Devisenstratege bei J.P. Morgan. Um eine neue Verkaufswelle gegen den Euro zu starten, braucht es seiner Ansicht nach mehr als schwierige Verhältnisse in Griechenland.

    Die weiteren Aussichten für die Gemeinschaftswährung sind aber alles andere als gut. Spanien, Portugal und Griechenland dürften in diesem Jahr eine schmerzhafte Wirtschaftsflaute erleiden. Das könnte die Europäische Zentralbank zu weiteren Lockerungen verleiten. Die Fahne der Konjunktur hält allein die deutsche Wirtschaft noch hoch: Die Produktion im produzierenden Sektor ist im März dank eines rasanten Anstiegs der Bautätigkeit stärker als erwartet gestiegen.

    Versandboom verhilft Deutscher Post zu guten Zahlen

    Die Deutsche Post hat auch im ersten Quartal vom anhaltend regen Warenaustausch in Asien und dem boomenden Online-Handel profitiert. Der Gewinn ist überproportional gewachsen. "Sehr ordentlich", lobt denn auch equinet-Analyst Jochen Rothenbacher, der die Aktie zum Kauf empfiehlt. Sie verliert nach anfänglichen Gewinnen 1,2 Prozent auf 14,09 Euro. Nicht ganz so überzeugend sind die Geschäftszahlen von Munich Re ausgefallen. Weniger Großschäden und Gewinne aus Kapitalanlagen haben die Münchener im ersten Quartal zwar in die Gewinnzone zurückgebracht, aber andere waren noch erfolgreicher.

    "Die Zahlen der Swiss Re haben mir besser gefallen", bemängelt Christian Muschick, Analyst bei Silvia Quandt Research. Ein Blick auf die vergleichsweise schwächere Eigenkapitalentwicklung verrate, dass das Unternehmen weniger von den sinkenden Zinsen und Währungseffekten profitieren konnte als die Wettbewerber. Die Aktie verliert 2 Prozent auf 105,70 Euro. Von guten Geschäftszahlen profitiert dagegen die Aktie der britischen Großbank HSBC. Der Kurs rückt um 0,8 Prozent auf 600 Pence vor.

    Auch Telekommunikationsunternehmen ziehen das Interesse auf sich. America Movil hat für den niederländischen Telekommunikationsdienstleister KPN 8 Euro je Aktie geboten. Das entspricht einer Prämie von 23,5 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag. Das Unternehmen des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim will den Anteil an KPN, der Muttergesellschaft von E-Plus, auf 28 Prozent aufstocken. Derzeit hält America Movil 4,8 Prozent. "Das zeigt, wie attraktiv niedrig die Bewertung der europäischen Telekommunikationsdienstleister mittlerweile ist", sagt ein Händler. KPN springen um 17,8 Prozent auf 7,63 Euro an.

    Rheinmetall profitieren von flügger Tochter

    Der geplante Börsengang der Rheinmetall-Tochter Kolbenschmidt Pierburg kommt am Markt gut an. Mit einer Neubewertung der Rheinmetall-Aktie rechnet DZ-Analyst Markus Turnwald. Auf dem derzeitigen Kursniveau werde die Aktie mit deutlichen Abschlägen zu ihren Wettbewerbern aus dem Automotive- und Rüstungsbereich gehandelt. Rheinmetall steigen um 1,1 Prozent auf 38,52 Euro. Deutlicher Zuwächse bei den Geschäftszahlen erfreut sich Gildemeister. Das Geschäft läuft so gut, dass der Maschinenbauer schon jetzt eine höhere Dividende für 2012 in Aussicht stellt. Die Aktie zieht um 2,5 Prozent auf 15,33 Euro an.

    Hoffnungsschimmer gibt es bei Hochtief. Der Baukonzern hat im ersten Quartal zwar weiterhin rote Zahlen geschrieben, der Verlust ist im Vergleich zum Vorjahr jedoch deutlich verringert worden. Die Aktie legt um 1,6 Prozent auf 43,66 Euro zu.

     
    INDEX                  Stand      +-% 
    Euro-Stoxx-50       2.259,32   -1,04% 
    Stoxx-50            2.376,92   -0,39% 
    DAX
                                                                
                                                                           6.512,05   -0,87% 
    FTSE                5.642,58   -0,22% 
    CAC                 3.159,61   -1,70% 
    EUREX                  Stand  +-Ticks 
    Bund-Future         142,26%      +34 
     
     
    DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Di, 8.25 Uhr  Mo, 17.45 Uhr 
    EUR/USD
                                                                
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    EUR/JPY
                                                                
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    EUR/CHF
                                                                
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    USD/JPY
                                                                
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    GBP/USD    1,6154  -0,13%        1,6175         1,6193 
     
    DJG/mif/flf 
    

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