• MÄRKTE EUROPA/Hoffnung auf Stimuli der Notenbanken hilft Aktien

    Mittwoch 13.06.2012, 10:24 Uhr
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    In einem weiter unsicheren Umfeld verbuchen die europäischen Börsen am Mittwoch fragile Gewinne. Einige Anleger kaufen in der Hoffnung auf weitere Konjunkturstimuli durch die großen Notenbanken. Sollten diese Erwartungen aber nicht erfüllt werden, kann der Optimismus auch schnell wieder umschlagen. Zudem droht am Wochenende mit der Wahl in Griechenland eine weitere Eskalation der Krise. Ein Euro-Austritt Athens ist nicht mehr auszuschließen. Zudem ist weiter kein Weg gefunden, die Risiken der europäischen Banken von den Staatsschuldenrisiken abzukoppeln.

    Während der Euro-Stoxx-50 um 0,4 Prozent zulegt, verbucht der deutsche Aktienmarkt ein Plus von mageren 0,1 Prozent. Beide Indizes kommen von ihren Tageshochs bereits wieder deutlich zurück. Das zeigt wie schwankungsanfällig die Märkte sind.

    Die Indizes profitieren von den Aussagen des Präsidenten der Notenbank von Chicago, Charles Evans, die für eine kleine Erholungsrally an der Wall Street gesorgt hatten. Evans wiederholte, dass er eine weitere Geldmengenausweitung (QE 3) durch die US-Notenbank unterstütze. "Es ist inzwischen ein Reflex der Börse, auf die Hoffnung einer weiteren Runde des quantitative Easing mit Kursgewinnen zu reagieren", so ein Geschäftsführer von Direct Access Partners.

    Auch wenn auf der US-Notenbanksitzung in der kommenden Woche keine neue Runde der Geldmengenausweitung eingeläutet werden sollte, gehen Marktteilnehmer davon aus, dass die auslaufende "Operation Twist" möglicherweise verlängert wird. Damit würde die US-Notenbank Gelder aus fälligen Staatsanleihen für Käufe länger laufender US-Staatsanleihen verwenden, um damit das Zinsniveau am langen Ende zu drücken.

    Mit zunehmender Sorge wird die Entwicklung bei den europäischen Staatsanleihen geschaut. Die Renditen des größten Schuldners der Eurozone, Italien, haben sich über der kritischen Marke von 6 Prozent für zehnjährige Anleihen festgesetzt. Und die Renditen der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, Spanien, rentieren mit 6,60 Prozent bereits sehr deutlich jenseits dieser Marke.

    Erste Warnzeichen senden nun auch die Staatsanleihen aus der Kernzone Europas, die auf breiter Front steigen. Die deutschen Bundesanleihen weisen seit Anfang des Monats deutlich steigende Renditen auf. Aktuell liegt sie bei 1,50 Prozent, im Tief Anfang des Monats waren es 1,17 Prozent. Spannend wird daher, wie die Aufstockung der Anleihe am Vormittag verläuft. Der Bund stockt das Volumen der Bundesanleihe am Vormittag um 5 Milliarden Euro auf.

    Die Societe Generale betont bereits, dass der "Sichere-Hafen-Status" der Bundesanleihen schwinde. Die Entwicklung in Europa halte für den Schuldner Deutschland zwei Risiken parat. Entweder habe Deutschland einen größeren Teil der europäischen Schuldenlast zu tragen, oder aber die Ausweitung der Zinsdifferenzen belaste die Bilanzen der Banken so stark, dass der Staat möglicherweise einschreiten müsse.

    Zu den größten Gewinnern in Europa gehört die Aktie des spanischen Textilkonzerns Inditex, der von seinem Expansionskurs in den Schwellenländern profitiert. Im ersten Quartal steigerte der Besitzer der Modekette Zara seinen Gewinn um fast ein Drittel. Die Aktie steigt um 8 Prozent auf 73,11 Euro.

    In Deutschland steigen die Aktien der Versorger, nachdem die Analysten der UBS am Vortag ihren Kunden E.ON zum Kauf empfohlen hatten. Zudem versuchen die deutschen Energieversorger E.ON, RWE und Vattenfall einem Zeitungsbericht zufolge rund 15 Milliarden Euro Schadensersatz für den Atomausstieg einklagen. Allein E.ON beziffere den Schaden durch die "Energiewende" in seiner Verfassungsbeschwerde auf mindestens 8 Milliarden Euro, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung. E.ON steigen um 2 Prozent auf 14,93 Euro, RWE legen um 1,6 Prozent auf 29,24 Euro zu.

    Die seit Jahresstart arg geschundenen deutschen Solarwerten legen zu, nachdem an der Wall Street die Aktie des US-Wettbewerbers First Solar um 21 Prozent haussierten. Der US-Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen hat die Schließung seines Werks in Frankfurt an der Oder von Ende Oktober auf das Jahresende verschoben. "Der Grund dafür ist eine gestiegene Nachfrage in Europa, die auf kurze Frist über den Erwartungen liegt", sagte ein Sprecher von First Solar. SolarWorld legen um 3,3 Prozent auf 1,44 Euro zu, SMA Solar steigen um 2 Prozent auf 23,76 Euro.

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