• MÄRKTE EUROPA/Notenbank-Hoffnungen heizen Risikobereitschaft an

    Montag 06.08.2012, 17:56 Uhr
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    -Von Herbert Rude

    Die Hoffnung auf eine Entspannung in der Euro-Krise hat die Sommerrally an den Aktienbörsen weiter angeheizt. Der DAX gewann 0,8 Prozent auf 6.919 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,1 Prozent und schloss nur knapp unter der 2.400er Marke, die er im Verlauf des Nachmittaggeschäfts erstmals seit Anfang April wieder überwunden hatte. Gestützt wurde die Stimmung von fallenden Zinsen am spanischen Anleihenmarkt. Dort waren vor allem Kurzläufer gefragt: Die Rendite zweijähriger spanischer Staatspapiere fiel um mehr als 50 Basispunkte auf unter 3,3 Prozent.

    Grund sind die Spekulationen um einen Aufkauf der Anleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB): "Die Aufmerksamkeit der Märkte wird weiter auf Spanien liegen als möglicher Auslöser für Anleihenkäufe durch die EZB", sagte Slavena Nazarova von der Credit Agricole. Der spanische Premierminister Rajoy zögert noch, Hilfen für sein Land zu beantragen. Zuletzt hat die Regierung in Madrid einen Hilfsantrag beim EFSF aber nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Ein solcher Antrag wäre Voraussetzung für ein Eingreifen der EZB.

    Der Index der Madrider Börse gewann 4,4 Prozent. Der Euro verteidigte die jüngsten Gewinne und verharrt an der Marke von 1,24 US-Dollar. Die Rendite deutscher Bundesanleihen kam wieder etwas zurück auf 1,39 Prozent.

    Auch in Athen waren die Aktien gefragt, der Athener Aktien-Index stieg um 1,8 Prozent. Der Internationale Währungsfonds hat sich zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen der internationalen Gläubiger mit Griechenland gezeigt. "Wir haben gute Fortschritte erzielt", sagte IWF-Vertreter Poul Thomsen nach Gesprächen der Troika mit dem griechischen Finanzminister Yannis Stournaras und Arbeitsminister Giannis Vroutsis. Die zugesagten Einsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro sind Voraussetzung für die Freigabe einer weiteren Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro im September.

    Risikobereitschaft zieht an

    Gefragt waren in Europa vor allem konjunkturabhängige Aktien, aber auch Versicherungen und Banken. Die Papiere der spanischen Banken profitierten besonders stark von der Entspannung bei den Anleihen des Landes: BBVA gewannen 4,5 Prozent und Santander 4,0 Prozent. In Paris stiegen die Aktien von BNP Paribas um 3,7 Prozent, in London gewannen die Titel der Royal Bank of Scotland mit einem Plus von 5,8 Prozent besonders stark. Der Banken-Index im Euro-Stoxx zog um 2,6 Prozent an.

    Gesucht waren auch Autowerte. Auf Erholungskurs lagen Peugeot: Nachdem die Titel in den vergangenen Monaten stark unter die Räder gekommen waren, zogen sie nun um 7,8 Prozent an. Unter der steigenden Risikobereitschaft litten einige der konjunkturunabhängigen oder defensiven Titel, die bereits besonders gut abgeschnitten haben. Denn Anleger tauschten sie in riskantere Aktien um. So verloren Sanofi 1,3 Prozent und Roche 1,0 Prozent, auch Deutsche Telekom und Bayer gaben nach.

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    Europäische Schlussbörsen vom Montag, 6. August 
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    .            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
    .                              stand      absolut         in %          seit 
    .                                                               Jahresbeginn 
    Europa       Euro-Stoxx-50   2399,32        26,74        +1,1%           3,6 
    .            Stoxx-50        2531,41         2,40        +0,1%           6,8 
    .            Stoxx-600        266,80         1,22        +0,5%           9,1 
    Frankfurt    XETRA-DAX       6918,72        53,06        +0,8%          17,3 
    London       FTSE-100        5808,77        21,49        +0,4%           4,3 
    Paris        CAC-40          3401,56        27,37        +0,8%           7,7 
    Amsterdam    AEX
                                                                
                                                                        330,40        -0,03        -0,0%           5,7 
    Athen        ATHEX-20         220,37         5,06        +2,4%         -16,8 
    Brüssel      BEL-20          2336,22        31,99        +1,4%          12,1 
    Budapest     BUX            18007,00       360,80        +2,0%           6,1 
    Helsinki     OMXH-25         1985,26        26,13        +1,3%           2,2 
    Kopenhagen   OMXC-20          488,30         2,07        +0,4%          25,2 
    Lissabon     PSI 20          4633,45        72,56        +1,6%         -14,4 
    Madrid       IBEX-35         6755,70       297,90        +4,4%         -17,7 
    Mailand      FTSE-MIB       14342,03       217,14        +1,5%          -5,0 
    Moskau       RTS             1432,68        62,79        +4,6%           3,7 
    Oslo         OBX              397,94         1,46        +0,4%          11,3 
    Prag         PX               913,70        14,50        +1,6%           0,3 
    Stockholm    OMXS-30         1076,44        -4,63        -0,4%           9,0 
    Warschau     WIG-20          2261,97        39,33        +1,8%           5,5 
    Wien         ATX             2039,52        31,60        +1,6%           7,8 
    Zürich       SMI
                                                                
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    DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Mo, 8.35 Uhr  Fr, 17.50 Uhr 
    EUR/USD
                                                                
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    USD/JPY
                                                                
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    GBP/USD   1,5619   0,02%        1,5616         1,5648 
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