-Von Herbert Rude
Die Hoffnung auf eine Entspannung in der Euro-Krise hat die Sommerrally an den Aktienbörsen weiter angeheizt. Der DAX gewann 0,8 Prozent auf 6.919 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,1 Prozent und schloss nur knapp unter der 2.400er Marke, die er im Verlauf des Nachmittaggeschäfts erstmals seit Anfang April wieder überwunden hatte. Gestützt wurde die Stimmung von fallenden Zinsen am spanischen Anleihenmarkt. Dort waren vor allem Kurzläufer gefragt: Die Rendite zweijähriger spanischer Staatspapiere fiel um mehr als 50 Basispunkte auf unter 3,3 Prozent.
Grund sind die Spekulationen um einen Aufkauf der Anleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB): "Die Aufmerksamkeit der Märkte wird weiter auf Spanien liegen als möglicher Auslöser für Anleihenkäufe durch die EZB", sagte Slavena Nazarova von der Credit Agricole. Der spanische Premierminister Rajoy zögert noch, Hilfen für sein Land zu beantragen. Zuletzt hat die Regierung in Madrid einen Hilfsantrag beim EFSF aber nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Ein solcher Antrag wäre Voraussetzung für ein Eingreifen der EZB.
Der Index der Madrider Börse gewann 4,4 Prozent. Der Euro verteidigte die jüngsten Gewinne und verharrt an der Marke von 1,24 US-Dollar. Die Rendite deutscher Bundesanleihen kam wieder etwas zurück auf 1,39 Prozent.
Auch in Athen waren die Aktien gefragt, der Athener Aktien-Index stieg um 1,8 Prozent. Der Internationale Währungsfonds hat sich zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen der internationalen Gläubiger mit Griechenland gezeigt. "Wir haben gute Fortschritte erzielt", sagte IWF-Vertreter Poul Thomsen nach Gesprächen der Troika mit dem griechischen Finanzminister Yannis Stournaras und Arbeitsminister Giannis Vroutsis. Die zugesagten Einsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro sind Voraussetzung für die Freigabe einer weiteren Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro im September.
Risikobereitschaft zieht an
Gefragt waren in Europa vor allem konjunkturabhängige Aktien, aber auch Versicherungen und Banken. Die Papiere der spanischen Banken profitierten besonders stark von der Entspannung bei den Anleihen des Landes: BBVA gewannen 4,5 Prozent und Santander 4,0 Prozent. In Paris stiegen die Aktien von BNP Paribas um 3,7 Prozent, in London gewannen die Titel der Royal Bank of Scotland mit einem Plus von 5,8 Prozent besonders stark. Der Banken-Index im Euro-Stoxx zog um 2,6 Prozent an.
Gesucht waren auch Autowerte. Auf Erholungskurs lagen Peugeot: Nachdem die Titel in den vergangenen Monaten stark unter die Räder gekommen waren, zogen sie nun um 7,8 Prozent an. Unter der steigenden Risikobereitschaft litten einige der konjunkturunabhängigen oder defensiven Titel, die bereits besonders gut abgeschnitten haben. Denn Anleger tauschten sie in riskantere Aktien um. So verloren Sanofi 1,3 Prozent und Roche 1,0 Prozent, auch Deutsche Telekom und Bayer gaben nach.
=== Europäische Schlussbörsen vom Montag, 6. August .=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2399,32 26,74 +1,1% 3,6 . Stoxx-50 2531,41 2,40 +0,1% 6,8 . Stoxx-600 266,80 1,22 +0,5% 9,1 Frankfurt XETRA-DAX 6918,72 53,06 +0,8% 17,3 London FTSE-100 5808,77 21,49 +0,4% 4,3 Paris CAC-40 3401,56 27,37 +0,8% 7,7 Amsterdam AEX 330,40 -0,03 -0,0% 5,7 Athen ATHEX-20 220,37 5,06 +2,4% -16,8 Brüssel BEL-20 2336,22 31,99 +1,4% 12,1 Budapest BUX 18007,00 360,80 +2,0% 6,1 Helsinki OMXH-25 1985,26 26,13 +1,3% 2,2 Kopenhagen OMXC-20 488,30 2,07 +0,4% 25,2 Lissabon PSI 20 4633,45 72,56 +1,6% -14,4 Madrid IBEX-35 6755,70 297,90 +4,4% -17,7 Mailand FTSE-MIB 14342,03 217,14 +1,5% -5,0 Moskau RTS 1432,68 62,79 +4,6% 3,7 Oslo OBX 397,94 1,46 +0,4% 11,3 Prag PX 913,70 14,50 +1,6% 0,3 Stockholm OMXS-30 1076,44 -4,63 -0,4% 9,0 Warschau WIG-20 2261,97 39,33 +1,8% 5,5 Wien ATX 2039,52 31,60 +1,6% 7,8 Zürich SMI 6463,01 1,47 +0,0% 8,9 DEVISEN zuletzt '+/- % Mo, 8.35 Uhr Fr, 17.50 Uhr EUR/USD 1,2418 0,32% 1,2379 1,2388 EUR/JPY 97,0613 0,02% 97,0385 97,3652 EUR/CHF 1,2012 -0,03% 1,2015 1,2015 USD/JPY 78,1770 -0,29% 78,4050 78,6055 GBP/USD 1,5619 0,02% 1,5616 1,5648 .===
Kontakt zum Autor: herbert.rude@dowjones.com
DJG/hru/raz
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.



