• MÄRKTE EUROPA/Ruhe nach der Rally

    Mittwoch 18.04.2012, 09:56 Uhr
    - +

    FRANKFURT (Dow Jones) - Nach der Rally am Dienstag sind Europas Aktienmärkte mit leichten Verlusten in die Wochenmitte gestartet. Der Euro-Stoxx-50 gibt im frühen Geschäft um 0,5 Prozent auf 2.356 Punkte nach. Für den DAX geht es um 0,1 Prozent auf 6.793 Punkte nach unten. Auch bei den Einzelwerten ändern sich die Kurse lediglich in homöopathischer Dosis.

    Aus fundamentaler Sicht pendelten die Börsen gegenwärtig zwischen zwei Polen, sagt Colleen Supran von Bingham, Osborn & Scarborough in San Francisco. So erfüllten die Quartalsberichte von US-Unternehmen wie zuletzt IBM und Intel weiter mehr oder weniger exakt die Markterwartungen, gleichzeitig würde die Entwicklung der spanischen Refinanzierungsprobleme jedoch mit anhaltender Sorge verfolgt. "Das wird die Volatilität an den Aktienmärkten hoch halten."

    Härtetest für Spanien kommt am Donnerstag

    Auch die Lage in Spanien selbst steht derzeit weiter auf Messers Schneide. So haben die Iberer am Vortag zwar rund 3,2 Milliarden Euro an Schatzanweisungen mit Laufzeiten von zwölf und achtzehn Monaten unter die Anleger gebracht. Das war zwar etwas mehr als angestrebt, der Erfolg wurde jedoch mit deutlich höheren Zinsen erkauft. Dennoch legte sich damit die Sorge etwas, dass den spanischen Banken - traditionell die stärksten Käufer heimischer Schuldtitel - bereits die Mittel aus den Langfristtendern der Europäischen Zentralbank ausgegangen sind.

    Der eigentliche Härtetest für das Vertrauen der Anleger steht allerdings erst am Donnerstag an, dann will das unter maladen Arbeits- und Immobilienmärkten leidende Land Staatsanleihen mit Fälligkeit in den Jahren 2014 und 2022 versteigern. "Diese Auktion länger laufender Schuldtitel ist entscheidend und wird ein genaueres Bild der Stimmung zeichnen", sagt Nicholas Spiro von Spiro Sovereign Strategy.

    Auch von der Seite der makroökonomischen Kennziffern sind am Mittwoch keine sonderlichen Impulse zu erwarten. Denn auf dem Programm stehen sowohl aus Europa als auch den USA nur Konjunkturdaten aus der bestenfalls zweiten Reihe. Diese Stimmung "zwischen Baum und Borke" spiegelt sich auch am Devisenmarkt wider, wo der Euro kaum verändert um 1,31 Dollar zum Greenback gehandelt wird.

    "Während sich die Nervosität an den Anleihemärkten der europäischen Peripherieländer am Vortag wieder leicht gelegt hat, kann man starke Impulse auf der Währungsseite aktuell weiter mit der Lupe suchen", sagt Commerzbank-Analystin Carolin Hecht. Die als sichere Häfen geltenden deutschen Renten-Futures ziehen spiegelbildlich zu den Verlusten an den Börsen etwas an.

    Kapitalerhöhung lastet auf GSW - Douglas von LVMH-Spekulation gestützt

    Kaum verwunderlich, dass die Kurse im frühen Frankfurter Geschäft ebenfalls zumeist auf der Stelle treten. Für GSW Immobilien geht es allerdings um 3,9 Prozent auf 24,79 Euro nach unten. Das Unternehmen will das Grundkapital durch die Ausgabe von gut 9 Millionen Stammaktien erhöhen. Die Erlöse sollen für "künftige Zukäufe und zur Optimierung der strategischen und finanziellen Flexibilität" verwendet werden. Allerdings verwässert die steigende Zahl von Anteilscheinen auch den Gewinn einzelner Aktionäre, die bei solchen Maßnahmen daher in der Regel reflexartig den Rückzug antreten.

    SGL Carbon fallen um 2,0 Prozent auf 34,48 Euro. Trotz einer leichten Umsatzsteigerung im ersten Quartal hat der Graphitspezialist das operative Ergebnis nur auf dem Niveau des Vorjahrs gehalten. Noch dazu will der Graphitspezialist eine Wandelanleihe platzieren. "Das kommt überraschend, da es aus unserer Sicht keine sonderliche Notwendigkeit für frisches Geld gegeben hat", sagt DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp. Der Verwässerungseffekt aus der Maßnahme belaufe sich auf 9 Prozent.

    Douglas rücken hingegen um 2,8 Prozent auf 35,16 Euro vor. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hat der unter Problemen bei der Buchhandelskette Thalia leidende Einzelhandelskonzern erste Kontakte zum Luxusgüterhersteller LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton geknüpft. Die Familie Kreke, mit einem Anteil von 12,7 Prozent Großaktionär von Douglas, erwägt das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Verhandlungen über den Einstieg von Finanzinvestoren sind laut Bloomberg aber ins Stocken gekommen.

    In London geht es für Tesco um 1,6 Prozent auf 333,70 Britische Pence nach oben. Der Einzelhändler hat im vergangenen Jahr einen leicht über den Erwartungen ausgefallenen Vorsteuergewinn eingefahren. Dazu hätten vor allem die starken Ergebnisse der Gemeinschaftsunternehmen sowie niedrigere Finanzierungskosten beigetragen, merken die Analysten von Shore Capital an.

    === 
    DEVISEN   zuletzt  +/- %  0.00 Uhr  Di, 18.00 Uhr 
    EUR/USD    1,3110  -0,1%    1,3128         1,3122 
    EUR/JPY  106,6216  +0,4%  106,1858       105,9324 
    EUR/CHF    1,2021  +0,1%    1,2015         1,2016 
    USD/JPY   81,3050  +0,5%   80,8900        80,7385 
    GBP/USD    1,5917  -0,1%    1,5928         1,5930 
    === 
    DJG/jej/raz 
     
    

    Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

    Bild vergrößern - Bitte hier klicken

    In Kreis aufnehmen Follow Fan werden
    Anzeige

    Logo ABN-Amro Bank N.V. Ausgewählte RBS Hebelzertifikate auf
    DAX

    Name Typ Börse Bid Ask Knockout Hebel Spread hom.
    Mini Future auf DAX Call RBS 31,89 0,00 5.210,00 2,98 -3.189,00
Feedback

Ihr Feedback zu GodmodeTrader.de

Möchten Sie einen Verbesserungsvorschlag machen, Kritik oder Lob anbringen?

Bevor Sie einen technischen Fehler melden gehen Sie bitte sicher
dass Ihr Browser/System mit unserem Portal kompatibel ist: Diagnose

In manchen Fällen kann es vorkommen, dass sich unsererseits Rückfragen zu Ihrem Feedback ergeben. Damit wir optimal auf Ihr Feedback eingehen können, möchten wir Sie daher bitten, Ihren Namen und Ihre E-Mailadresse anzugeben. Wir möchten Sie um Verständnis dafür bitten, dass wir nicht jedes Feedback persönlich beantworten können. Vielen Dank!

Vielen Dank für Ihr Feedback.