Von Benjamin Krieger
Durch eine wahre Flut von Geschäftszahlen müssen sich Händler, Investoren und Analysten am Donnerstag kämpfen. Neben den vier DAX-Konzernen Volkswagen, Siemens, Deutsche Börse und BASF berichten rund ein Dutzend europäischer Schwergewichte wie Roche, Unilever und Royal Dutch Shell über ihre Geschäfte in den Monaten April bis Juni. Enttäuschende Ergebnisse von Daimler und MAN ziehen den DAX leicht ins Minus, er gibt um 0,3 Prozent auf 6.389 Punkte nach.
Die Leitindizes der anderen europäischen Börsenplätze pendeln um ihre Schlusskurse vom Vortag. Am Freitag veröffentlicht das US-Handelsministerium die Wachstumszahlen im zweiten Quartal. Vor diesem Ereignis sind die Börsen in Lauerstellung übergegangen.
Unternehmensgewinne enttäuschen
Siemens-Aktien büßen 3,3 Prozent ein und sind damit nach MAN der zweitgrößte Kursverlierer im DAX . Der Auftragseingang der Münchener lag im vergangenen Quartal mit 17,8 Milliarden Euro um mehr als zwei Milliarden Euro unter der Prognose von Analysten. Das Gewinnziel für das laufende Jahr sei "deutlich ehrgeiziger" geworden, ließ Siemens wissen.
MAN stutzte bereits am Mittwochabend die Gewinnprognose für 2012, was die Aktie um 5,7 Prozent nach unten drückt. "Die Gewinnentwicklung ist enttäuschend", sagt ein Händler. Im ersten Halbjahr blieb der Gewinn des Lkw-Herstellers um knapp 14 Prozent unter der Konsensprognose von Analysten. Im Fahrwasser von MAN geben auch Daimler um 1,2 Prozent nach. Daimler ist mit der US-Marke Freightliner wie MAN im Truck-Geschäft aktiv.
Der Chemieriese BASF hat im zweiten Quartal etwas mehr umgesetzt als erwartet, der Gewinn blieb jedoch auch hier etwas hinter den Prognosen von Dow Jones Newswires zurück. Die Aktie gibt um 0,1 Prozent nach.
Aktien der Deutschen Bank, die am Vortag auf den tiefsten Stand seit Ende November 2011 gefallen waren, erholen sich um 1,1 Prozent.
Der französische Pharmakonzern Sanofi hat im zweiten Quartal 1,94 Milliarden Euro verdient, das sind 60 Millionen Euro mehr als Analysten im Konsens erwartet. Die Aktie steigt um 0,6 Prozent. Der schweizerische Wettbewerber Roche hat weniger verdient als erwartet, die Aktie gibt um 0,5 Prozent nach.
France Telecom steigen und Telefonica fallen
Getrennte Wege gehen die Aktien der großen europäischen Telekomkonzerne France Telecom und Telefonica. Während France Telecom nach Quartalszahlen um 2,7 Prozent zulegen, büßen die Papiere der Spanier nach Geschäftszahlen fünf Prozent ein.
Unilever ziehen nach starken Geschäftszahlen um mehr als vier Prozent an. Royal Dutch Shell büßen dagegen an der Londoner Börse 2,8 Prozent ein, nachdem der Gewinn des Ölriesen im zweiten Quartal um zwölf Prozent eingebrochen ist.
In der zweiten Reihe verteuern sich Aktien des Werkzeugherstellers Gildemeister um 1,7 Prozent. Die Bielefelder haben im zweiten Quartal den Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent gesteigert. Papiere von Wincor Nixdorf legen um 3,6 Prozent zu, nachdem der Hersteller von Geldautomaten mehr umgesetzt und verdient hat als erwartet. Puma verteuern sich nach Quartalszahlen um 2,7 Prozent.
Am Devisenmarkt hat der Euro im frühen Handel zu Dollar und Yen etwas aufgewertet. Zum Dollar wird die Gemeinschaftswährung mit 1,2150 Dollar bezahlt nach einem Tiefstkurs von 1,2127 Dollar. Die Bank Crédit Agricole gibt jedoch einen unverändert düsteren Ausblick für den Euro. "Der Devisenmarkt scheint willens, die unglaublich hartnäckig negative Haltung zum Euro beizubehalten."
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.05 Uhr EUR/USD 1,2148 -0,0% 1,2150 1,2135 EUR/JPY 94,9361 -0,0% 94,9629 94,9103 EUR/CHF 1,2007 -0,0% 1,2009 1,2009 USD/JPY 78,1510 -0,0% 78,1605 78,2265 GBP/USD 1,5499 +0,0% 1,5495 1,5481
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