• MÄRKTE EUROPA/Schwaches Wachstum lastet auf Börse

    Donnerstag 12.07.2012, 18:28 Uhr
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       Von Thomas Leppert 
    

    FRANKFURT--Dem schwachen globalen Wachstum kann sich der Aktienmarkt momentan nicht entziehen. Gespannt schauen die Investoren daher auf China, das am Freitagmorgen die Wachstumsrate für das zweite Quartal veröffentlicht. Sollte das Wachstum unterhalb der 2012er Vorgabe von 7,5 Prozent ausfallen, dürfte wohl eine weitere Verkaufswelle über die Börsen gehen. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,8 Prozent auf 2.228 Punkte nach unten, der DAX beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,5 Prozent bei 6.419,35 Punkten

    Es ist vor allem die Sorge, dass das globale Wirtschaftswachstum nicht wieder ins Rollen kommt. Daher zeigten sich einige Marktteilnehmer auch davon enttäuscht, als die US-Notenbank am Vorabend kein klares Signal für eine weitere Runde der Geldmengenausweitung lieferte. Denn darauf warten viele Investoren, die momentan der Entwicklung an der Börsen noch von der Seitenlinie aus zuschauen. Nun dürften sie weiter mit dem Einstieg abwarten.

    Andere Notenbanken lieferten dagegen, um der heimischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. So hat die brasilianische Notenbank die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf nun 8 Prozent gesenkt, auch die Notenbank von Südkorea überraschte mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte auf nun 3 Prozent. Beide Notenbanken verwiesen darauf, dass das schwache globale wirtschaftliche Umfeld einen negativen Effekt auf die Exporte des Landes hätte und zu dem Schritt geführt habe.

    "Die Eurozone ist in der Rezession, in den USA zeichnet sich eine Abschwächung ab und in den Schwellenländern ist ebenfalls eine geringere Dynamik zu verzeichnen" stuft Thomas Gitzel, Volkswirt der VP Bank, die aktuelle Lage ein. Die Bekämpfung der Schuldenkrise werde vor dem Hintergrund einer an Kontur gewinnenden globalen wirtschaftlichen Abkühlung schwieriger.

    Euro fällt unter 1,22 zum Dollar

    Der Euro kennt in dieser Umgebung nur einen Weg: nach unten. So fiel die europäische Gemeinschaftswährung erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 1,22 Dollar. Im Tief sackte sie bis auf 1,2167 Dollar ab. Die "griechische Situation" oder die "Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts" über den ESM sind für Ian Stannard, Währungsstratege bei Morgan Stanley, die Belastungsfaktoren. Angesichts solcher Hypotheken sei kein Raum für Gewinne der europäischen Gemeinschaftswährung in den nächsten Wochen.

    SAP entzieht sich schwachem Sektortrend

    Nach überraschend vorgelegten Zahlen legte die Aktie von SAP um 2,6 Prozent auf 47,50 Euro zu. Das Ergebnis überraschte um so mehr, da Wettbewerber wie Informatica und Infosys jüngst mit Gewinnwarnungen aufwarteten. "Das dürfte einige auf dem falschen Fuß erwischt haben", so ein Händler. Die Analysten der DZ-Bank loben die Entwicklung im zweiten Quartal. SAP habe darauf verwiesen, dass die Bereiche HANA, Mobile und Cloud ausgezeichnete Ergebnisse ausgewiesen hätten. Dies zeige, dass das Unternehmen mit seiner aktuellen Strategie gut aufgestellt sei.

    Dentsu will global werben - Aegis das Objekt der Begierde

    Der japanische Werbekonzern Dentsu lässt sich von der immer schwächer werdenden Konjunktur in Europa nicht abschrecken. Das Tokioter Unternehmen legt 3,16 Milliarden Britische Pfund auf den Tisch und kauft dafür das britische Medienunternehmen Aegis. Die Japaner wollen durch den Zukauf in einer Liga mit Medien- und Werbekonzernen wie WPP, Publicis oder Omnicom spielen. Die Aktionäre von Aegis freuen sich über die Vision von Dentsu, die Aktie schloss mit einem Plus von 45 Prozent bei 235,30 britischen Pence.

    Airbus sammelt in Farnborough Aufträge

    Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat auf der Luftfahrtmesse im englischen Farnborough seine Auftragsbücher gut gefüllt. Die EADS-Tochter sammelte Bestellungen für 115 Flugzeuge mit einem Gesamtvolumen von 16,9 Milliarden US-Dollar ein. Die Aufträge spiegeln die starke Nachfrage für die neuen, spritsparenden Versionen der A-320 und A-330-Maschinen. Ihr Volumen kommt allerdings kaum an die Rekordauftragssumme von 72,2 Milliarden Euro heran, die Airbus im vergangenen Jahr auf der Luftfahrtschau in Paris eingesammelt hatte. Die Aktie schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 26,79 Euro.

    Südzucker verdient mit Rüben viel Geld

    Südzucker-Papiere stiegen nach Vorlage der Zahlen auf ein Allzeithoch bei 28,74 Euro. Wer in Deutschland in Agrarrohstoffe investieren will, kommt an Südzucker kaum vorbei. Während die Zuckerrüben noch in der Erde schlummern, brummt das Geschäft. Neben Zucker hat das Unternehmen noch die Freiberger Pizzen im Angebot. Aber auch die Beteiligungen an Crop Energies und der österreichischen Agrana entwickeln sich vielversprechend.

    Europäische Schlussbörsen vom Donnerstag, 12. Juli 
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    .            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
    .                              stand      absolut         in %          seit 
    .                                                               Jahresbeginn 
    Europa       Euro-Stoxx-50   2228,01       -18,22        -0,8%          -3,8 
    .            Stoxx-50        2411,04       -25,09        -1,0%           1,8 
    .            Stoxx-600        252,89        -2,70        -1,1%           3,4 
    Frankfurt    XETRA-DAX       6419,35       -34,50        -0,5%           8,8 
    London       FTSE-100        5608,25       -56,23        -1,0%           0,7 
    Paris        CAC-40          3135,18       -22,07        -0,7%          -0,8 
    Amsterdam    AEX
                                                                
                                                                        311,42        -1,13        -0,4%          -0,3 
    Athen        ATHEX-20         217,33        -1,07        -0,5%         -18,0 
    Brüssel      BEL-20          2197,90       -18,42        -0,8%           5,5 
    Budapest     BUX            16979,17      -329,94        -1,9%           0,0 
    Helsinki     OMXH-25         1872,14       -17,37        -0,9%          -3,6 
    Istanbul     NAT30          74426,00      1394,97        +1,9%          20,6 
    Kopenhagen   OMXC-20          459,11        -1,29        -0,3%          17,7 
    Lissabon     PSI 20          4797,68        -0,84        -0,0%         -12,7 
    Madrid       IBEX-35         6805,90      -175,80        -2,6%         -22,6 
    Mailand      FTSE-MIB       13583,82      -277,60        -2,0%         -10,0 
    Moskau       RTS             1347,07        -1,70        -0,1%          -2,5 
    Oslo         OBX              376,26        -4,29        -1,1%           5,2 
    Prag         PX               896,90       -10,00        -1,1%          -1,6 
    Stockholm    OMXS-30         1013,72       -12,40        -1,2%           2,6 
    Warschau     WIG-20          2153,90       -67,25        -3,0%           0,4 
    Wien         ATX             1934,36       -25,98        -1,3%           2,3 
    Zürich       SMI
                                                                
                                                                       6147,57       -27,18        -0,4%           3,6 
     
     
    DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Do, 8.34 Uhr  Mi, 17.55 Uhr 
    EUR/USD
                                                                
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    EUR/CHF
                                                                
                                                             1,2009  -0,01%        1,2010         1,2008 
    USD/JPY
                                                                
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    GBP/USD   1,5423  -0,45%        1,5493         1,5528 
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    Kontakt zum Autor:  thomas.leppert@dowjones.com 
    

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