Vorsicht ist das Gebot der Stunde. Investoren fordern nach den jüngsten Herunterstufungen des Schuldners Spanien höhere Risikoprämien. Die Rendite zehnjähriger spanischer Anleihen steigt um 12 Basispunkte auf 6,80 Prozent, den höchsten Stand seit dem Euro-Beitritt. Im Fokus steht auch Italien, das am Vormittag im Rahmen einer Anleihe-Auktion bis zu 4,5 Milliarden Euro einsammeln will. Hier beläuft sich die Rendite inzwischen auf 6,24 Prozent.
Die Aktienmärkte zeigen sich davon nach einem stabilen Start inzwischen leicht beeindruckt, der Euro-Stoxx-50 liegt ebenso 0,5 Prozent im Minus wie der DAX . In Madrid verliert das Börsenbarometer 0,6 Prozent in Mailand knapp 1 Prozent. Der Euro legt dagegen tendenziell leicht zu auf 1,2576 Dollar. "Vielleicht ist die Abstufung keine Belastung mehr für die Märkte, nachdem Fitch in der vergangenen Woche schon vorgeprescht ist", sagt ein Händler zu der vergleichsweise moderaten Reaktion.
Am Mittwochabend haben gleich zwei Ratingagenturen ihr Rating für Spanien nach unten genommen. Zunächst senkte Egan-Jones das Spanien-Rating auf "CCC+" von "B" und damit auf Ramschniveau. Nur eine Stunde später zog Moody's nach und nahm das Rating auf "Baa3" von "A3" um drei Stufen herunter. In der wenig überraschenden Begründung verweist Moody's auf das Hilfspaket zur Rekapitalisierung der Banken von bis zu 100 Milliarden Euro, das die Staatsverschuldung weiter belaste. Damit aber nicht genug: Moody's hat auch das Rating für Zypern um zwei Stufen auf "Ba3" nach unten genommen.
Für Vorsicht unter den Anlegern sorgt neben der angespannten Lage bei den Anleihe-Renditen die politische Situation in Griechenland. Dort wird am Sonntag das Parlament neu gewählt - Ausgang offen. Die Commerzbank interpretiert den relativ stabilen Euro aber dahingehend, dass zunehmend von einem Sieg der Nea Dimokratia und der Pasok ausgegangen wird, die den Sparauflagen zustimmend gegenüberstehen.
Entgegen dem in der Euro-Krise zu beobachtenden übergelagerten Trend steigt auch die Rendite deutscher Bundesanleihen - aktuell auf 1,51 Prozent. "Nachdem nun auch die Konjunkturlokomotive der Eurozone (Deutschland) mächtig Dampf ablässt, machen sich Investoren verstärkt Sorgen um die Kreditwürdigkeit Deutschlands, und zwar umso mehr, je freizügiger wir mit Hilfszusagen umgehen", merkt die Metzler Bank an. Am Markt spekuliere man über Eurobonds und habe daher einen der letzten sicheren Häfen "ins Fadenkreuz genommen".
Auch die Preise für die Kreditausfallversicherungen haben zuletzt angezogen, was für eine höhere Skepsis gegenüber dem Schuldner Deutschland zu verstehen ist.
Am deutschen Aktienmarkt tendieren besonders die Autowerte leichter. Belastend wirkt sich aus, dass zwei große Investmentbanken ihre Wachstumsprognosen für China nach unten revidiert haben. Da China für die Automobilindustrie einer der wichtigsten Märkte ist, positionieren sich die Investoren nun etwas vorsichtiger in der Branche.
Abgestraft werden Nokia, nachdem das Unternehmern einmal mehr den Ausblick gesenkt hat. "Nokia ist auf der Verliererstraße und fällt bei den wichtigen Smart-Phones weiter hinter Samsung und Apple zurück", heißt es dazu aus dem Handel. Die Aktie verliert 5 Prozent auf 2,10 Euro.
Im TecDAX bricht die centrotherm-Aktie, die am Freitag aus dem Index absteigt, um 31 Prozent ein. Mit centrotherm gerät nun auch einer der größten Anlagenbauer der Solarindustrie ins Schlingern. Kreditversicherer wollen die Warenlieferungen an den TexDAX-Konzern nicht mehr versichern und Banken haben offene Kreditlinien gesperrt.
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.10 Uhr EUR/USD 1,2574 +0,1% 1,2567 1,2592 EUR/JPY 99,7628 -0,1% 99,8309 99,9261 EUR/CHF 1,2010 -0,0% 1,2010 1,2009 USD/JPY 79,3390 -0,1% 79,4450 79,3720 GBP/USD 1,5494 -0,1% 1,5511 1,5558
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