• MÄRKTE EUROPA/Trotz schwacher Konjunkturdaten aus Europa im Plus

    Dienstag 07.08.2012, 12:51 Uhr
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    Von MICHAEL DENZIN

    FRANKFURT--Leicht zurückgefallen von den Tageshochs sind Europas Aktienmärkte am Mittag. Schwächere Konjunkturdaten aus Italien und Deutschland drücken die Stimmung etwas. Die Renditen der Anleihen von Spanien und Italien ziehen wieder leicht an. Den Euro tangiert dies jedoch kaum, er pendelt weiter über 1,24 US-Dollar. Überwiegend gut ausgefallene Unternehmenszahlen, beispielsweise der beiden DAX-Unternehmen E.ON und Munich Re, stützen zudem den Markt. Der Euro-Stoxx-50 liegt 0,6 Prozent im Plus bei 2.414 Zählern, der DAX steigt 0,3 Prozent auf 6.940 Punkte.

    Für Ernüchterung sorgten unter anderem Daten aus Italiens Wirtschaft, die weiter nicht aus der Krise kommt. Die Wirtschaftsleistung sank im zweiten Quartal um 0,7 Prozent zum Vorquartal. Damit ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des drittgrößten Landes der Eurozone im vierten Quartal in Folge zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank es um 2,5 Prozent. Volkswirte hatten nur einen Rückgang im Quartalsvergleich um 0,7 Prozent und ein Minus auf Jahressicht von 2,4 Prozent erwartet. Auch die Industrieproduktion schrumpfte um 1,4 Prozent, Ökonomen hatten nur ein Minus von 1,2 Prozent erwartet. Der Mailänder MIB-Index hält sich jedoch noch knapp im Plus.

    Zudem ist auch in Deutschland der Auftragseingang der Industrie im Juni stärker als erwartet gefallen. Er ging um 1,7 statt um erwartete 1,0 Prozent zurück. Die Bestellungen gingen sowohl im Inland als auch im Ausland gleichermaßen zurück.

    Kaum beeindruckt davon zeigen sich die Renditen italienischer und spanischer 10-jähriger Staatsanleihen. Sie pendeln nur wenig verändert um die Niveaus vom Vortag. Dahinter stehen Spekulationen um Anleihe-Käufe durch die Europäische Zentralbank (EZB), für die es nun offensichtlich auch Unterstützung durch Bundeskanzlerin Merkel gibt. "Die Aufmerksamkeit der Märkte wird weiter auf Spanien liegen als möglicher Auslöser für Anleihekäufe durch die EZB", sagte Slavena Nazarova von der Credit Agricole. Der spanische Premierminister Rajoy zögert noch, Hilfen für sein Land zu beantragen. Ein solcher Antrag wäre Voraussetzung für ein Eingreifen der EZB.

    Die neuesten Unternehmenszahlen fallen unterdessen überwiegend gut aus. Aus dem DAX hat E.ON überraschend erste Eckdaten vorgelegt, die deutlich über Erwarten liegen. Die Aktien honorieren dies mit einem Plus von 1,2 Prozent. Munich Re legen nach ordentlich ausgefallenen Zahlen um 1,1 Prozent zu. ThyssenKrupp profitieren von der erneuten Kaufbereitschaft in konjunkturzyklischen Aktien und steigen um 2 Prozent. Der Roboter-Bauer Kuka im MDAX erhöhte seine Prognose, die Aktie legt um 4,6 Prozent zu. Beim Chemieunternehmen Lanxess scheint sich das Wachstum dagegen abzuschwächen. Die Aktie fällt um 3 Prozent.

    Die Aktien des britischen Versicherers Standard Chartered bauen in London ihre Verluste aus. Nach dem späten Kursrutsch am Montag von 7 Prozent brechen sie um weitere 25 Prozent ein. Die US-Behörden drohen dem Versicherer mit dem Entzug der Banklizenz in den USA. Hintergrund sind angebliche illegale Transaktionen im Iran im Umfang von 250 Milliarden Dollar. Damit soll Standard Chartered über fast eine Dekade hinweg die Sanktionen gegen den Iran gebrochen haben.

    === 
    INDEX                  Stand      +-% 
    Euro-Stoxx-50       2.416,93   +0,73% 
    Stoxx-50            2.532,96   +0,06% 
    DAX                 6.944,38   +0,37% 
    FTSE                5.799,97   -0,15% 
    CAC                 3.417,55   +0,47% 
    EUREX                  Stand  +-Ticks 
    Bund-Future           142,86      -33 
     
     
    DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Mo,18.00 Uhr 
    EUR/USD
                                                                
                                                             1,2419   0,33%        1,2420 
    EUR/JPY
                                                                
                                                            97,2474   0,22%       97,1029 
    EUR/CHF
                                                                
                                                             1,2015   0,00%        1,2012 
    USD/JPY
                                                                
                                                            78,3360  -0,09%       78,1750 
    GBP/USD   1,5655   0,25%        1,5625 
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