FRANKFURT (Dow Jones) - Die europäischen Aktienmärkte legen zu Handelsbeginn am Donnerstag leicht zu. Nach einer Flut an Zahlen, die eingeordnet werden müssen, ist das nicht überraschend. Die Aussichten für weiter steigende Kurse stehen aber gut. Die US-Börsen haben im Bereich ihrer Tageshochs geschlossen und die US-Notenbank das getan, was erwartet wurde. Die Währungshüter haben den Leitzins nicht verändert und bekräftigt, das Zinsniveau bis Ende 2014 niedrig zu halten. Sie sind zudem bereit, der US-Wirtschaft weitere geldpolitische Anreize zu geben um sicherzustellen, dass die Erholung der US-Konjunktur anhält. Der Kauf von Staatsanleihen - im Fachjargon quantitative Lockerung genannt - bleibt damit eine Option.
Daneben gibt es noch zahlreiche Konjunkturdaten, darunter Angaben zu Verbrauchervertrauen und Geschäftsklima in Europa. Zudem veröffentlicht Deutschland seine Inflationsdaten. Auch aus den USA gibt es am Nachmittag einige Daten, unter anderem zum Immobilienmarkt. Der DAX zieht um 0,3 Prozent auf 6.724 Punkte an, der Euro-Stoxx-50 um 0,6 Prozent auf 2.338 Punkte
Der Dollar hat zu Euro und Yen an Boden verloren. Grund ist die Bereitschaft der US-Notenbank, der US-Wirtschaft notfalls mit weiteren quantitativen Lockerungen zu Hilfe zu kommen. Damit setzt sich die lockere Geldpolitik in den USA fort und schwächt die Währung. Der Euro steigt auf 1,3235 Dollar, nachdem er am Mittwochabend auf 1,3180 Dollar gefallen war. Devisenhändler warten nun auf die Zins-Entscheidung der japanischen Notenbank am Freitag. Sie gehen davon aus, dass die Japaner Maßnahmen zur Schwächung ihrer Währung ergreifen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern. Wahrscheinlich ist ein Anleihekaufprogramm über 5 bis 10 Billionen Yen.
Eine Belastung für die Gemeinschaftswährung ist die Ankündigung des französischen Präsidentschaftsbewerbers Francois Hollande. Der Kandidat der Sozialisten hat gesagt, dass er den Fiskalpakt in seiner jetzigen Form nicht mittragen will. "So lange Unsicherheit über eine Lösung der Krise in Europa herrscht, wird das dem Dollar in die Hände spielen", meint ein Händler.
Fresenius trumpft mit Übernahmegebot auf
Fresenius hat am Morgen für einen Paukenschlag gesorgt. Die Bad Homburger haben für Rhön-Klinikum ein Übernahmeangebot angekündigt. Sie wollen 22,50 Euro je Aktie in bar zahlen. Insgesamt soll der Kaufpreis für alle ausstehenden Aktien rund 3,1 Milliarden Euro betragen. Die guten Quartalszahlen von Fresenius werden dabei fast zur Nebensache: Der Gesundheitskonzern hat Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und den Ausblick für 2012 erhöht. Die Aktie verliert 5,3 Prozent auf 70,05 Euro. Rhön-Klinikum sind derzeit vom Handel ausgesetzt. Marktteilnehmer wollen nicht ausschließen, das der Übernahmepreis noch höher ausfallen könnte. Erste Indikationen sehen die Aktie bei 22,00 Euro nach einem Vortagesschluss von 14,77 Euro.
Bayer hat ebenfalls gute Zahlen vorgelegt. Das Agrarchemiegeschäft ist stark in die Saison gestartet. Aber auch der wichtigste Teilkonzern HealthCare ist gut gelaufen. Abstriche musste Bayer hingegen beim Kunststoffgeschäft machen - der Druck auf die Marge blieb bestehen. Am Ausblick hält der Konzern fest. "Das zeigt, dass die Konzernleitung konservativ vorgeht", sagt Analyst Edouard Auberry von equinet. Bayer ziehen um 2,7 Prozent auf 54,65 Euro an.
Banken legen Zahlen vor
Im Bankenbereich gibt es gleich von mehreren Instituten Zahlen. Die Deutsche Bank hat die Erwartungen verfehlt, doch das liegt vor allem an Sonderfaktoren. Ohne deren Berücksichtigung bewegten sich die Erstquartalszahlen im Rahmen der Erwartungen, meint Analyst Christoph Bast von der DZ Bank, der an seiner Kaufempfehlung für die Aktie festhält. Deutsche Bank sinken um 2,3 Prozent auf 33,35 Euro. Besser sieht es bei Barclays aus. Der Vorsteuergewinn bewege sich im ersten Quartal deutlich über den Schätzungen, stellen die Analysten von Shore Capital fest. Die Aktie zieht um 3,5 Prozent auf 214 Pence an.
Alcatel-Lucent leiden unter schwachen Zahlen
Alcatel-Lucent machen mit einem Kurseinbruch auf sich aufmerksam. Händler machen das schwache operative Ergebnis dafür verantwortlich. Schließlich sei der Sprung in die Gewinnzone nur durch den Verkauf der ehemaligen Sparte Genesys erreicht worden. Anders als der Konkurrent Ericsson brachen bei Alcatel die Umsätze in Nordamerika um 12 Prozent ein. "Alcatel macht damit die Hoffnungen auf einen Turnaround zunichte", so ein Händler. Der Kurs sinkt um 10 Prozent auf 1,32 Euro.
Vossloh hofft auf bessere Zeiten
Projektverzögerungen in China haben dem Bahntechnikkonzern Vossloh den Jahresauftakt vermasselt. Der Konzernüberschuss ist im Auftaktquartal um mehr als die Hälfte eingebrochen. An der Prognose für das Gesamtjahr hält der MDAX-Konzern aber weiter fest. "Die Aktie sollte das Schlimmste hinter sich haben", meint daher ein Marktteilnehmer. Der Ausblick auf 2012 und 2013 deute auf bessere Zeiten hin. Vossloh legen um 0,3 Prozent auf 75,70 Euro zu.
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.00 Uhr EUR/USD 1,3257 +0,3% 1,3224 1,3210 EUR/JPY 107,5256 -0,0% 107,5493 107,4171 EUR/CHF 1,2015 -0,0% 1,2020 1,2018 USD/JPY 81,1150 -0,3% 81,3250 81,3350 GBP/USD 1,6200 +0,2% 1,6169 1,6146 DJG/mif/ros
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April 26, 2012 04:02 ET (08:02 GMT)
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