NEW YORK (Dow Jones ) - Die anhaltende politische Unsicherheit in Europa nach den Wochenendwahlen in Frankreich und vor allem in Griechenland beschäftigt Anleger auch am Dienstag. Zur Eröffnung des Aktienhandels rechnen Händler daher an Wall Street mit moderaten Abschlägen. Der Terminkontrakt auf den S&P-500 gibt vorbörslich 0,5 Prozent auf 1.359 Punkte nach, sein Pendant auf den Nasdaq-100 büßt 0,5 Prozent auf 2.624 Zähler ein. Etwas gestützt wird der US-Aktienmarkt von positiven Konjunkturdaten. Der Geschäftsklimaindex der National Federation of Independent Business hat im April deutlich zugelegt.
In Griechenland ist bereits der erste Versuch einer Regierungsbildung kläglich gescheitert. Sollte das von Hilfsgeldern abhängige Land nicht bald eine handlungsfähige Regierung erhalten, die zu den mit EU und IWF vereinbarten Sparbeschlüssen steht, droht die Aussetzung der nächsten Rettungstranche und damit erneut der Staatsbankrott. Verschärft wird diese Möglichkeit von den Aussagen aus den Reihen des Linksbündnisses Syriza. Dort erteilt man einer künftigen Sparregierung eine klare Absage. Beobachter bringen daher bereits Neuwahlen Anfang Juni in Griechenland ins Spiel.
"Der Markt befürchtet, dass dann auch die alten Abreden wieder aufgeschnürt werden", warnt ein Händler. "Griechenland steht vor einer Fälligkeit von 436 Millionen Euro am 15. Mai. Dabei handelt es sich um eine internationale Anleihe, die nicht Teil des jüngsten Wandels von Anleihen war. Nach einer Zahlungsfrist von 30 Tagen könnte die Staatspleite daher schon vor potenziellen Neuwahlen eintreten", ergänzt Elsa Lignos, Devisenstrategin bei RBC Capital Markets.
Der Euro baut seine Verluste angesichts der Sorgen über Griechenland nach einer kurzen Zwischenerholung wieder aus und fällt unter die wichtige Marke von 1,30 US-Dollar. Auch am US-Anleihemarkt sind die Ängste greifbar, die Notierungen am langen Ende des Marktes ziehen nach US-Handelsbeginn deutlich an - die Renditen fallen. Zehnjährige Staatsanleihen der Vereinigten Staaten bringen aktuell eine Rendite von 1,85 Prozent. Anleger schichten damit in die vermeintliche Sicherheit von Dollar und US-Anleihen um. Mit dem steigenden Dollar geht es am Ölmarkt talwärts. Ein anziehender Dollar macht Öl für Investoren außerhalb des Dollarraums teurer. US-Leichtöl der Sorte WTI und die europäische Referenzsorte Brent geben nach.
Unternehmensseitig verlieren die Anteilsscheine von Wendy's vor der Startglocke 3,7 Prozent. Der Schnellrestaurantbetreiber verfehlte im ersten Quartal die Erwartungen. Electronic Arts sinken um 3,5 Prozent. Zwar lieferte der digitale Spieleanbieter überzeugende Viertquartalszahlen, allerdings verschreckte das Unternehmen Anleger mit einem schwachen Ausblick. FreightCar America ziehen dagegen um 16 Prozent an, der Eisenbahnwagonhersteller überzeugte Anleger im ersten Quartal. Die Aktien des Modekonzerns Fossil brechen nach schwachen Umsätzen um 22 Prozent ein.
Wynn Resorts ermäßigten sich im nachbörslichen Handel am Montagabend um 1,5 Prozent. Umsatz und Ergebnis vor Sonderposten des Casinobetreibers hatten im ersten Quartal die Erwartungen verfehlt. Auch Rackspace hat im ersten Quartal schlechter abgeschnitten als erwartet. Die Titel des Anbieters von Datenspeichern verloren nach der Schlussglocke 11,5 Prozent.
Für den Dow-Jones-Index ging es am Vortag um 0,2 Prozent auf 13.009 Punkte nach unten. Der S&P-500 schloss praktisch unverändert bei 1.370 Punkten und der Nasdaq-Composite erhöhte sich um einen Punkt auf 2.958.
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