• Märkte Europa/Draghi macht müde Märkte munter

    Donnerstag 26.07.2012, 18:51 Uhr
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    Von MICHAEL FUCHS 
     
    

    An Europas Börsen ist es am Donnerstag kräftig aufwärts gegangen. Kämpferische Worte von EZB-Präsident Mario Draghi und gute US-Konjunkturdaten rissen die Aktienmärkte aus ihrer anfänglichen Schwäche. Draghi hatte den Euro als "unumkehrbar" bezeichnete und bekräftigt, dass die EZB zum Schutz der Währung alles Erforderliche tun werde.

    Die US-Konjunkturdaten fielen daher auf fruchtbaren Boden. Die Auftragseingänge langlebiger US-Wirtschaftsgüter übertrafen die Erwartungen deutlich und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeichneten eine verbesserte Lage am US-Arbeitsmarkt. Der Euro-Stoxx-50 schoss um 4,3 Prozent auf 2.251 Punkten nach oben. Hier sorgten die hohe Gewichtung von Finanzwerten, die von den Aussagen des EZB-Präsidenten befeuert wurden, für Schub. DAX legte um 2,8 Prozent auf 6.583 Punkte zu.

    Auch der Euro kam ins Laufen. Hatte die Gemeinschaftswährung vormittags noch unter 1,2130 Dollar gelegen, so notierte sie am frühen Abend mit 1,2282 Dollar. Damit trat die schwierige Lage Griechenlands in den Hintergrund: Die Citigroup hält einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone in den kommenden 18 Monaten nun zu 90 Prozent für wahrscheinlich

    Eingetrübte Konjunktur hinterlässt Spuren

    Zahlreiche große Unternehmen legten ihre Quartalszahlen. Dabei zeichnete sich ein klares Bild ab. Während von der Konjunkturentwicklung abhängige Konzerne wie Siemens, MAN, Alcatel und Royal Dutch Shell enttäuschten, erlaubten sich mit Unilever, France Telecom und Sanofi weniger konjunktursensible Unternehmen keine Ausrutscher.

    Bei Siemens waren die Auftragseingänge in den Monaten April bis Juni mit 17,8 Milliarden Euro um mehr als zwei Milliarden Euro unter der Konsensprognose von Analysten geblieben. Die Aktie büßte 1,2 Prozent ein. Deutsche Börse stiegen dagegen um 2,6 Prozent auf 41,06 Euro, obwohl die Geschäftszahlen nur den Erwartungen entsprachen und die Prognose für das Gesamtjahr wackelt. In beiden Fällen verhinderte wohl die mäßige Entwicklung der Kurse in den vergangenen Monaten Schlimmeres.

    Papiere von BASF machten anfängliche Verluste wett und stiegen um 2,9 Prozent. Europas größter Chemiekonzern blieb beim Gewinn etwas hinter den Prognosen zurück und erwartet keine Belebung der Chemienachfrage im zweiten Halbjahr. Die Aktie von VW schloss praktisch unverändert. Die Zahlen der Wolfsburger waren zwar gut ausgefallen, doch Gerhard Wolf von der Landesbank Baden-Württemberg prognostizierte sinkende Preise für Pkw in den nächsten Monaten. MAN brachen nach einer Gewinnwarnung sogar um 5,7 Prozent ein.

    France Telekom und Unilever gefragt

    Die Anteilsscheine von France Telecom zogen um 6,4 Prozent an. Der Konzern hatte trotz eines schwierigen Quartals an den Zielen für das Gesamtjahr festgehalten. Die Aktien von Alcatel brachen indes um 6,1 Prozent ein, nachdem sich der Telekomausrüster von den bisherigen Zielen für 2012 verabschiedet hatte. Unilever gewannen nach deutlichem Umsatzwachstum im zweiten Quartal 5,6 Prozent hinzu.

    Europäische Schlussstände von Donnerstag, den 26. Juli 2012:

    === 
                 Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
                                   stand      absolut         in %          seit 
                                                                    Jahresbeginn 
    Europa       Euro-Stoxx-50   2251,05        91,96        +4,3%          -2,8 
                 Stoxx-50        2427,50        54,65        +2,3%           2,4 
                 Stoxx-600        256,58         6,19        +2,5%           4,9 
    Frankfurt    XETRA-DAX       6582,96       176,44        +2,8%          11,6 
    London       FTSE-100        5573,16        74,84        +1,4%           0,1 
    Paris        CAC-40          3207,12       125,38        +4,1%           1,5 
    Amsterdam    AEX
                                                                
                                                                        320,49         7,40        +2,4%           2,6 
    Athen        ATHEX-20         208,14        -1,35        -0,6%         -21,4 
    Brüssel      BEL-20          2244,64        65,31        +3,0%           7,7 
    Budapest     BUX            17286,99       199,43        +1,2%           1,8 
    Helsinki     OMXH-25         1896,39        54,68        +3,0%          -2,3 
    Istanbul     NAT30          74426,00      1394,97        +1,9%          20,6 
    Kopenhagen   OMXC-20          472,48         5,89        +1,3%          21,2 
    Lissabon     PSI 20          4434,26       118,48        +2,7%         -17,1 
    Madrid       IBEX-35         6004,90       363,90        +6,1%         -25,7 
    Mailand      FTSE-MIB       13210,04       703,30        +5,6%         -12,5 
    Moskau       RTS             1343,72        17,09        +1,3%          -2,8 
    Oslo         OBX              389,34         6,90        +1,8%           8,9 
    Prag         PX               888,20         8,60        +1,0%          -2,5 
    Stockholm    OMXS-30         1048,37        19,07        +1,9%           6,1 
    Warschau     WIG-20          2114,71        -4,02        -0,2%          -1,4 
    Wien         ATX             1963,76        65,50        +3,5%           3,8 
    Zürich       SMI
                                                                
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    DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Do, 8.22 Uhr  Mi, 18.05 Uhr 
    EUR/USD
                                                                
                                                             1,2281   1,06%        1,2153         1,2135 
    EUR/JPY
                                                                
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    EUR/CHF
                                                                
                                                             1,2009  -0,02%        1,2011         1,2009 
    USD/JPY
                                                                
                                                            78,3050   0,14%       78,1930        78,2265 
    GBP/USD   1,5678   1,27%        1,5482         1,5481 
    === 
    Kontakt zum Autor: michael.fuchs@dowjones.com 
    DJG/mif/flf 
    

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