Der Vorstandschef des Rückversicherers Munich Re, Nikolaus von Bomhard, sieht die Deutschland noch nicht an der Belastungsgrenze für die Übernahme von Verpflichtungen für Gesamteuropa. Die Frage sei, wie viel man sich zumuten könne, und hier habe Deutschland seine makroökonomische Leistungsfähigkeit noch nicht erreicht. Von Bomhard betonte in einem Interview des Fernsehsenders Phoenix am Sonntag, dass es sich bei den Zusagen bislang nur um Verpflichtungen und nicht Auszahlungen handele.
Die jüngsten Beschlüsse seien zudem sehr stark konditioniert und ihre konkrete Ausführung noch unklar. Die Bankenunion sei noch sehr weit weg und nur als Konzept angelegt. Er glaube an die Institutionen, an die die Verträge geschlossen werden, wenngleich man hier jüngst Zweifel haben konnte.
Die Versicherer kämpften als Überzeugungstäter für den Euro, führte der Manager weiter aus. Die Finanzindustrie teile sich in mehrere Blöcke. Einer davon seien die Versicherer, die in der Krise aber stabilisierend gewesen seien und nicht treibend. Sie seien zudem nicht Teil des Systems wie Interbankenhandel, etc. und auch lang und nicht kurz finanziert und hätten keine Eigenkapitalprobleme. Insofern seien sie unverdächtig wenn sie Interesse daran hätten, dass nichts Unvorhergesehenes passiere.
Vor drei Jahren sei es noch nicht vorstellbar gewesen, dass man sich nun auf einen "Euro-Breakup" oder teilweisen "Breakup" ebenso vorbereite wie eine relativ flott kommende umfassende Fiskalunion. In dem Zusammenhang habe man in Griechenland erhebliche, sehr bittere Abschreibungen von 1,2 Milliarden Euro vornehmen müssen, die Aktionäre und Versicherte betroffen hätten. Die Beteiligung der Privaten in dieser Form sei ein Fehler gewesen
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