München/Bad Homburg (BoerseGo.de) – Mehrere deutsche Dax-Konzerne haben sich nun schon offiziell zu einer Beteiligung am Schuldenschnitt zu Gunsten Griechenlands bekannt. Bis Donnerstagabend müssen die Gläubiger – vor allem Banken und Versicherungen – bekanntgeben, ob sie mitmachen oder nicht.
Munich Re: Wir machen mit
So teilte eine Konzernsprecherin des weltweitgrößte Rückversicherers Munich Re am Mittwoch mit: „Wir machen mit.“ Der Konzern hatte bereits zum Ende des Geschäftsjahres 2011 den Wert seiner griechischen Anleihen auf 23 Prozent seines Nennwertes abgeschrieben. Die Anleihen stehen somit nun nur noch mit einem Betrag von rund 400 Millionen Euro in den Büchern.
Allianz schreibt Anleihen um 75 Prozent ab
Der Versicherer Allianz nimmt ebenfalls wie erwartet an dem Schuldenschnitt teil. Er hatte griechische Anleihen im Nominalwert von 1,3 Milliarden Euro zuletzt um 75,3 Prozent abgeschrieben. Sie stehen jetzt nur noch mit einem Wert von 310 Millionen Euro in den Büchern.
Fresenius soll sich beteiligen
Auch der Medizinkonzern Fresenius wurde wie auch andere Unternehmen der Pharma- und Finanzbranche dazu aufgefordert, sich an dem Schuldenschnitt zu beteiligen. Denn die griechische Regierung hatte unbezahlte Rechnungen staatlicher Krankenhäuser mit Anleihen beglichen. Fresenius erhielt 2010 auf diesem Wege griechische Papiere im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Wie Fresenius-Finanzvorstand Stephan Sturm mitteilte, habe der Dax-Konzern damals so genannte Zero-Bonds erhalten. Ein Großteil davon sei bereits wieder verkauft worden, so ein Unternehmenssprecher am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Fresenius sehe weder Auswirkungen auf das Ergebnis, noch auf die Prognose. Der noch verbliebene Bestand an Anleihen sei bereits ausreichen wertberichtigt worden.



